Wieder Zuwachs in den Kinderbildungseinrichtungen

Berthold: Ausbau zeigt Wirkung / Erstmals mehr als 20.000 Kinder in den institutionellen Kinderbildungseinrichtungen

Salzburger Landeskorrespondenz, 15.12.2016
 

(LK)  Heute, Donnerstag, 15. Dezember, stellte Landesrätin Martina Berthold die aktuelle Statistik der institutionellen Kinderbildungseinrichtungen im Land Salzburg für das laufende Betreuungsjahr (1. September 2016 bis 31. August 2017) vor. Die Zahlen wurden durch die Salzburger Landesstatistik erhoben.

Im Jahr 2016 werden erstmals mehr als 20.000 Kinder in den 551 Einrichtungen betreut, exakt sind es 20.270 junge Salzburgerinnen und Salzburger. Das ist ein Zuwachs von 319 Kindern. Davon besuchen 1.996 Kinder Krabbelgruppen (+ 90), 13.702 Kinder Kindergärten (+ 20), 2.359 Kinder alterserweiterte Gruppen (+ 185), 978 Kinder Horte (+ 19), 158 Kinder alterserweiterte Kindergartengruppen (+ 18) und 1.077 Kinder Schulkindgruppen (- 13).

Bezogen auf die Altersgruppen sieht die Auswertung folgendermaßen aus: Betreut werden 3.149 unter Dreijährige (+ 167), 14.487 Drei- bis unter Sechsjährige (+ 97), 2.344 Kinder im Alter von sechs bis unter zehn Jahren (+ 51) und 290 Zehn- bis unter 15-Jährige (+ 4).

"Wir gehen in Salzburg den eingeschlagenen Weg beim Ausbau von Betreuungsplätzen auch heuer konsequent weiter. Die Eltern werden daher bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer stärker unterstützt - freilich gibt es noch viel zu tun. Ein Herzensanliegen ist mir zudem die weitere Verbesserung der pädagogischen Qualität, denn von gut qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern profitieren in erster Linie die Kinder. Daher werden in den kommenden beiden Jahren zusätzlich knapp eine Viertelmillion Euro für die Weiterbildungsangebote zur Verfügung gestellt", betonte Landesrätin Berthold, zuständig für Kinderbildung im Bundesland Salzburg.

Weitere Einrichtungen ermöglichen Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Der Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF) erfasst, wie viele Plätze in der Kinderbetreuung mit einer Vollzeitbeschäftigung der Eltern vereinbar sind. Der Indikator beschreibt institutionelle Elementarbildungseinrichtungen, die qualifiziertes Personal einsetzen und das mindestens 47 Wochen im Kindergartenjahr, mindestens 45 Stunden wöchentlich und von Montag bis Freitag geöffnet haben, an vier Tagen wöchentlich mindestens neuneinhalb Stunden Betreuung anbieten und ein Mittagessen anbieten.

Die Zahl der VIF-konformen Kinderbildungseinrichtungen ist im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 30 Prozent gestiegen. Werden die Einrichtungen, die ausschließlich Schulkindgruppen betreuen, herausgerechnet, beträgt der Wert sogar 32,6 Prozent (+ 0,9 Prozentpunkte). 34,4 Prozent Krabbelgruppen (- 2,4 Prozentpunkte), 26,8 Prozent Kindergärten (+ 4,9 Prozentpunkte) und 42,0 Prozent (- 4,8 Prozentpunkte) alterserweiterte Gruppen sind VIF-konform.

Weiterbildungsoffensive startet 2017

Die Qualifizierung der Pädagoginnen und Pädagogen prägt ganz entscheidend die Arbeit mit den Kindern. Die neue Salzburger "Weiterbildungsoffensive Elementarpädagogik" setzt genau hier an. Insgesamt 240.000 Euro zusätzlich fließen in den kommenden beiden Jahren in Schulungs- und Beratungsangebote für Mitarbeitende von Kinderbildungseinrichtungen. 

Seit heurigem Betreuungsjahr wird mit der "Schriftlichen Bildungs- und Arbeitsdokumentation" (BADOK) bereits eine neue Maßnahme zur Verbesserung der pädagogischen Betreuung umgesetzt. Die BADOK wurde in zehn pädagogischen Teams in den letzten beiden Jahren aus der Praxis heraus entwickelt. Mithilfe der BADOK dokumentieren die Pädagoginnen und Pädagogen die Interessen und Stärken der Kinder und können die Mädchen und Buben somit bestmöglich begleiten. Auch der Austausch zwischen Eltern sowie den Pädagoginnen und Pädagogen wird damit wesentlich verbessert, wie erste Erfahrungen zeigen. Die Einschulung von weiteren 40 Teams startete bereits.

Erstmals bereits vor Weihnachten

"Die Erfassung der Daten der Kinderbetreuungseinrichtungen wurde nochmals optimiert und somit können bereits vor Weihnachten erste Ergebnisse präsentiert werden. Dies ist zu einem Großteil auch den vielen Leiterinnen und Leitern der Einrichtungen zu verdanken, welche die Daten schnell, zuverlässig und mit hoher Qualität übermittelt haben", ergänzte Gernot Filipp, der Leiter der Landesstatistik.

Weitere wichtige statistische Kennzahlen zur Kinderbetreuung 2017

Folgende weitere Kennzahlen zur Kinderbetreuung im Bundesland Salzburg wurden von der Salzburger Landesstatistik erhoben:

Der Betreuungsschlüssel, d.h. das Verhältnis zwischen der Zahl der zu betreuenden Kinder und der Zahl der Betreuungskräfte hat sich leicht verbessert und beträgt nun 7,6 Kinder (- 0,1) pro qualifizierter Betreuungsperson. Unter Berücksichtigung aller Personen, die in der Betreuung der Kinder tätig sind, liegt der Wert bei 6,5 Kindern, gegenüber 6,6 im letzten Betreuungsjahr.

Durchschnittlich besuchen - wie im vergangenen Jahr - 37 Kinder eine Betreuungseinrichtung. Insgesamt gibt es 1.186 (+ 20) Gruppen in allen Betreuungseinrichtungen. Die durchschnittliche Gruppengröße liegt unverändert bei 17 Kindern.

Der Anteil der ganztägig (mindestens 31 Stunden pro Woche) geöffneten Einrichtungen hat von 78,6 Prozent im letzten Jahr auf 79,5 Prozent im heurigen Jahr zugenommen. Durchschnittlich haben die institutionellen Betreuungseinrichtungen 46,7 Wochen (+ 0,2) geöffnet. 42 Einrichtungen (unverändert) haben das gesamte Jahr geöffnet, 23 Einrichtungen (-1) stellen ihre Dienste nur zwischen 38 und 40 Wochen zur Verfügung.

Hatten im Betreuungsjahr 2015/2016 10,8 Prozent aller Kinder einen alleinerziehenden Elternteil, so sind es im aktuellen Betreuungsjahr 10,1 Prozent (- 0,7 Prozentpunkte). 8,2 Prozent  (- 0,7 Prozentpunkte) aller Kinder haben einen alleinerziehenden und berufstätigen Elternteil.

Der Anteil der Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf liegt unverändert bei 3,4 Prozent. 161215_30 (rb/jus)

Weitere Informationen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735.

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