Erneut Geburtenrekord in Salzburg

Daten der Landesstatistik rund um Neugeborene und deren Eltern

Salzburger Landeskorrespondenz, 28.12.2016
 

(LK)  Der Pongau hat die jüngsten Mütter, der Pinzgau den höchsten Anteil an Kaiserschnitten, der Lungau die höchste Unehelichenquote, der Tennengau den höchsten Anteil an Geburten außerhalb einer Krankenanstalt, der Flachgau die ältesten Väter und die Landeshauptstadt die schwersten Babys.

5.494 Salzburgerinnen und Salzburger wurden 2015 geboren. Damit wurde der Rekord im neuen Jahrtausend aus dem Jahr 2014, als 5.445 Neugeborene verzeichnet wurden, um 49 übertroffen. Zuletzt gab es 1999 mehr Geburten in Salzburg. Auch wenn man die 48 im Ausland geborenen Babys, die 2015 erstmals miterfasst worden sind, der Vergleichbarkeit halber abzieht, bleibt unterm Strich ein Plus von einem Neugeborenen gegenüber 2014. Das berichtet heute, Mittwoch, 28. Dezember, die Landesstatistik Salzburg unter der Leitung von Gernot Filipp.

Die meisten Kinder, nämlich 1.514, kamen im Bezirk Salzburg-Umgebung zur Welt. 1.444 waren es in der Landeshauptstadt Salzburg, 872 im Pinzgau, 827 im Pongau, 657 im Tennengau und 180 im Lungau. Von den Babys waren 2.888 Buben und 2.606 Mädchen, was einem Verhältnis von 110,8 Buben zu 100 Mädchen entsprach. Damit lagen die Jahre 2015 und 2013 (110,7) weit über dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre (106,3 zu 100). Im Jahr 2014 wurden dagegen als bisher einzigem Kalenderjahr mehr Mädchen als Buben geboren.

Die Gesamtfruchtbarkeitsrate lag 2015 bei 1,55. Das bedeutet, dass bei gleichbleibenden Fertilitätsverhältnissen wie 2015 eine Salzburgerin im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 1,55 Kinder zur Welt bringen würde. Höher war die Gesamtfruchtbarkeitsrate zuletzt im Jahr 1986. Zur Verhinderung eines Bevölkerungsrückganges bei ausbleibender Migration wäre ein Wert von etwas mehr als zwei Kindern pro Frau erforderlich.

Mütter werden immer älter

Mit ein Grund für die niedrige Periodenfertilität ist der Anstieg des Durchschnittsalters der Mütter, wodurch die Geburten "aufgeschoben" werden. Das durchschnittliche Fertilitätsalter lag 2015 bei 30,6 Jahren und ist damit innerhalb von zehn Jahren um 1,4 Jahre gestiegen. Vor 30 Jahren war eine Salzburger Mutter noch durchschnittlich 27,0 Jahre alt. Besonders stark zugenommen hat das durchschnittliche Fertilitätsalter beim ersten Kind. 1985 lag dieses bei 24,5 Jahren, 1995 bei 25,8 Jahren, 2005 bei 27,3 Jahren und 2015 bei 29,1 Jahren. Die Zunahme wurde also von Dekade zu Dekade höher.

Im Pongau betrug das durchschnittliche Fertilitätsalter 2015 30,2 Jahre, im Flachgau 30,9 Jahre und in den anderen Bezirken zwischen 30,4 und 30,6 Jahre. Analog dazu waren die Flachgauer Väter – landesweit wurden zu Vätern von 467 Kindern keine Angaben gemacht – mit durchschnittlich 34,4 Jahren die ältesten, während die Pongauer mit 33,2 Jahren Vater wurden. Landesweit war ein Vater beim ersten Kind durchschnittlich 34,0 Jahre alt.

Unehelichenquote unterscheidet sich stark

Im Land Salzburg wurden im Jahr 2015  2.424 der 5.494 Babys, also 44,1 Prozent, unehelich geboren. Auch dieser Wert ist der höchste seit Beginn der Aufzeichnungen. In den Siebzigerjahren war der Anteil noch halb so groß.

Große Unterschiede gab es dabei zwischen den Bezirken: Während in der Stadt Salzburg nur 37,6 Prozent aller Babys unehelich geboren wurden, lag die Unehelichenquote im Lungau bei 65,0 Prozent. Österreichweit wurde nur im steirischen Nachbarbezirk Murau ein höherer Anteil erreicht.

Kaiserschnitte nur zur Hälfte geplant

70,3 Prozent der in Salzburg geborenen 5.446 Babys kamen auf natürlichem Wege zur Welt (zu den 48 im Ausland Geborenen gibt es darüber keine Informationen). 22,8 Prozent wurden mittels Kaiserschnitt geboren. Bei 6,4 Prozent wurde eine Saugglocke, bei 0,3 Prozent die Manualhilfe und bei 0,2 Prozent eine Geburtszange verwendet.

Damit verbleibt der Anteil der Kaiserschnittgeburten seit fünf Jahren konstant bei rund 23 Prozent. Erstmals wurde 2015 auch erfasst, ob der Kaiserschnitt bereits vor der Geburt geplant war oder ob es sich um eine Notsectio handelte. 48,3 Prozent der 1.244 Kaiserschnitte waren geplant, 51,7 Prozent mussten kurzfristig durchgeführt werden.

Bei Geburten von Pinzgauer Babys wurde in 30,4 Prozent aller Fälle ein Kaiserschnitt angewendet, in allen anderen Bezirken lag der Anteil deutlich niedriger: in der Stadt Salzburg bei 22,9 Prozent, im Flachgau bei 22,4 Prozent, im Lungau bei 21,9 Prozent, im Tennengau bei 19,7 Prozent und im Pongau bei 18,3 Prozent.

Boom im Entbindungsheim Kuchl

98,5 Prozent aller Babys erblickten in einer Krankenanstalt das Licht der Welt. Im Lungau waren es sogar 100 Prozent. Das Entbindungsheim Kuchl sorgte dagegen dafür, dass im Tennengau "nur" 95,7 Prozent der Babys in einem Krankenhaus geboren wurden. 24 der 654 im Inland geborenen Tennengauer Säuglinge (3,7 Prozent) wurden dort geboren, insgesamt kamen 2015 43 Salzburger Neugeborene in Kuchl zur Welt.

Salzburger "Durchschnittsbaby": 3.310 Gramm, 51 Zentimeter

3.310 Gramm Körpergewicht und 51 Zentimeter Körperlänge, so lauten die Maße des Salzburger "Durchschnittsbabys" im Jahr 2015. Seit 1961 – dem ersten Jahr der detaillierten statistischen Aufzeichnungen zu Geborenen – lag das Durchschnittsgewicht damit stets zwischen 3.250 und 3.330 Gramm und die durchschnittliche Körpergröße immer bei 51 Zentimetern. Das Maximalgewicht lag 2015 bei 5.080 Gramm und die Maximallänge bei 60 Zentimetern.

In der Stadt Salzburg wog ein Baby im Mittel 3.320 Gramm, geringfügig leichter wurden die Kinder im Flachgau, Tennengau und Pinzgau entbunden. Die Pongauer (3.290 Gramm) und Lungauer (3.250 Gramm) Säuglinge wogen dagegen durchschnittlich weniger als 3,3 Kilogramm.

Weitere interessante Auswertungen zur Bevölkerungsentwicklung im Land Salzburg können im Bericht "Bevölkerung Land Salzburg, Stand & Entwicklung 2016", der im Webshop des Landes erhältlich ist, nachgeschlagen werden. 161227_22 (rb/kg) 

Weitere Informationen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735.

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