Einblick in die Geschichte und Kulturschätze des Landes

Schellhorn: Mit einer Regionalmuseumstour die Geschichte der Gemeinden erforschen

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.06.2016
 

(LK)  Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn und das Referat Volkskultur & Erhaltung des kulturellen Erbes luden gestern, Dienstag, 28. Juni, zum Tagesausflug unter dem Motto "Kulturelle Sommerfrische". Schwerpunkte dabei waren das Museumsdorf St. Gilgen sowie Neuheiten im Bereich Kulturerbe im Flachgau.

Erstes Ziel war St. Gilgen, wo die Kultur-Highlights besichtigt und auf den Spuren berühmter St. Gilgen-Urlauberinnen und Urlauber gewandelt wurde. Museums-Leiter Augustin Kloiber führte durch das Heimatkundliche Museum, das u.a. derzeit die österreichweit einzige Sonderausstellung zum 100. Todestag von Marie von Ebner-Eschenbach zeigt.

Im Anschluss daran beeindruckte Instrumenten-Sammler und Kustos Askold zur Eck in seinem Musikinstrumenten-Museum der Völker mit einer Vorführung einiger seiner 4.200 Exponate aus aller Welt. In Museum der Zinkenbacher Malerkolonie wurde die kürzlich eröffnete Ausstellung "Die schaffende Österreicherin. 90 Jahre Wiener Frauenkunst" besichtigt. Das Ortsarchiv, ebenfalls unter der Leitung von Augustin Kloiber, faszinierte mit seinen rund 30.000 gesammelten Exponaten, darunter Korrespondenzen und Ansichtskarten ab 1880 oder wertvolle Handschriften ab dem 14. Jahrhundert.

Museumsdorf St. Gilgen

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigten sich beeindruckt vom kulturellen Wissensschatz, den der Sommerfrische-Ort bietet, der sich der Kunst & Kultur verschrieben hat. Die 3.850 Einwohner zählende Wolfgangsee-Gemeinde bietet rund 250 Kulturveranstaltungen im Jahr. "St. Gilgen kann auch als  'Museumsdorf' bezeichnet werden", so Kulturlandesrat Schellhorn, "denn im kleinen Ortskern befindet sich eine außergewöhnlich hohe Dichte an Museen."

St. Gilgen besitzt vier Museen - mit regelmäßig wechselnden Sonderausstellungen: Museum Mozarthaus, Heimatkundliches Museum, Musikinstrumente Museum sowie Museum Zinkenbacher Malerkolonie.

"Jede Gemeinde hat ihre eigene Geschichte, ihren eigenen Charakter, wie etwa St. Gilgen als Sommerfrische-Gemeinde. Das besondere an Regionalmuseen ist, dass sie dazu beitragen, die Geschichte ihrer Gemeinde zu erforschen und so die Identität einer Gemeinde prägen. Viele engagierte Menschen arbeiten das ganze Jahr über mit großem Einsatz, Professionalität und Wissen daran. An dieser Stelle möchte ich mich dafür bedanken, dass dieser Wissensschatz erhalten und weitergegeben wird. Das macht die Regionalmusseen zu hervorragenden Zentren der Wissensvermittlung in Salzburg", so Schellhorn.

Regionales Wissen

Im Bundesland Salzburg gibt es mehr als 100 regionale Museen und Sammlungen - davon tragen 14 das Museumsgütesiegel. Die qualitätsvolle Arbeit in den Salzburger Regionalmuseen drückt sich auch in der Verleihung des Österreichischen Museumsgütesiegels und von Landespreisen wie den Salzburger Museumsschlüssel aus. Die Unterstützung diverser gemeinsamer Aktivitäten durch das Land Salzburg wie etwa des Salzburger Museumswochenendes anlässlich des Internationalen Museumstages bestätigt diese erfreuliche Entwicklung.

"Ein wesentlicher Beitrag zur Qualitätssteigerung der Salzburger Regionalmuseen ist die kontinuierliche Unterstützung des Landes durch Beratung und finanzielle Förderung. Vor allem die Schwerpunktbildung wurde in den vergangenen Jahren besonders forciert, um jedem einzelnen Museum in der vielfältigen Museumslandschaft zu einem unverwechselbaren Charakter zu verhelfen", so Referatsleiterin Lucia Luidold.

Das Land Salzburg fördert die Regionalmuseen mit einem Jahresbudget von 306.900 Euro. Darüber hinaus können die Salzburger Regionalmuseen zwei einzigartige Serviceleistungen des Landes nutzen. „Zum einen kümmert sich eine Kunsthistorikerin gemeinsam mit vielen Helferinnen und Helfern vor Ort mit der Befüllung der Kulturgüterdatenbank um die flächendeckende Digitalisierung der Regionalmuseumsbestände, zum anderen steht ein Restaurator zu Sonderkonditionen für alle Anliegen im konservatorischen und restauratorischen Bereich mit Rat und Tat zur Verfügung", ergänzte Museumsreferentin Dagmar Bittricher.

Sanierte Sehenswürdigkeiten

Dem Bewahren von historischer Architektur widmet sich auch das Referat zur Erhaltung des kulturellen Erbes. "Mit dem Budget von derzeit 1.089.500 Euro können heuer 75 Projekte für historische Bauten, Kleinode und Flurdenkmäler im ganzen Land begonnen oder fertig gestellt werden", erläuterte Landesrat Schellhorn. Darunter fallen Erhaltungsarbeiten und die Restaurierung von Mühlen, Getreidekästen, Wehrmauern, Kapellen, Schlössern, Burgen, Kirchen und Altären. "Es ist die Realität, dass aufgegebene und in der Erhaltung vernachlässigte Bau-, Klein- und Flurdenkmäler, obwohl sie unser Landschafts-, Dorf- und Stadtbild prägen, unwiederbringlich verloren sind. Mit ihnen verschwindet auch das "Gedächtnis" einer regionalen Identität", betonte Christian Haller von der Abteilung Erhaltung des kulturellen Erbes, die Wichtigkeit der Sanierungsarbeiten.

Zwei besondere Sanierungsprojekte wurden am Nachmittag besichtigt: das Tonimanhäusl in Köstendorf. Ein ehemaliges Rauchhaus aus dem Jahr 1725, das von seinen Besitzern Anton und Melanie Hager, 2003 erworben und Schritt für Schritt mit viel Liebe und Wissen renoviert wurde. Rund 250.000 Euro kostete die Sanierung, das Land Salzburg förderte mit 14.000 Euro die Arbeiten an der Außenfassade.

In Obertrum wurde die frisch renovierte Pfarrkirche des Heiligen Jakobus der Ältere besichtigt. Die Gesamtsanierung wurde  im Mai 2016 fertiggestellt und kostete 1,7 Millionen Euro. Das Land Salzburg förderte die Arbeiten mit 215.000 Euro.

"Die Vielfalt der Kulturgüter in unserem Land beeindruckt stets aufs Neue. Dieser Tagesauflug zielte darauf ab, einen Einblick in unsere Geschichte und Kulturschätze zu bekommen. Die heutige Besichtigungsfahrt machte auch das große Engagement vieler Menschen sichtbar, das dazu beiträgt, das kulturelle Erbe für die nächsten Generationen zu erhalten", betonte Kulturlandesrat Schellhorn abschließend. 160629_32 (jus/kg)

 

Weitere Informationen: Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.