Knapp 40 verdiente Personen aus der Volkskultur geehrt

Haslauer und Schellhorn beim Ehrungsfestakt Volkskultur in der Salzburger Residenz

Salzburger Landeskorrespondenz, 20.11.2015
 

(LK)  Knapp 40 Personen, die sich mit großem Engagement auf dem Gebiet der Salzburger Volkskultur verdient gemacht haben, wurden heute, Freitag, 20. November, Nachmittag, beim Ehrungsfestakt Volkskultur in der Salzburger Residenz von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer und Kulturreferent Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn ausgezeichnet.

13 verdiente Persönlichkeiten wurden mit Landesorden ausgezeichnet. Weiters geehrt wurden drei Musikkapellen als Preisträger eines Blasmusikerpreises, acht erfolgreiche Absolventen des Kapellmeisterkurses, 13 Absolventen der Chorleiterausbildung und eine Dame mit dem Volkstanzleistungsabzeichen in Gold geehrt.

Haslauer: Volkskultur ist individuelles Merkmal einer Region

"Die Volkskultur ist das individuelle Merkmal einer Region und ist besonders im Zeitalter der Globalisierung wichtig. Die offene Welt braucht auch das Element der Verbundenheit", betonte Landeshauptmann Haslauer beim Festakt. "Die großen Aufgaben der Welt sind auf nationaler Ebene nicht mehr zu bewältigen, sondern müssen Schritt für Schritt gelöst werden: durch neue, partnerschaftliche Formen von internationaler Zusammenarbeit und Koordination. Auf dem Weg zu den großen Lösungen brauchen wir aber auch den Dialog mit der lokalen und der regionalen Ebene", schlug Haslauer die Brücke zur Salzburger Volkskultur. "Die lebendige Pflege der Salzburger Bräuche durch zahlreiche Gruppierungen und Vereine ist auch eine Schule der Generationen und der Demokratie."

149 Blasmusikkapellen, 358 Heimatvereine, Trachten- und Brauchtumsgruppen, 109 Schützenkompanien, 170 Volkslied- und Volksmusikgruppen, 381 Chöre und 90 Regionalmuseen sowie die Fachorganisation ARGE Volkstanz gibt es derzeit im Land Salzburg. Mehr als 45.000 Salzburger sind in volkskulturellen Vereinen tätig. Salzburgs Musikkapellen halten insgesamt Jahr für Jahr fast 9.000 Proben ab und gestalten pro Jahr insgesamt mehr als 7.000 Veranstaltungen. Alle aktiven Salzburger Blasmusikantinnen und -musikanten leisten pro Jahr beinahe 2,7 Millionen Stunden. "Sie alle tragen in einem gemeinsamen Europa zur Erhaltung der kulturellen Identität des Landes bei. Salzburg ist ein Kulturstandort von internationalem Rang mit einem überaus reichhaltigen kulturellen Angebot", so Haslauer.

Ziel der Landespolitik sei es, die kulturelle Identität zu fördern und das kulturelle Erbe zu wahren. Weiters von Bedeutung seien die Festigung der Position Salzburgs als international renommiertes Musikland und die Förderung der Musikerziehung der Jugend, sagte Haslauer.

Schellhorn: Positives Miteinander durch Kulturprojekte

"Um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen, sind wir alle gefordert, uns aktiv an der Entwicklung eines positiven Miteinander zu beteiligen. Kulturprojekte können dazu Gelegenheiten schaffen und Menschen zusammenbringen", betonte Schellhorn. "Das Forum Salzburger Volkskultur und die volkskulturellen Landesverbände veranstalten auch im kommenden Juli wieder ein großes Begegnungsfest unter dem Motto 'Fest der Kulturen' in der Salzburger Innenstadt zum Jubiläumsjahr Salzburg 200 Jahre bei Österreich."

Schellhorn unterstrich die Innovationen, die in allen Bereichen der Volkskultur angestoßen werden, sowie die wertvolle Arbeit, die von den heute ausgezeichneten Personen in verschiedenen Bereichen der Volkskultur geleistet wird. Der Ehrungsfestakt Volkskultur sei, wie das Haus der Volkskulturen, Ausdruck der Wertschätzung dieser Arbeit. Für das Haus der Volkskulturen im Ensemble des Petersbrunnhofs wird im März 2016 Baubeginn sein. Darin werden neben dem Referat Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes, das Forum Volkskultur sowie alle Landesverbände auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Büro-, Archiv- und Bibliotheksräume vorfinden.

Auszeichnungen für großes Engagement in der Volkskultur

Verdienstzeichen des Landes wurden an Anja Hruby, Ing. Klaus Linzmaier, Andrea Maurer, Hannes Miller, Matthias Moser, Peter Papp, Walter Pillgruber, Mag. Gerhard Schmiderer, Maria Magdalena Schwarzbraun, Helga Sobota, Johann Stöger, Johann Windhofer und Gottfried Ziller verliehen.

Anja Hruby aus St. Johann im Pongau ist seit 25 Jahren Tänzerin beim St. Veiter Heimat- und Trachtenverein, seit dem Jahr 2000 Kindertanzleiterin der Kindergruppe St. Veit sowie Schriftführerin der Pongauer Heimatvereinigungen und des St. Veiter Heimat- und Trachtenvereines.

Klaus Linzmaier aus Saalfelden ist seit 21 Jahren Mitglied beim Museumsverein, war von 2002 bis 2009 Obmann-Stellvertreter und von 2009 bis 2015 Obmann und Projektleiter für den technischen Ausbau des Museums Schloss Ritzen. Mit viel Fachkenntnis gestaltet er Sonderausstellungen. Die jetzige Ausstellungspräsentation ist Zeugnis für den hohen Wert des Museums und seiner Bestände.

Andrea Maurer aus Wagrain hat vor mehr als zehn Jahren den "Dirndlgwandl-Sonntag" ins Leben gerufen. Die Trachtenbörse wurde von ihr konzipiert und persönlich betreut. Ein großes Anliegen ist ihr die Weitergabe von Handwerkstechniken für die Salzburger Heimatvereine, die Bäuerinnen und die Volkshochschule. Großer Fleiß und großes Engagement haben dazu beigetragen, dass sie mittlerweile in ganz Österreich für den Bereich Tracht beim Bundesverband zuständig ist.

Hannes Miller aus St. Georgen bei Salzburg ist Oberstudienrat und Landtagsabgeordneter außer Dienst. Er war 1983 Mitbegründer des Kulturfördervereines und des Heimatmuseum "Sigl Haus" und von 1988 bis 1993 Obmann-Stellvertreter. Von 2010 bis Mai 2015 war er Obmann des Kulturvereines "Sigl.Haus" und des Museums.

Matthias Moser aus Zederhaus ist Schützenmeister der Schützen zu Zederhaus, stellvertretender Kapellmeister und Beirat der Trachtenmusikkapelle sowie Obmann mehrerer Wege- und Agrargemeinschaften.

Peter Papp aus Niedernsill hat bereits als Kind begonnen zu platteln. Er ist begeisterter Harmonika- und Theaterspieler, hat 1961 im Hinblick auf "1.000 Jahre Stuhlfelden" eine Tresterer-Pass aufgebaut und war von 1978 bis 1994 Obmann des Heimat- und Trachtenvereines Niedernsill.

Walter Pillgruber aus Krispl ist seit 1969 Musiker bei der Trachtenmusikkapelle Krispl. Er ist für die Erstellung mehrerer Festschriften für Krispler Vereine, das Projekt "Kapellen und Kleindenkmäler" sowie für die Erstellung des Kirchenführers "Pfarrkirche Krispl" verantwortlich und hat bei der Erstellung der Chronik des Tennengauer Blasmusikverbandes mitgearbeitet.

Gerhard Schmiderer aus Zell am See ist seit 1992 Mitglied im Vorstand des Pinzgauer Blasmusikverbandes und hauptverantwortlich, dass die Prüfungen zum Jungmusikerleistungsabzeichen des Blasmusikverbandes in enger Kooperation mit dem Musikum erfolgen. Großes Anliegen ist ihm die Förderung der Jugendausbildung.

Maria Magdalena Schwarzbraun aus Salzburg ist gemeinsam mit ihrem Mann Gründerin der Kindervolkstanzgruppe Salzburg West sowie Vorstand und aktives Mitglied im Verein. Im Jahr 1987 wurde aus der Kindergruppe die heutige Brauchtumsgruppe Salzburg West. Seit Jahren ist sie deren Schriftführerin.

Helga Sobota aus Altenmarkt ist seit 2006 Museumskustodin, hat maßgeblich an der Neugestaltung des Hoamathauses Altenmarkt mitgearbeitet sowie am Umzug und der Renovierung der Grundner-Krippe. Sie hat das Krippenspiel an der beweglichen Krippe einstudiert und ist am gelungenen Ausbau des gesamten Museums in eine Art "Frauenmuseum" verantwortlich.

Johann Stöger aus Bürmoos ist seit zirka 30 Jahren Vorstandsmitglied  der Trachtenmusikkapelle Bürmoos, 28 Jahre deren Kapellmeister und seit 40 Jahren Mitglied der Musikkapellen Lamprechtshausen und Bürmoos. Er hat den Marsch "Unser Bürmoos" komponiert und der Bevölkerung von Bürmoos gewidmet.

Johann Windhofer aus Rußbach ist Obmann der Schuhplattler- und Volkstanzgruppe, der Trachtenmusikkapelle und der Freiwilligen Feuerwehr. Zudem war er 25 Jahre Obmann bei den Gamsfeldschnalzern und Vorstand beziehungsweise Obmann-Stellvertreter im Pferdezuchtverband Rußbach/Abtenau.

Gottfried Ziller aus Salzburg ist seit 1969 Mitglied und Funktionär der Trachtenmusikkapelle Maxglan und seit 2008 Mitglied des Salzburger Tanzorchesters. Von 1985 bis 1992 war er Kapellmeister der Trachtenmusikkapelle Maxglan und ist seit dem Jahr 1992 deren Kapellmeisterstellvertreter. Er ist zudem Kassier des Bezirksverbandes der Blasmusikkapellen der Stadt Salzburg und  Mitglied in vielen Musikgruppen.

Die Chorleiterausbildung absolvierten Herbert Andexer (Kleinarl), Marta Ban (Henndorf am Wallersee), Markus Casna (Kaprun), Judith Gassner (Uttendorf), Bernhard Girardi (Salzburg), Ferdinand Kasberger (Aigen-Voglhub in Strobl am Wolfgangsee), Teresa Kasberger (Aigen-Voglhub), Tobias Kremshuber (Wals-Siezenheim), Johanna Moser (Bramberg), Gertraud Pfeifenberger (Bad Hofgastein), Hubert Pfeifenberger (Zederhaus), Ulrike Schernthanner (Taxenbach), Brigitte Struber (St. Koloman) und Birgit Zipperle (Schwarzach im Pongau).

Den Blasmusikpreis Stufe I erhielt die Trachenmusikkapelle Thalgau, der Blasmusikpreis Stufe II ging an die Trachtenmusikkapelle Anif und der Blasmusikpreis Stufe III an die Trachtenmusikkapelle Faistenau.

Die Kapellmeisterprüfung absolvierten Heinrich Aichhorn (Hüttschlag), Matthias Breitfuss (Maria Alm), Florian Brunauer (Hallein), Markus Burgschwaiger (Dienten am Hochkönig), Josef Dankl (Unken), Daniel Rohrmoser (Großarl), Lukas Schilcher (Wals-Siezenheim) und Martin Wirthenstätter (Obertrum).

Das Volkstanzleistungsabzeichen in Gold erhielt Monika Hopfgartner aus Bad Vigaun. t272-53 (grs/sm)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Tel.: 0662/8042-2325, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at und Mag. Johanna Jenner, Büro Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn, Tel.: 0662/8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.