ULSZ Rif wird 30 und baut weiter aus

Berthold: Resümee über 30 erfolgreiche Jahre des Universitäts- und Landessportzentrums Rif

Salzburger Landeskorrespondenz, 07.07.2016
 

(LK)  Landesrätin Martina Berthold und der Direktor des Universitäts- und Landessportzentrums Salzburg/Rif, Wolfgang Becker, präsentierten heute, Donnerstag, 7. Juli, die 30-Jahre-Bilanz der einzigartigen Sportstätte und die künftigen Ausbaumaßnahmen.

Wurde das ULSZ Rif vor 30 Jahren als reine Ausbildungs- und Trainingsanlage geplant, so ist das Sportzentrum heute die am meisten frequentierte Veranstaltungsstätte im Bundesland Salzburg. Fast alles, was bei Veranstaltungen an professionellen infrastrukturellen Einrichtungen benötigt wird, wurde im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte immer wieder hinzu gebaut. Seit 1986 hat sich die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer um das 4,5-Fache erhöht. Trotz dieser ständig steigenden Zahlen haben sich die Betriebsaufwendungen seither lediglich etwas mehr als verdoppelt. Das ist eines der Ergebnisse einer umfassenden Wirtschaftsanalyse der vergangenen 30 Jahre, die im Auftrag des ULSZ Rif erstellt wurde.

Heute finden in Rif neben den täglichen Ausbildungs- und Trainingseinheiten mehr als 750 Veranstaltungen pro Jahr statt, von einer hochkarätigen internationalen Leichtathletikgala mit olympischen Medaillengewinnerinnen und -gewinnern angefangen bis hin zu den Fortbildungsveranstaltungen der Berg- oder Wasserrettung sowie der Kindergartenolympiade. Die größte jährliche Veranstaltung mit den meisten Teilnehmenden sind der Salzburger Businesslauf mit mehr als 3.000 Läuferinnen und Läufern sowie die Sommeraktion "Jugend zum Sport" für mehr als 6.000 Kinder und Jugendliche. Das ULSZ Rif ist offen für Junge und Ältere, für Breiten-, Hochleistungs- und Behindertensportlerinnen und -sportler.

Bei der heutigen Präsentation der Jubiläumsbilanz betonte Direktor Wolfgang Becker: "Die Erfolgsgeschichte des ULSZ-Rif ist nicht die Leistung einer Person, sondern des gesamten Teams. Ich bin stolz, ein solches Team über 30 Jahre zu leiten."

3,8 Millionen Euro von Bund und Land für den Ausbau

Erneuerung und Ausbau der Sportinfrastruktur ist ein Schwerpunkt des Masterplanes "Sport 2020", der die Salzburger Sportpolitik der nächsten Jahre vorgibt. Konsequenterweise startet nun der Ausbau der Ausbildungs- und Trainingsstätte in Rif.

"Wir blicken heute auf 30 erfolgreiche Jahre des immer beliebter werdenden Universitäts- und Landessportzentrums Rif zurück. Es ist wichtig, dass wir den Erfolgsweg unseres größten Salzburger Sportzentrums konsequent weitergehen. Neue Investitionen werden in den kommen Jahren dafür sorgen, dass die herausragende Position in der österreichischen Sportlandschaft weiter ausgebaut wird", unterstrich Sportlandesrätin Martina Berthold die überregionale Bedeutung des ULSZ Rif.

Neu gebaut werden das Tribünengebäude, der Hauptzugang sowie Büroräumlichkeiten. Ebenfalls neu errichtet wird ein Besprechungsraum mit rund 90 Sitzplätzen. Bei den Umbaumaßnahmen wird auf die barrierefreie Gestaltung geachtet. Insgesamt stellen Bund und Land 3,8 Millionen Euro zur Verfügung, der Landesanteil beträgt 1,8 Millionen Euro. Zusätzlich stehen bereits heuer 70.000 Euro der AUVA für Maßnahmen bei der Barrierefreiheit zur Verfügung. Der geladene Architektinnen- und Architektenwettbewerb startet noch im Sommer. Um die großen Sportwettbewerbe nicht zu behindern, ist ein Baubeginn Mitte 2017 eingeplant.

Große Erfolge der ULSZ-Sportlerinnen und Sportler im Jahr 2015

Das vergangene Sportjahr war äußerst erfolgreich für das ULSZ Rif. Die ULSZ-Sportlerinnen Eva Walkner und Alisa Buchinger konnten aufsehenerregende Erfolge verbuchen. Walkner wurde Weltmeisterin im Freeride, Buchinger Europameisterin in Karate und Zweite bei den European Games in Baku. 2015 war auch das Jahr der Skispringerinnen und -springer: Stefan Kraft gewann die Gesamtwertung der Vierschanzentournee, Zimmerkollege Michael Hayböck holte in Bischofshofen den Tagessieg und wurde Tournee-Zweiter. Bei der Nordischen WM in Fallun holten dann beide noch je eine Silbermedaille in der Mannschaft bzw. Kraft eine "Bronzene" im Einzelbewerb. Skispringerin Chiara Hölzl gewann bei der Junioren-WM 2015 in Almaty Bronze und bei der Junioren-WM 2016 in Rasnov Gold.

Berni Gruber, der langjährige Ausnahmeathlet der Rifer Heeressportlerinnen und -sportler, wurde erstmals Einzelweltmeister in der Nordischen Kombination. Auch die ULSZ-Behindertensportlerinnen und -sportler konnten 2015 hervorragende Ergebnisse erreichen: Thomas Frühwirth wurde Weltmeister beim Ironman 70.3 und errang WM-Bronze im Handbike. Matthias Lanzinger holte je zwei Mal WM-Silber und WM-Bronze bei der alpinen WM in Kanada.

Wirtschaftsanalyse 30 Jahre ULSZ

Wie haben sich in den 30 Jahren relevante Kennzahlen wie Nutzungs- und Personalzahlen, Gesamtbetriebsaufwendungen, Kosten pro Nutzerin bzw. Nutzer etc. entwickelt? Dieser Frage wurde in einer umfassenden Wirtschaftsanalyse der vergangenen 30 Jahre nachgegangen, mit der das ULSZ den studierten Wirtschaftswissenschafter Sebastian Haushofer beauftragt hat.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die sportliche Kooperation zwischen Bund und Land Salzburg hat sich bewährt. Die Nutzungsansprüche beider Partner werden zu 100 Prozent erfüllt, die Kosten aufgeteilt (45 Prozent Land Salzburg, 55 Prozent Bund).
  • Auch wenn der Standort zu Beginn kritisch gesehen wurde (zwölf Kilometer außerhalb der Stadt Salzburg), so hat er sich bewährt. Wichtige und notwendige gewordene Erweiterungen konnten immer umgesetzt werden. So entstand z.B. ein Campus (Schloss Rif und Studentenwohnheim) für die Universität.
  • Die Öffnung der Sportanlagen im Außenbereich hat zu einer Zunahme der Nutzungszahlen und einer Erhöhung der ökonomischen Auslastung geführt. Bei Baubeginn gab es noch eine Bürgerinitiative gegen das Sportzentrum. Heute stehen die umliegenden Anrainerinnen und Anrainer hinter ihrem Sportzentrum.
  • Das ULSZ Rif ist hervorragend ausgelastet. Im November 2015 konnte der zehnmillionste Besucher begrüßt werden. Wurde das Sportzentrum vor 30 Jahren noch für rund 90.000 Nutzerinnen und Nutzer pro Jahr geplant, so hat sich die Auslastung bis zu 460.000 erhöht - Tendenz weiter steigend. Umgelegt auf die Einwohnerzahl der Stadt Salzburg bedeutet dies, dass jeder/jede das ULSZ dreimal im Jahr besucht.
  • Trotz ständig steigender Nutzungs-Zahlen (Steigerung seit 1986 um das 4,5-Fache) haben sich die Betriebsaufwendungen innerhalb von 30 Jahren lediglich etwas mehr als verdoppelt. Die Flächenzunahme hat sich in diesen Jahren ebenso verdoppelt.
  • Ab 1987 (erstes volles Betriebsjahr) bleiben die Betriebsaufwendungen in einem Bereich, der der Steigerung des VPI (gemessen über 30 Jahre) entspricht. Jedoch ist der Anstieg der Betriebsaufwendungen durch stetige Erweiterungen des ULSZ und nicht auf Preissteigerungen zu begründen.
  • Die Kosten pro Nutzerin bzw. Nutzer sind seit 1986 von 8,15 auf heute 4,35 Euro gesunken. Verantwortlich dafür sind zum einen die ständig steigenden Auslastung und – betriebswirtschaftlich wichtig – die Konstanz bei den Fixkosten, die zirka 90 Prozent der Gesamtkosten betragen.
  • Der Personalstand war 1986 mit 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am höchsten, hervorgerufen durch die Führung des Seminarbetriebes Haus Rif. Durch die Schließung des Seminarbetriebes im Jahr 1992 ist der Personalstand auf 24 gesunken. Innerhalb der nächsten 24 Jahre erfolgte ein schrittweiser Aufbau zusätzlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 33, wobei durch die Einstellung vieler Teilzeitkräfte das Vollbeschäftigungsäquivalent bei 27,6 liegt. Das ist im Vergleich zu anderen Sportzentren in Österreich ein extrem niedriger Personalstand (Universitätssportzentrum Schmelz – Vollzeitäquivalent von 37, Bundessportzentrum Südstadt 55)
  • Bei den angeführten Vergleichen der Nutzenden pro Mitarbeiter/in bzw. der Flächen pro Mitarbeiter/in wurde festgestellt, dass die Personalstruktur und der damit zusammenhängende Personaleinsatz äußerst effizient aufgebaut und umgesetzt wurde. So konnten unter anderem die zu verwaltende Fläche pro Mitarbeiter/in sowohl bei den Indoor- als auch bei den Outdoor-Anlagen von 1986 bis 2015 verdoppelt werden und beträgt derzeit 500 m² pro Mitarbeiter/in. Dieses Ergebnis wurde vom Autor als Erfolgsgeheimnis, die Personalstruktur des ULSZ Rif betreffend, bezeichnet: Die Bewerkstelligung des Personalbedarfes erfolgt durch den verstärkten Einsatz von Landwirten im Nebenerwerb (alle haben eine abgeschlossene Berufsausbildung) in Teilzeitverhältnissen.
  • Durch die Errichtung eigener gut ausgestatteter Werkstätten können im ULSZ Rif viele Arbeiten in Eigenfertigung erledigt werden, was die Kosten für Fremdleistungen erheblich reduziert.
  • Die flexibel angepasste Personalstruktur und Aufgabenverteilung wirken sich äußerst positiv auf die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Dafür spricht ein geringer Durchschnitt an Krankenstandstagen (5 Tage / Mitarbeiter/in pro Jahr). Der veröffentlichte Mittelwert für Salzburg beträgt 13 Krankenstandstage pro Jahr pro Mitarbeiter/in (Quelle: GKK Salzburg).

Wieder neuer Nutzungsrekord 2015

Der Zustrom nach Rif ist ungebrochen. 461.240 Personen passierten 2015 die Drehkreuze des Sportzentrums. Das ist wieder ein neuer Nutzerrekord – und das im 30sten Betriebsjahr.

 

Ergebnisse Wirtschaftsjahr 2015

Im vergangenen Jahr konnte der Budgetansatz leicht unterschritten werden. Die straffe Budgetkontrolle während des Jahres hat zu diesem wirtschaftlichen Erfolg geführt, wobei dem Gebot der Sparsamkeit großes Augenmerk gewidmet wurde. Erfreulich ist, dass auch im Bereich der jährlichen "Sonderfinanzierung" der Budgetansatz sowohl bei den Großinstandsetzungen als auch bei den Investitionen unterschritten wurde. 160707_40 (sab)

 

Ansatz 2015 Ergebnis 2015 Ergebnis 2014
Ergebnis Betriebskosten 2.013.000,00 2.008.424,24 1.960.301,20
Investitionen 60.000,00 55.064,98 56.623,15
Großinstandsetzungen 95.000,00 91.337,81 114.772,86

 

Weitere Informationen: Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at.