Den Tieren zuliebe auf Feuerwerk verzichten

Feuerwerke stellen ein gravierendes Problem für Haus- und Wildtiere dar / Silvesterfeuerwerk ist purer Stress für Tiere

Salzburger Landeskorrespondenz, 23.12.2016
 

(LK)  Während Böller und Raketen uns Menschen zur Unterhaltung in der Silvesternacht dienen, geht für die Tiere schlichtweg die Welt unter: Wildtiere, Katzen und Hunde nehmen den ohrenbetäubenden Lärm, die hellen Blitze und die unbekannten Gerüche mitunter als lebensbedrohliche Situation wahr. Feuerwerke versetzen die Tiere nicht nur in Todesangst und Panik, sondern können schnell zur tödlichen Gefahr werden. "Wer ein Herz für Tiere hat, feiert deshalb das Jahresende möglichst ohne Raketen und Knallkörper", so Landeshauptmann-Stellvertreterin und Tierschutzreferentin Astrid Rössler heute, Freitag, 23. Dezember.

Für viele unserer tierischen Mitbewohner ist der Silvesterabend ein Albtraum. Laute Böller, zischende Raketen und helle Blitze versetzen viele Hunde und Katzen in Angst und Panik. Von derartigen traumatischen Erlebnissen können die Tiere erhebliche psychische Folgeschäden in Form von Angststörungen davontragen. Neben dem für die Tiere ohrenbetäubenden Lärm kann selbst der Geruch von gezündeten Feuerwerkskörpern einen Fluchtinstinkt auslösen.

Katzen sollten Silvesternacht nicht im Freien verbringen

Katzen sollten daher nur kurz aus dem Haus gelassen werden und auf keinen Fall die Silvesternacht im Freien verbringen. Durch die Blitze und die Knallerei können Hauskatzen zu panikartiger Flucht veranlasst werden und in weiterer Folge die Orientierung verlieren. Es besteht die Gefahr, dass die Katzen dann nicht mehr nach Hause zurückfinden.

Hunde möglichst nicht alleine lassen

Hunde sollten möglichst ihren gewohnten Tagesablauf beibehalten können und wenn möglich nicht allein gelassen werden. Besonders wichtig ist es, dass man als Besitzerin oder Besitzer Ruhe bewahrt, da sich Hunde sehr stark an dem Befinden ihrer Halterin beziehungsweise ihres Halters orientieren. Der Abendspaziergang sollte möglichst bei Tageslicht gemacht und gefährdete Hunde auf keinen Fall von der Leine gelassen werden. In der Wohnung ist es ratsam, das Radio oder den Fernseher laufen zu lassen und die Tiere zu beschäftigen. Suchspiele mit den Lieblingsleckereien des Vierbeiners können Erleichterung und Ablenkung bringen. Sollte das Tier besonders empfindlich sein, so können auch Beruhigungstropfen oder Beruhigungsmittel verabreicht werden. Eine vorherige Beratung durch den Tierarzt ist in diesem Fall dringend zu empfehlen.

Auf Feuerwerke auf Almen und Hütten verzichten

Fernab vom Trubel des Alltags auf Hütten zu feiern boomt. Egal, ob auf einer Almhütte oder einer bewirtschafteten Hütte der alpinen Vereine, man genießt die Ruhe im kleinen, gemütlichen Kreis. Viele Menschen meinen, ihrer Lebensfreude durch das Abschießen von Feuerwerken besonderen Ausdruck verleihen zu müssen.

"Das stellt für unsere heimischen Wildtiere ein gravierendes Problem dar. Diese leben im Winter am absoluten Limit, reduzieren sie doch ihren Energiehaushalt auf ein Minimum, um besser überleben zu können. Wenn sie dann mitten in der Nacht durch undefinierbare Lichteffekte und ohrenbetäubendem Krach von ihren angestammten Futterstellen oder aus den sicher scheinenden Einständen vertrieben werden, kehren sie oft wochenlang nicht mehr zu diesen zurück", erklärte Landesrat Josef Schwaiger.

Mangels anderer Nahrungsquellen ernähren sie sich dann von der Rinde der Bäume, was mit dementsprechenden Schäden am Wald einhergeht. Noch schlimmer ergeht es dem aus den abgewehten Hochlagen vertriebenen Gamswild, für das eine einzige lautstarke Feierstunde den sicheren Tod bedeuten kann.

Mittlerweile gehen immer mehr Hüttenpächter mit gutem Vorbild voran und verzichten freiwillig auf das Abschießen von Feuerwerken, so etwa im Pongau die Betreiber der Kleinarler- und der Ostpreußenhütte. Wie die Rückmeldungen zeigen, wird dieser freiwillige Verzicht von den Gästen gerade in unserer lauten Zeit dankbar angenommen.

"Wer in den Bergen oder auf einer Hütte Ruhe sucht, sollte diese genießen und nicht selber mutwillig stören. So leistet man auch einen aktiven Beitrag zum Tierschutz", betonte Hubert Stock, Leiter von "respektieredeinegrenzen" und gibt einen Überblick, wie man auf Wild und Wald Rücksicht nehmen kann:

  • Bei diversen Feiern auf Hütten auf keinen Fall Feuerwerke abschießen;

  • Schilder, Markierungen und "Ruhezonen" beachten;

  • Fütterungen und freien Äsungsflächen des Wilds großräumig ausweichen;

  • Während der Dämmerungs- und Nachtzeit nicht mehr im Wald oder auf dem Berg aufhalten;

  • Wiederaufforstungsflächen meiden, die Skikanten zerstören die jungen Bäumchen.

Weitere Informationen können auf der Website von www.respektieredeinegrenzen.at abgerufen werden. 161223_10 (ram/sm)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at und Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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