Mit Energie-Contracting auf dem Weg zum Klima-Masterplan

Schwaiger: Gemeinsame Anstrengungen sind nötig, um die Ziele des Masterplans Klima und Energie 2020 zu erreichen

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.02.2016
 

(LK)  Mit dem Masterplan Klima und Energie 2020 will das Land Salzburg bis ins Jahr 2020 die Treibhausgase um bis zu 30 Prozent reduzieren und den Anteil an erneuerbarer Energie am Gesamtverbrauch auf 50 Prozent erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind sowohl öffentliche Einrichtungen wie auch Private und die gewerbliche Wirtschaft gefordert.

Eine Möglichkeit vor allem bei großen Gebäude- und Gewerbeanlagen Energie zu sparen, ist das Energie-Contracting. Das Land Salzburg setzte kürzlich ein solches Projekt in der Landwirtschaftlichen Fachschule in Kleßheim um (siehe dazu die Meldung der Landeskorrespondenz von 15. Februar 2016, "Deutlich weniger Strom- und Wasserverbrauch an LFS Kleßheim").

"Gemeinsame Anstrengungen sind nötig, um die ambitionierten Ziele des Masterplans Klima und Energie 2020 zu erreichen", betonte Energielandesrat Josef Schwaiger heute, Montag, 29. Februar. "Das Land übernimmt mit vielen Projekten seine Vorbildfunktion beim Energiesparen, zum Beispiel in der Landwirtschaftlichen Fachschule Kleßheim."

Grundsätzlich wird zwischen dem Anlagen- und Energieliefer-Contracting und dem Energiespar-Conctracting unterschieden. Bei ersterem liefert der Vertragspartner seinem Kunden eine Energieerzeugungsanlage und plant, baut, finanziert und betreibt  diese Anlage. Er verrechnet dafür  einen monatlichen Grundpreis und die Energiekosten.

Beim Energiespar-Contracting garantiert das anbietende Unternehmen während der Vertragslaufzeit eine bestimmte Energieeinsparung und übernimmt die Betreuung der sanierten oder neu errichteten Energietechnik in den Gebäuden des Kunden. Der Kunde übernimmt die einmaligen Investitionskosten für die Errichtung oder die Sanierung und erhält abzüglich aller laufenden Kosten die garantierten Einsparungen.

Grob geschätzt bei insgesamt etwa zehn bis 20 Prozent sieht Energie-Experte Josef Mösl von der Firma Proenergy das Potenzial, durch Energiespar-Contracting den Energieverbrauch bei zu reduzieren.

Beispiele im Land Salzburg sind unter anderem der Seehof in Goldegg, ein Wohngebäude in der Bundschuhstraße in Salzburg, das Hotel Schloss Fuschl am Fuschlsee, die Forsthofalm in Leogang, das Sporthotel Kogler in Mittersill und das Diakonissen-Krankenhaus in Salzburg.

Für Energiespar-Contracting geeignet sind vor allem größere Wohnanlagen ab etwa 20 Wohnungen, Gewerbebetriebe, größere Bürokomplexe und öffentliche Gebäude.

Das LFS Kleßheim konnte schon nach einem Jahr positive Bilanz ziehen: Bei der Wärmeenergie konnten im Vorjahr die geplanten 20 Prozent eingespart werden. Die Stromeinsparung betrug rund 15 Prozent, das Ziel wurde um fünf Prozent übererfüllt. Die Schule erspart sich nach Abzug aller Kosten in 15 Jahren mindestens 70.000 Euro. 160229_52 (grs/jus)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: 0662/8042-2700, Mobil: 0664/3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.