Voller Einsatz für die Sicherheit von geflüchteten Frauen

Berthold: Viele Frauen und Mädchen flüchten zu uns / Salzburg setzt auf Prävention, Sensibilisierung und Aufklärung - im Krisenfall auf rasches Handeln

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.07.2016
 

(LK)  Angst ist eine ständige Begleiterin von Frauen auf der Flucht: Angst vor Gewalt, vor sexuellen Übergriffen oder die Angst um die Sicherheit der eigenen Kinder. Rund ein Viertel der 4.630 in Salzburger Asylquartieren untergebrachten Menschen ist weiblich. "Bei uns in Salzburg sollen sich geflüchtete Frauen sicher fühlen können. Dafür wurden zahlreiche Maßnahmen in den Bereichen Prävention, Sensibilisierung und Aufklärung umgesetzt. Im Krisenfall setzen wir auf rasches und zielgerichtetes Handeln", betonte Landesrätin Martina Berthold, zuständig für Asyl und Integration in Salzburg, heute, Montag, 18. Juli.

Präventive Maßnahmen gegen Gewalt

Salzburg setzt auf Prävention. Im Bundesland gibt es in Lend und Seeham Quartiere, in denen alleinstehende und alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern wohnen. Parallel dazu müssen alle Quartiere, in denen Familien und alleinstehende Personen gemeinsam wohnen, getrennte Sanitäreinrichtungen oder auch familiengerechte Einheiten verpflichtend vorweisen. Mehrsprachige Informationsblätter und Notrufnummern liegen in allen 186 Quartieren auf. Bewohnerinnen und Bewohner werden über Beratungseinrichtungen für Opferschutz und Gewaltprävention informiert.

Umfassende Sensibilisierung und Aufklärung

Prävention braucht Sensibilisierung und auch Aufklärung. Hierzu zählen umfassende Schulungen für Quartiers-Betreiberinnen und -Betreiber. Diese werden zu Rechtsfragen, dem Umgang mit Gewaltsituationen sowie zu Notfallmaßnahmen informiert und geschult. Umfassende Information gibt es auch für die Asylwerberinnen selber. Sie werden von der Caritas und der Diakonie über Frauen- und Kinderrechte aufgeklärt. In der extra gestalteten Broschüre "Ich entscheide für mich selbst" können sich Asylwerberinnen über ihre Rechte informieren. Darin finden sich auch die Kontaktadressen der Salzburger Beratungsstellen für Frauen. Viele davon bieten ihre Angebote auch mehrsprachig an.

Eine weitere Maßnahme setzt auf Bewusstseinsarbeit und Aufklärung für Asylwerber. So bietet die Beratungsstelle "Männerwelten" Gesprächsrunden für Männer zur Gewaltprävention an. Männer werden zu Role-Models ausgebildet, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen. Für jüngere Männer wird aktuell das Projekt "Heroes" aufgebaut. Der Verein Viele bietet zudem ein mehrsprachiges Beratungsangebot für Familien an.

Rasch Handeln im Krisenfall

In Salzburg stehen allen von Gewalt betroffenen Asylwerberinnen die drei Salzburger Frauenhäuser offen - in der Landeshauptstadt, Hallein und Saalfelden. Sollte es zu einem Übergriff kommen, so können die Täter aus dem Asylquartier verwiesen werden und es kann die Grundversorgung entzogen werden. In Abstimmung mit der Sozialbetreuung der Caritas oder der Diakonie werden im Akutfall rasch alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen des Opferschutzes ergriffen (Kontaktaufnahme mit dem Gewaltschutzzentrum oder der Opferschutzeinrichtung Weißer Ring, medizinische und therapeutische Hilfe). Wenn Kinder oder Jugendliche betroffen sind, werden diese Maßnahmen zusätzlich mit der Kinder- und Jugendhilfe abgestimmt. Weitere Landeskorrespondenzen zum Thema: Unterstützung für Frauen auf der Flucht, Ziele und Maßnahmen für den Salzburger Integrationsweg. 160718_14 (ram/kg)

Weitere Informationen: Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at.