Lauf des Weißbachs umgeleitet

Schwaiger: 7,6 Millionen für Hochwasserschutz in Weißbach bei Lofer / Flussbett-Aufweitungen, Hochwasserschutzdämme und Pumpwerke an der Saalach wurden gesetzt
Salzburger Landeskorrespondenz, 01. August 2016

(HP/Video)  Der Weißbach bei Lofer wurde kürzlich für den Hochwasserschutz umgeleitet. Nachdem das Hochwasser im Sommer 2013 die 430-Einwohner-Gemeinde Weißbach bei Lofer schwer getroffen hatte, investierten Bund, Land und die beiden Gemeinden Weißbach bei Lofer und Saalfelden nun insgesamt 7,6 Millionen Euro in einen verlässlichen Hochwasserschutz.

"Es war ein spannender Moment, als der Bagger die Schaufel hob, und sich der Weißbach erstmals den Weg in sein neues Gerinne bahnte. Der Schutz der Bevölkerung hat für mich oberste Priorität. Wir haben zuletzt im Jahr 2013 gesehen welche unglaublichen Auswirkungen das Hochwasser auf den Ort und die Region hat. Dutzende Häuser waren bedroht und der Pinzgau war tagelang von der Außenwelt abgeschnitten, weil die B311 überflutet war. Auf insgesamt 15 Kilometern Flusslänge wurden nun Flussbett-Aufweitungen und Hochwasserschutzdämme errichtet. Der Hochwasserschutz in Weißbach hat auch einen sehr großen Zusatznutzen. Durch die Verlegung des Weißbachs werden im Ort neue Flächen für die Ortsgestaltung und neue Radwege frei. Ohne die große Investition des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und der großen finanziellen Aufwendungen der Gemeinden Weißbach und Saalfelden wäre dieses wichtige Hochwasserschutzprojekt nicht möglich gewesen", so Landesrat Josef Schwaiger bei der feierlichen Umleitung.

Und Weißbachs Bürgermeister Josef Michael Hohenwarter ergänzte: "Beim Hochwasser 2013 stand die gesamte Gemeinde unter Wasser. Durch den Hochwasserschutz kann sich nun die Gemeinde endlich wieder weiterentwickeln. Dabei macht es Freude, dass hier alle Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sowie Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger an einem Strang ziehen. Hier helfen wirklich alle zusammen und die 7,6 Millionen Euro – der Anteil der Gemeinde liegt bei 15 Prozent – sind eine wesentliche Investition in die Zukunft."

Großes Schadenspotenzial bei Hochwasser

Der Gefahrenzonenplan für die Saalach in Weißbach zeigt auf, dass die Saalach bereits bei mit fünf-jährlichen Hochwässern über die Ufer tritt und 30-jährlichen Hochwässern großflächige Überflutungen von Siedlungsgebieten und Infrastruktureinrichtungen auftreten. Dramatischer zeigt sich das Szenario beim 100-jährlichen Hochwasserereignis in der Saalach. Dabei steht der gesamte Talboden unter Wasser. Die Wassertiefen reichen bis zu zwei Meter. Bei einem 100-jährlichen Hochwasser, das zuletzt im Juni 2013 auftrat, sind insgesamt zirka 83 Objekte, diverse Straßen und Infrastruktureinrichtungen durch Überflutung bzw. Zerstörung bedroht. Die B311 als einzige innerösterreichische Verkehrsverbindung Richtung Westen ist bereits ab einem zehn-jährlichen Hochwasser überflutet und nicht mehr befahrbar. So war beim Hochwasser vom Juni 2013 der Bezirk Pinzgau mehrere Tage am Straßenweg nicht erreichbar.

Fakten zum Projekt

Auf insgesamt 15 Kilometern Flusslänge wurden Schutzmaßnahmen in Form von Aufweitungen auf rund vier Kilometern Länge, Hochwasserschutzdämmen und Pumpwerken gesetzt. Zudem wird der Flusslauf des Weißbachs weg vom Ortskerns aufwändig verlegt.

Eine vor Baubeginn durchgeführte Kosten-Nutzen-Untersuchung bestätigt die hohe Effizienz der Maßnahmen dieses Hochwasserschutzprojektes. Die Bauarbeiten sollen im Dezember 2018 abgeschlossen sein. Bereits im Sommer dieses Jahres wird der Ort Weißbach gegen Hochwasser geschützt sein.

Die Investitionen des Projektes teilen sich das Ministerium für lebenswertes Österreich mit 5.800.000 Euro, die Gemeinden Weißbach und Saalfelden mit 1.000.000 Euro sowie das Land Salzburg mit 800.000 Euro. 160801_30 (jus/ram)

 

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: 0662/8042-2700, Mobil: 0664/3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.