Von Mühlen, Kirchen und Bauernhöfen

Schellhorn: Land unterstützt die Erhaltung von mehr als 100 historisch wertvollen und volkskundlich bedeutenden Objekten

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.12.2015
 

(LK)  Mit fast 1,1 Millionen Euro wurde in diesem Jahr die Erhaltung von historisch wertvollen und volkskundlich bedeutenden Bauten und Gegenständen unterstützt. Die Liste der vom Referat Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes geförderten Sanierungen und Restaurierungen ist lang und weist rund 120 Objekte in allen Bezirken auf. Es handelt sich dabei um Skulpturen und Bilder, Kleindenkmäler wie Bildstöcke und Wegkreuze, Kapellen und Kirchen, Mühlen, historische Bürger- und Bauernhäuser sowie um Burgen und Schlösser.

"Für das Kulturland Salzburg ist das kulturelle Erbe ein wichtiges Herzstück. Die Klein- und Flurdenkmäler sind nicht nur Schmuckstücke in unserem Lebensraum, sondern sie dienen der Erinnerung - an Baukunst, alte Handwerkstechniken, Brauchtum und Tradition. Mir ist es ein kulturpolitisches Anliegen, diese durch professionelle Sanierung - in Partnerschaft mit den Besitzern - zu erhalten. Mein Dank gilt den Mitarbeitern des Referates zur Erhaltung des kulturellen Erbes, den Restauratoren und Handwerkern und den vielen Privatpersonen, die ihr Eigentum mit großem Engagement liebevoll restaurieren, instand halten und bewahren wollen", so Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn heute, Mittwoch, 30. Dezember.

Projekte in den Bezirken

Der Lungau hat als südlichster Landesteil durch seine Abgeschlossenheit und durch seinen "Tourismus light" viel von seinen ursprünglichen Bräuchen und historischer Architektur sowie Kunst- und Kleindenkmälern erhalten. 2015 wurden mehr als 50 Projekte eingereicht. "Gerade die bäuerliche Bevölkerung des Lungaus bemüht sich um die Erhaltung des kulturellen Erbes, die ausgezeichneten heimischen Handwerker verstehen sich auf die Sanierung und Restaurierung der historischen Substanzen", weiß Christian Haller, der diese Förderungen zur Erhaltung des kulturellen Erbes abwickelt. Großprojekte sind die Innensanierung der Pfarrkirche Mariapfarr, die Frimlmühle in Unternberg und das Gasthaus Glashütte in St. Michael. Die aufwendige Sanierung des Schlosses Kuenburg in Tamsweg steht kurz bevor.

Im Pongau sind heuer 21 Projekte zu betreuen. Hervorzuheben sind die Seebachmühle in Goldegg, das Pflegerschlössl und die Kreuzkapelle in Wagrain, die Dacheindeckung der Pfarrkirche in St. Johann und die Sanierung der Pfarrkirche in Schwarzach.

Im Pinzgau sind es 19 Projekte, darunter die Schindeldeckung des Turmes der Pfarrkirche Fusch, die historische Fassade des Honerbauers in Rauris, die Kniepass- und Kalvarienbergkapellen in Lofer sowie die Hofkapelle Faistauer in Unken, die Kalchschmiedmühle in Bruck, der Silberaltar in der Pfarrkirche von Rauris und die anstehende Sanierung der Fassade von Schloss Ritzen.

Im Tennengau stehen dieses Jahr sieben Projekte an, unter anderem der Abschluss der Sanierung der Gurrermühle und die Restaurierung der Fassade des Ruckerhofes in Kuchl, die Restaurierung des Altars in der Schlosskirche Haunsperg und die Restaurierung des Altars der Seewaldkapelle in Golling. In der Stadt Hallein werden Jahr für Jahr zahlreiche Sanierungen von Bürgerhäusern im Sinne des Ortsbildschutzes unterstützt.

Insgesamt werden in diesem Jahr 19 Projekte im Flachgau gefördert. Hier prägen die Bauernhöfe mit ihren Zubauten die Landstriche. So steht hier eine große Zahl von Hofkapellen zur Sanierung an. Großprojekte sind die Innensanierungen der Pfarrkirchen von Obertrum und St. Georgen.

Rund 1.000 Arbeitsstunden für Restaurierung der Fassade

"Ohne die Förderung des Landes hätte ich die Restaurierung des Ruckerhofes nicht in diesem Umfang machen können", betonte Josef Mühlthaler aus Kuchl. Die Fassade des Ruckerhofes aus dem Jahr 1779 wurde in diesem Jahr über die Sommermonate in rund 1.000 Arbeitsstunden restauriert. Sieben Arbeitsschritte wurden mit Hilfe eines Restaurators durchgeführt. So wie früher üblich erhielt das Haus einen Kalkanstrich, die Fensterholzrahmen und die Gitterstäbe an den Fenstern wurden mit kaltgepresstem Leinöl gestrichen. "Insgesamt haben wir mehr Renovierungsarbeiten durchgeführt als ursprünglich geplant", freute sich Mühlthaler, der noch weitere Renovierungen an seinem Hof in Angriff nehmen will. t307-14 (kg/sab/ram)   

Weitere Informationen: Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: 0662/8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.