Tobi Reiser Preis wird nicht mehr verliehen

Schellhorn: Kulturpolitische Verantwortung lässt es nicht mehr zu, Tobi Reiser mit Ehrungen und Auszeichnungen zu verbinden

Salzburger Landeskorrespondenz, 08.10.2016
 

(LK)  Zur Person Tobi Reiser hat das Land Salzburg ein Gutachten in Auftrag gegeben, das heute, Samstag, 7. Oktober, beim Symposium "So klingt Tobi Reiser" im Salzburg Museum präsentiert wird. Das Gutachten, das von Prof. Oliver Rathkolb von der Universität Wien erstellt wurde und vom Salzburger Heimatwerk sowie dem Verein Freunde des Salzburger Adventsingens mitgetragen wird, trägt viel dazu bei, Licht in die Vergangenheit der Biografie Tobi Reisers zu bringen.

"Viele Diskussionen der vergangenen Jahre um die Person Tobi Reiser stellten uns vor eine große Herausforderung: Einerseits seine belastende Biografie zu beachten und andererseits seine große musikalische Leistung zu würdigen. Es sind zwei Ebenen, die separat betrachtet gehören. Die Schlussfolgerungen, zu denen Prof. Oliver Rathkolb kommt, lassen es aus unserer kulturpolitischen Verantwortung nicht mehr zu, dass Tobi Reiser mit Ehrungen und Auszeichnungen verbunden wird", so Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn.

"Mit Tobi Reiser soll man auch seine Nähe zum Nationalsozialismus mitbedenken und erwähnen. Nur wenn wir sorgsam mit unserer Geschichte umgehen, gewinnen wir Erkenntnisse für die Gegenwart und treffen Vorsorge für die Zukunft. Dass der 'Tobi Reiser Preis' nicht mehr verliehen wird, ist ein wichtiger Ausdruck der Distanzierung, da ein solcher Preis mit Personenbezug die Würdigung und Vorbildwirkung einer Gesamtpersönlichkeit impliziert. Daraus folgt, dass wir zwar zur Person Tobi Reisers mit seiner Vergangenheit auf Distanz gehen, jedoch seine Leistungen für die Salzburger Volkskultur trotzdem würdigen", so Schellhorn, der Hans Köhl, Obmann des Salzburger Heimatwerks sowie Günther Auer, Obmann des Vereins der Freunde des Salzburger Adventsingens, seinen Dank aussprach, da sie sehr achtsam agiert und die Erstellung des Gutachtens von Beginn an mitgetragen haben. 161008_11 (ram/sm)

Weitere Informationen: Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.