Stärkere Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern

Berthold/Schwaiger: Neue Maßnahmenpakete in fünf Bereichen sollen die Frauen im Landesdienst weiter stärken

Salzburger Landeskorrespondenz, 20.12.2016
 

(LK)  Der aktuelle Bericht zum Frauenförderplan liegt vor und informiert über Entwicklung der Frauen- und Gleichstellungspolitik in der Salzburger Landesverwaltung (ohne SALK). Zeitgleich wird auch die Analyse der Einkommenssituation der Geschlechter in der Landesverwaltung, in den Salzburger Krankenanstalten und Landesschulen veröffentlicht.

"Wir brauchen noch mehr Geschlechtergerechtigkeit. Dafür müssen wir verstärkt mehrfach ansetzen. Maßnahmenpakete in den fünf Bereichen Karenzmanagement und Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Führungspositionen und Kommissionen, Geschlechtergerechtigkeit in der Fort- und Weiterbildung  sowie im Themenbereich  Gleichstellung als Führungsaufgabe sollen dies verstärkt bewerkstelligen", betonte Landesrätin Martina Berthold heute, Dienstag, 20. Dezember, die Notwendigkeit von expliziten Frauenfördermaßnahmen und Gleichstellungsprogrammen.

Maßnahmen beginnen zu greifen

Sowohl der aktuelle Bericht zum Frauenförderplan als auch die Analyse der Einkommenssituation von Männern und Frauen in der Hoheitsverwaltung zeigen deutlich, dass die veranlassten Maßnahmen bereits zu greifen begonnen haben. "Mir ist wichtig, dass es Chancengleichheit zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in meinem Zuständigkeitsbereich gibt und dass dafür die bestmögliche Unterstützung angeboten wird. Rund 1.000 Teilzeitmodelle, das Angebot der Telearbeit und diverse gesetzliche Bestimmungen sollen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Landesdienst insbesondere bei Übernahme von Führungstätigkeit entsprechend ermöglichen. Karenzierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen derzeit auf elektronischem Weg sehr breit aufgestellte Informationsmöglichkeiten zur Verfügung", betonte Landesrat Josef Schwaiger.

Mit Beschluss des Salzburger Landtags vom 30. Oktober 2013 wurde die Landesregierung beauftragt, im Bereich der Landesverwaltung Einkommensberichte einzuführen. Auch im Arbeitsübereinkommen für die 15. Legislaturperiode wurde als ein Umsetzungsziel anlässlich einer aktiven Frauen- und Gleichbehandlungspolitik der Ausgleich von Einkommensunterschieden angeführt.

In die Analyse der Einkommensunterschiede für das Jahr 2015 sind die Daten von 14.302 Bediensteten eingegangen. 2.920 sind in der Landesverwaltung tätig, 6.116 in den Salzburger Landeskliniken (SALK) und 5.266 als Landeslehrerinnen bzw. -lehrer. 

Betrachtet man das Jahresbruttomedianeinkommen (JBE) dieser Bediensteten hochgerechnet auf ganzjährige Vollzeitbeschäftigung, so ergibt sich für die Männer ein Wert von 51.299 Euro, für die Frauen jedoch nur 45.092 Euro, das bedeutet, dass deren JBE um 12,1 Prozent geringer ist. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist die Differenz bei besser bezahlten Berufsgruppen stärker ausgeprägt als bei geringer entlohnten Berufsgruppen.

Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sind zum Teil auch auf eine unterschiedliche Verteilung der Merkmale  Beschäftigungsausmaß,  Alter und Berufsgruppe zurückzuführen. Welchen Anteil diese Faktoren zur Aufklärung der Einkommensdifferenz beitragen, kann mit statistischen Methoden ermittelt werden und wurde in diesem umfassenden Bericht mit vielen Detailinformationen ebenfalls ausgewiesen. So reduziert sich der Einkommensunterschied, wenn diese Faktoren berücksichtigt werden, im Bereich der Hoheitsverwaltung zwischen Männern und Frauen um etwa ein Drittel, in den Salzburger Landeskliniken sinkt der Unterschied von 16,3 auf 5,2 Prozent und bei den Lehrerinnen und Lehrern kann der Einkommensunterschied von 9,9 Prozentpunkten fast vollständig durch die unterschiedliche Verteilung dieser Merkmale bei Männern und Frauen erklärt werden. In der Folge sind die Ergebnisse für die einzelnen Berufsgruppen im Detail angeführt.

Mehr Frauen als Männer

Das Land Salzburg ist ein wichtiger Arbeitgeber für Frauen. Mit mehr als 51 Prozent stellen sie die Mehrheit der Mitarbeitenden (1.422 Mitarbeiterinnen ohne SALK, Stand November 2015). Prinzipiell variiert der Frauenanteil in den unterschiedlichen Dienststellen stark. Während die Abteilungen 3 (Soziales) und 2 (Kultur, Bildung und Gesellschaft) einen Frauenanteil von jeweils 75 bzw. 72 Prozent aufweisen, hat die Abteilung 6 (Infrastruktur und Verkehr inkl. Straßenbaumeisterei), in der nach wie vor überwiegend männerdominierte Berufsgruppen zu finden sind, nur einen Anteil von 14 Prozent.

Bei den Bediensteten der Landesverwaltung (Bedienstete des Landes Salzburg ohne SALK und ohne Landeslehrerinnen und -lehrer) liegt das Jahresbruttoeinkommen der Frauen um 10,6 Prozent unter dem der Männer (Frauen: 43.534 Euro, Männer 48.707 Euro). Während 53,2 Prozent der Frauen teilzeitbeschäftigt sind, sind es bei den Männern nur 9,8 Prozent. Bei ausschließlicher Betrachtung ganzjährig Vollzeitbeschäftigter reduziert sich die Einkommensdifferenz auf 4,8 Prozent.

Berücksichtigt man zudem die unterschiedliche Altersverteilung der weiblichen und männlichen Bediensteten, beträgt die Einkommensdifferenz 6,8 Prozent. Im Vergleich der Jahre 2015 und 2010 hat sich die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern in der Landesverwaltung von ehemals 12,7 Prozent um 2,1 Prozentpunkte (PP) auf 10,6 Prozent reduziert. Die Differenz bei den ganzjährig Vollzeitbeschäftigten ist um mehr als die Hälfte auf 4,8 Prozent gesunken. Es hat sich in den fünf Jahren auch der alters- und berufsgruppenstandardisierte Wert um 1,1 Prozentpunkte verbessert.

Weiterhin großer Handlungsbedarf

"Großer Handlungsbedarf besteht leider nach wie vor bei der Besetzung von Führungspositionen. Das Land Salzburg unterscheidet sich hier dabei zwar wenig von anderen Verwaltungen, doch wir haben ambitioniertere Ziele. Mit aktuell knapp 31 Prozent Frauen in den rund 150 Führungspositionen des Landes geben wir uns nicht zufrieden. Die Maßnahmen der letzten Jahre greifen zu wenig, der Anteil der Frauen in Führungspositionen stagniert. Wir brauchen deutlich stärkere gleichstellungsfördernde Impulse", betont Landesrätin Martina Berthold. Besonderer Aufholbedarf besteht derzeit vor allem auf der ersten Führungsebene, bei Abteilungsleitungen und Bezirkshauptleuten, hier ist der Anteil der Frauen leider gesunken.

Jüngere Landesbedienstete verdienen nur geringfügig weniger

Unter Berücksichtigung des Alters der Beschäftigten in der Landesverwaltung wird ersichtlich, dass Frauen bis zu einem Alter von 49 Jahren nur geringfügig weniger verdienen als Männer. Ab einem Alter von 50 Jahren steigt der Gehaltsunterschied jedoch markant an und erreicht seine stärkste Ausprägung mit 36,4 Prozent im Altersbereich der 60-Jährigen und Älteren. Besonders in dieser Altersgruppe liegt der Männeranteil deutlich über jenem der Frauen, was zum Teil auch durch das höhere Pensionierungsalter der Männer zu erklären ist. Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der Frauen in der Landesverwaltung liegt bei 60,7, jenes der Männer bei 62,7 Jahren.

Salzburger Landeskliniken

In den Salzburger Landeskliniken verdienen die Frauen um 16,3 Prozent weniger als die Männer (Frauen: 42.236 Euro, Männer 50.445 Euro). Der Teilzeitbeschäftigungsgrad der Frauen beträgt 51,1 Prozent, jener der Männer 16 Prozent. Bezieht man in die Betrachtung nur ganzjährig Vollzeitbeschäftigte ein, steigt die Einkommensdifferenz auf 18,4 Prozent. Legt man den Fokus auf die alters- und berufsgruppenstandardisierten Werte ganzjährig Vollzeitbeschäftigter, reduziert sich die Differenz in großem Ausmaß und beträgt 5,2 Prozent. In den SALK ist der Nachteil der Frauen beim Jahresbruttomedianeinkommen zwischen 2010 und 2015 um 0,2 Prozentpunkte auf 16,3 Prozent angestiegen. Bei den ganzjährig Vollzeitbeschäftigten ist er hingegen um 0,3 Prozentpunkte auf 18,4 Prozent und unter Anwendung der Alters- und Berufsgruppenstandardisierung um 1,4 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent gesunken.

Landeslehrerinnen und -lehrer

Bei den Landeslehrerinnen und -lehrern liegt das Jahresbruttomedianeinkommen der Frauen um 9,9 Prozent unter dem der Männer (Frauen: 49.396 Euro, Männer: 54.798 Euro). 46,9 Prozent der Lehrerinnen und 20,1 Prozent der Lehrer arbeiten in Teilzeit. Bezieht man in die Auswertung ausschließlich ganzjährig Vollzeitbeschäftigte ein, sinkt die Einkommensdifferenz auf 5,4 Prozent. Wird zusätzlich auch noch alters- und berufsgruppenstandardisiert, verringert sich der Unterschied weiter und beträgt dann 1,2 Prozent, womit Frauen und Männer fast gleich viel verdienen.  Der Einkommensnachteil der Landeslehrerinnen gegenüber ihren Kollegen hat sich im Vergleich der Jahre 2010 und 2015 um 1,1 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent verbessert. Bei den ganzjährig Vollzeitbeschäftigten hat sich der Wert hingegen um 0,2 PP auf 5,4 Prozent verschlechtert und auch bei der Betrachtung alters- und berufsgruppenstandardisierter Werte ist der Unterschied um 0,4 Prozentpunkte auf 1,2 Prozent angewachsen.

Frauenfördermaßnahmen als Selbstverpflichtung

Das Land Salzburg hat sich zu einem umfangreichen Paket an Frauenfördermaßnahmen verpflichtet. Leitungspositionen sollen auf ihre "Teilzeitfähigkeit" überprüft werden und Mitarbeiterinnen gezielt zur Bewerbung auf Führungspositionen motiviert werden. Darüber hinaus sollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden. Dazu wurde das Angebot des Landeskindergartens ausgebaut. Gleichzeitig werden die Prozesse zum Ausstieg und Wiedereinstieg bei Karenz standardisiert und an der höheren Akzeptanz von Väterkarenzen gearbeitet. Positiv hervorzuheben ist darüber hinaus, dass die gesetzliche Verpflichtung zur geschlechterparitätischen Besetzung von Kommissionen des Landes greift. Umgesetzt wurden in der Landesverwaltung auch die Verwendung einer geschlechtergerechte Sprache bei Publikationen und der Homepage sowie eine diskriminierungsfreie Gestaltung von Anforderungsprofilen.

Bezirkshauptmannschaften: Viele Mitarbeiterinnen, aber nur eine Chefin

Gut repräsentiert sind Frauen als Mitarbeiterinnen in allen Salzburger Bezirkshauptmannschaften. Die BH Salzburg Umgebung hat einen Frauenanteil von 71 Prozent. Erfreulich ist auch die Quote bei den Führungspositionen in den Bezirkshauptmannschaften des Landes. Diese sind mit insgesamt knapp 56 bereits mehrheitlich mit Frauen besetzt. Auch bei den Gruppenleitungen liegt die BH Salzburg Umgebung an der Spitze mit erfreulichen 57 Prozent. Ähnlich der Anteil in den anderen Bezirkshauptmannschaften. Massiver Aufholbedarf besteht jedoch auch hier auf der Top-Führungsebene. Nur einer der fünf Bezirke des Landes wird von einer Frau geleitet.

Viele Frauen bilden sich weiter, sind in Management-Fortbildungen jedoch unterrepräsentiert

Mit einem Anteil von 56 Prozent der Teilnehmenden zeigen Frauen ihr Interesse und ihre Bereitschaft an beruflicher Weiterbildung. Stark vertreten sind sie bei Fortbildungen EDV (57 Prozent), Diversity & Gender (62 Prozent) sowie im Bereich Gesundheitsförderung (67 Prozent), Pädagogik (96 Prozent), Psychologie (97 Prozent) sowie im Bereich von Kommunikation und Management (88 Prozent). Unterrepräsentiert sind Frauen jedoch bei Fortbildungen im Bereich Führung und Management (39 Prozent), die auch mit Auslandsaufenthalten verbunden sind. Daher wurde mit heurigem Jahr für die Management- und Führungskräfte-Lehrgänge eine 50 Prozent-Teilnahmequote von Frauen fixiert. Diese Maßnahme greift bereits: In den aktuellen -Lehrgängen sind die Hälfte der Teilnehmenden weiblich. Weitere Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Fortbildung und Familie stehen noch an. 

Positiv: Frauenanteil in Aufsichtsräten und Beiräten erhöht 

Die Landesregierung hat sich um Ziel gesetzt, in Aufsichtsräten, Beiräten sowie Fonds, an denen das Land Salzburg beteiligt ist, einen 35-prozentigen Frauenanteil zu erreichen. Im Bereich der Aufsichtsräte der Fonds ist das Ziel mit derzeit 34 bzw. 32 Prozent beinahe erreicht. Bei den Beiräten besteht noch großer Nachholbedarf. 25 Prozent sind eindeutig zu wenig.

Teilzeit ist weiblich und hat Kinder

Das Land Salzburg nimmt seine Verantwortung für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ernst und bietet eine Vielzahl von Teilzeitmodellen an. Rund 30 Prozent aller Landesbediensteten nehmen diese Möglichkeit an. Hier bildet sich jedoch die noch immer die gesellschaftliche Rollenverteilung ab: Der überwiegende Teil der Teilzeitbeschäftigten ist weiblich (87 Prozent) und hat Kinder (86 Prozent). Negative Begleiterscheinungen des Teilzeittrends sind der Frauenmangel in Führungspositionen und niedrige Pensionen. Das Land Salzburg motoviert auch Männer, Teilzeit in Anspruch zu nehmen und zeigt Karrieremöglichkeiten auch für Teilzeitbeschäftigte auf.  Selbstverständlich werden die Bediensteten nach der Phase der Betreuungspflichten motiviert, ihre Arbeitszeit wieder aufzustocken.

Equal Pay im Landesdienst

Im Land gibt es ein Gehaltsschema für alle. Trotzdem verdienen Frauen um 12,1 Prozent weniger als Männer. Die Gründe dafür sind vielfach: So sind Top-Jobs und damit Top-Gehälter noch immer überwiegend männlich. Im Landesdienst liegt der Frauenanteil in Führungspositionen bei 35 Prozent von 35 Positionen. Ein weiterer Grund für die Gehaltschere ist die Teilzeitarbeit. Während 90 Prozent der Männer Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen nur knapp 47 Prozent.

Richterinnen und Richter vorbildlich

Wesentliches Qualitätsmerkmal des Einkommensberichtes ist die Alters- und Berufsgruppenstandardisierung. Tatsächlich ist ein gewisser Teil der Einkommensunterschiede auf die unterschiedliche Alters- und Berufsgruppenstruktur bei Männern und Frauen zurückzuführen.

Um festzustellen, ob in den ausgewählten Berufsgruppen der Altersunterschied zwischen Frauen und Männern eine Rolle bei der Einkommensdifferenz spielt, wird zusätzlich das Durchschnittsalter berechnet. Dabei lässt sich kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Altersdifferenz und Einkommensdifferenz feststellen. So sind etwa die Frauen im Bereich der Behindertenbetreuung um 8,6 Jahre älter als die Kollegen, bei der Assistenz gibt es dagegen praktisch keinen Unterschied. Als Hilfspersonal verdienen Frauen trotz eines um 2,1 Jahre höheren Durchschnittsalters um 27 Prozent weniger, wobei sie allerdings auch eine um 6,3 Jahre geringere Unternehmenszugehörigkeit und um 2,3 Jahre geringere angerechnete Dienstzeiten aufweisen.

Im Einkommensbericht wurde in einem nächsten Schritt untersucht, ob der Frauenanteil einer Berufsgruppe in Zusammenhang mit der Höhe der Jahresbruttoeinkommensdifferenz (kurz JBE) bezogen auf beide Geschlechter steht. Die höchsten Gehälter werden in den Berufsgruppen Mittleres Management (Frauenanteil 29,4 Prozent), Richterinnen und Richter, (Frauenanteil 51,6 Prozent), Expertinnen und Experten (Frauenanteil 40,7 Prozent) und Ärztinnen und Ärzten in der Verwaltung (Frauenanteil 64,1 Prozent) bezahlt. Die am geringsten entlohnten Berufsgruppen sind Behindertenbetreuung (Frauenanteil 47,4 Prozent), Hilfspersonal (28,3 Prozent), Assistenz (Frauenanteil  79,2 Prozent) und Facharbeiterinnen und -arbeiter (Frauenanteil 13,7 Prozent). Fazit der Studie: Es gibt also in den Berufsgruppen keinen eindeutig erkennbaren Zusammenhang zwischen dem Frauenanteil und der Höhe des JBE.

Fünf Maßnahmen-Pakete zur Gleichstellung von Frauen und Männern

1. Besseres Karenzmanagement und Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Das Land arbeitet an der Einführung eines Karenzmanagement-Tools. Damit soll im Landesdienst ein standardisiertes bzw. einheitliches Verständnis geschaffen werden, wie bei Karenz und beim Wiedereinstieg vorzugehen ist. Landesbedienstete und Führungskräfte sollen damit  berufliche Auszeiten und den Wiedereinstieg besser planen können. Zudem soll Väter-Karenz und Teilzeit von Männern zur Betreuung von Kindern und Angehörigen forciert und familiengerechte verstärken werden.

2. Mehr Frauen in Führungspositionen und Kommissionen
Beratung und Mentoring für Frauen in Führungspositionen bzw. Nachwuchsführungskräfte wird ausgebaut. Gleichzeitig werden neue Arbeitsmodelle (Job-Sharing) angeboten. Darüber hinaus werden Führungskräfte angehalten, Frauen verstärkt als Stellvertreterinnen einzusetzen und mit der Leitung von Projekten, Besprechungen, Veranstaltungen und anderen anspruchsvollen Tätigkeiten zu betrauen.

3. Weitere Anhebung der Frauenquote
In den Novellierungen des Objektivierungsgesetzes und des Salzburger Gleichbehandlungsgesetzes soll die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und Männern in allen Kommissionen, Beiräten, Ausschüssen, Kollegialorganen und personal- und organisationsrelevanten Arbeitsgruppen sichergestellt werden. Gleichzeitig wird die Frauenquote von 45 auf 50 Prozent angehoben.

4. Höhere Geschlechtergerechtigkeit in der Fort- und Weiterbildung
In der Neuausrichtung der Personalentwicklung des Landes wird der Frauenförderung und der Gleichstellung besonderes Augenmerk gegeben. In den aktuellen Führungs- und Management-Lehrgängen ist bereits die 50-Prozent-Teilnehmerinnen-Quote fixiert. Nun soll auch bei den universitären Ausbildungen der Salzburger Verwaltungsakademie der Schwerpunkt auf die Frauenförderung gelegt werden und auch Mitarbeiterinnen mit Kinderbetreuungspflichten die Teilnahme ermöglicht werden.

5. Frauenförderung und Gleichstellung als Führungsaufgabe
Mit der Novelle des Objektivierungsgesetzes wird die Position der Gleichbehandlungsbeauftragten des Landes in den Auswahlverfahren gestärkt. Damit werden Ausschreibungen und Anforderungsprofile intensiver auf ihre Diskriminierungsfreiheit hin überprüft und gleichzeitig wird das Wissen um Frauenförderung und Gleichstellung bei der Führungskräfteauswahl verstärkt abgefragt. Zudem wird der Frauenförderplan des Landes, der von allen Führungskräften umgesetzt werden muss, überarbeitet und aktualisiert.

Der Bericht kann von der Seite www.salzburg.gv.at/frauen heruntergeladen werden. 161220_60 (rb)

 

Weitere Informationen: Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at; Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

 

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