Historische Schmiede in Mauterndorf wird renoviert

Schellhorn: Land fördert die Renovierung der gesamten Anlage mit 21.000 Euro

Salzburger Landeskorrespondenz, 08.06.2016
 

(LK) Seit 1574 existiert die Hackenschmiede in Mauterndorf, seit dem Jahr 1766 ist das Kulturgut im Besitz der Familie Rest. Derzeit renoviert die Familie die gesamte Anlage mit vielen Eigenleistungen und mit Gesamtkosten von 40.000 Euro. Das Referat Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes des Landes Salzburg fördert das Projekt mit 21.000 Euro, betonte heute, Mittwoch, 8. Juni, Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn.

"Spielt die Taurach mit Niedrigwasser im Sommer mit, kann die Familie Rest im 250. Jahr ihrer Schmiedegeschichte noch heuer die Gesamtsanierung der Hackenschmiede abschließen. Seit 2013 wird an der Renovierung von Wasserrad, Wellbaum und Schwanzhammer, Zulaufuntergrund, Schmiedewehr und Überdachungen gearbeitet. In diesem Jahr stehen noch die Sanierung des Gerinnes und die Arbeiten am Überlauf der Wehranlage an", erläuterte Christian Haller vom Referat Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes.

In der Blütezeit des Lungauer Bergbaus im 16. und 17. Jahrhundert wurde an verschiedenen Schürfstellen im Schönfeld an der Straße von Thomatal nach Innerkrems Eisenerz abgebaut. Dieses wurde in den Hochöfen in Bundschuh und Kendlbruck zu Roheisen geschmolzen. Das gewonnene Eisen wurde mit Ochsen- und Pferdefuhrwerken zur Weiterverarbeitung in die Hackenschmiede in Mauterndorf gebracht. Drähte, Nägel und hochwertiger Werkzeugstahl wie Hacken zur Holzbearbeitung waren die Endprodukte. Die hohe Qualität konnte mit Hilfe eines Schwanzhammers erzeugt werden. Dieser wiederum wurde durch Wasserkraft angetrieben. Dadurch konnte der Stahl in die gewünschten Formen geschmiedet werden.

Mit dem Niedergang des Bergbaus im Lungau Ende des 19. Jahrhunderts kam auch die Hackenschmiede unter wirtschaftlichen Druck, durch die Erzeugung von elektrischem Strom wurden wasserunabhängige Werkzeugfabriken, die kostengünstiger produzieren konnten, errichtet. Als Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen wurden in der Hackenschmiede nun neben den Werkzeugen Geräte für die Landwirtschaft wie Heuwagen, Pflüge, Eggen und Pferdeschlitten erzeugt. Heute wird das Wasser der Taurach hauptsächlich zum Antrieb einer Kaplan-Turbine genutzt, um elektrischen Strom zu erzeugen.

Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten bietet Wolfgang Rest auf Anfrage  Führungen durch die historische Schmiede und die Zubauten an. Informationen dazu gibt es unter der E-Mail-Adresse office@hackenschmiede.com. 160608_51 (sab/grs)

Weitere Informationen: Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.