Krankenhaus Hallein wird zur Landesklinik Hallein

Stöckl: SALK-Familie bekommt mit 1. Jänner 2017 wieder neuen Zuwachs

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.12.2016
 

(HP) Die Vernetzung und das Zusammenspiel der Krankenhäuser werden immer wichtiger. Mit 1. Jänner 2017 bekommt die SALK-Familie wieder neuen Zuwachs: das Krankenhaus Hallein wird zur Landesklinik Hallein.

Spitals- und Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl betonte dazu heute, Dienstag, 27. Dezember: "Die krankenhausrechtlichen Vorgaben durch den Bund, die Anforderungen aus dem Gesundheitsqualitätsgesetz, die Vorgaben des Österreichischen Strukturplans Gesundheit oder die Herausforderungen durch die neue Ärzteausbildung machen es für kleinere Krankenhäuser immer schwieriger oder gar unmöglich, als 'Einzelkämpfer' zu bestehen. Die Realität zeigt, dass an Kooperationen, Vernetzungen und Leistungsabstimmungen kein Weg vorbeiführt. Die vorhandenen Strukturen und Personalressourcen müssen in bestmöglicher Weise genutzt werden. Das trägt dazu bei, dass die Versorgungsmöglichkeiten durch unsere Krankenhäuser auch in der Region aufrechterhalten werden können. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zukunft des Krankenhauses Hallein unter dem Dach der SALK-Familie und bedanke mich bei allen, die an der Umstrukturierung mitgearbeitet haben und in Zukunft Verantwortung für diesen Landesklinik-Standort tragen.“

Grundversorgung von 50.000 Menschen im Tennengau

Das Krankenhaus Hallein stellt mit 160 Betten und 300 Mitarbeitenden die Grundversorgung von 50.000 Menschen im Tennengau sicher. Das Haus besitzt Abteilungen für Anästhesie und Intensivmedizin, Allgemeinchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin und seit einem Jahr auch ein Satellitendepartment für Unfallchirurgie. 6.500 stationäre Aufnahmen pro Jahr und 800 Geburten zeigen die Notwendigkeit des Krankenhauses für die Region. Auf Basis einer Vereinbarung mit dem heutigen Eigentümer des Hauses, der Stadtgemeinde Hallein, arbeiten das Uniklinikum Salzburg und Hallein bereits 2016 eng abgestimmt miteinander.

Umfang und Qualität verbessert

2016 wurden der Versorgungsumfang und die Versorgungsqualität der Landesklinik Hallein vor allem in der Chirurgie und Unfallchirurgie verbessert. Die Notfallambulanz, die Chirurgie, die Gynäkologie und Geburtshilfe und die Innere Medizin werden 24 Stunden an sieben Tagen geführt. Zusätzlich wurde eine "Unfallambulanz" an fünf Tagen in der Woche mit Fachärzten für Orthopädie und Traumatologie vom Uniklinikum Salzburg durch das "Satellitendepartment für Unfallchirurgie" eingerichtet.

Fachärztliche Versorgung in der Region massiv verbessert

Vor einem Jahr wurde das "Satellitendepartment für Unfallchirurgie" neu gegründet und seit Juli dieses Jahres von Thomas Freude, dem Primar der Uniklinik für Orthopädie und Traumatologie (Uniklinikum Salzburg) geleitet. Für das "Satellitendepartment für Unfallchirurgie" konnten zusätzlich zwei erfahrene Fachärzte für Orthopädie und Traumatologie für Hallein gewonnen werden. Beide sind seit Oktober dieses Jahres ausschließlich in der Landesklinik Hallein im Einsatz, verstärken das Team und entwickeln die Klinik weiter. In Hallein findet in erster Linie die traumatologische Grundversorgung statt. Schwere Verletzungen wie Polytraumata werden in Hallein erstversorgt und dann in das Uniklinikum Salzburg zur weiteren Behandlung überstellt. Ein weiterer Fokus wird 2017 auf das tagesklinische Operieren gelegt, das in der Landesklinik Tamsweg bereits mit großem Erfolg eingeführt wurde. Insgesamt sind nun vier Ärzte im "Satellitendepartment für Unfallchirurgie" in der Landesklinik Hallein tätig. Für Ärzte sind die enge Kooperation mit dem Team des Uniklinikums und die Möglichkeit der Rotation ein Gewinn. Patienten profitieren von der interdisziplinären, technischen und medizinischen Qualität eines Uniklinikums.

Chirurgische Abteilung wieder voll besetzt

Die chirurgische Abteilung in Hallein wird von Klaus Emmanuel vom Uniklinikum Salzburg als "Abteilung für Allgemeinchirurgie" geleitet. Das chirurgische Team in Hallein ist nach längerem Ärztemangel nun mit kompetenten Fachärzten für Chirurgie, die das gesamte Spektrum der akuten und minimalinvasiven Chirurgie beherrschen, wiederum voll besetzt.

Damit die Patienten der Region auch einen Zugang zu diesem hochqualifizierten ärztlichen chirurgischen Personal finden, wurde dieses Jahr zusätzlich eine chirurgische Termin- und Facharztambulanz an fünf Tagen eingerichtet. Von Montag bis Freitag ist die Ambulanz der Abteilung für Chirurgie von 7.30 bis 15.30 Uhr mit Fachärztinnen und Fachärzten besetzt. Die Ambulanz des "Satellitendepartments" ist ebenfalls unter der Woche von 07.30 bis 15.30 Uhr besetzt. Somit genießen die Patienten aus der Region Tennengau hiermit alle Vorteile der standortnahen Versorgung und zugleich die enge Kooperation mit dem Universitätsklinikum Salzburg, die jederzeit auf kurzem Kommunikationsweg in Anspruch genommen werden kann.

Versorgung: 24 Stunden an sieben Tagen

Notfallpatientinnen und -patienten – mit Ausnahme der unfallchirurgischen Fälle - werden in einer interdisziplinären Notfallambulanz (24 Stunden an sieben Tagen) von den anwesenden Ärztinnen und Ärzten erstuntersucht und je nach medizinischer Sachlage von Fachärztinnen und Fachärzten in der Landesklinik Hallein versorgt oder an die zuständigen Fachabteilungen ins Uniklinikum Salzburg weitergeleitet.

Neue Kooperation mit Uniklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

In der Inneren Medizin sowie der Gynäkologie und Geburtshilfe wird auch weiterhin das Angebot für die Patienten kontinuierlich sichergestellt. Ab 1. Februar 2017 wird das Team der Gynäkologie und Geburtshilfe dann von Thorsten Fischer von der Uniklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Uniklinikums Salzburg geleitet und unterstützt.

IT, Technik, Ausbildung und Verwaltung

Die Personalverwaltung erfolgt bereits jetzt durch die SALK. Aus- und Weiterbildung wird zwischen den Häusern abgestimmt entwickelt und angeboten. Die technischen Expertinnen und Experten unterstützen die Kolleginnen und Kollegen in Hallein beratend. Dies sind nur einige Beispiele der umfassenden Zusammenarbeit.

Die vollständige Integration ist für 2018 geplant, wobei die derzeit vorhandenen Fachgebiete und Abteilungen erhalten bleiben. Die Integration beinhaltet die Übernahme der IT-Systeme und die weiteren technischen Subsysteme der SALK. Die Landesklinik Hallein gehört dann wie etwa die Landesklinik St. Veit oder die Landesklinik Tamsweg zum Rechtsträger SALK. Um all das zeitgerecht über die Bühne zu bringen laufen die Projekte schon seit 2016 – wobei die Hauptarbeit aber 2017 geschehen wird. 161227_23 (rb/kg)