Chinesischer Landwirtschaftsminister zu Besuch

Schwaiger: Weichen stellen für Zusammenarbeit Salzburg und China im landwirtschaftlichen Sektor / Milch- und Bioprodukte als Exportschlager

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.01.2017
 

(LK)  Gemeinsam mit Bundesminister Andrä Rupprechter und Landesrat Josef Schwaiger besichtigte heute, Donnerstag, 19. Jänner, der chinesische Landwirtschaftsminister Han Changfu den landwirtschaftlichen Familienbetrieb Joglbauer in Obertrum sowie die Salzburg Milch GmbH in Lamprechtshausen und machte sich an Ort und Stelle ein Bild davon, wie biologische Landwirtschaft gelebt wird und was hinter dem erfolgreichen Export hochwertiger Milchprodukte aus Salzburg steckt.

"China ist ein wichtiger Zukunftsmarkt für Know-how und Produkte aus Österreich. Wenn es um nachhaltige Entwicklung und biologische Landwirtschaft geht, übernimmt Österreich eine internationale Vorreiterrolle", betonte der Bundesminister für Land-, Forst-, Umwelt und Wasserwirtschaft, Andrä Rupprechter.

"Die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen des Bundeslandes wird biologisch bewirtschaftet. Bei Milch hat Salzburg den höchsten Bio-Anteil im Bundesländervergleich mit 39 Prozent. Von der gesamtösterreichischen Biomilchmenge werden 36 Prozent in Salzburg produziert. Der Flachgau ist zudem die Heumilch-Hauptregion Europas. Hier wird europaweit die größte Menge an Heumilch und rund ein Drittel der österreichischen Heumilch produziert. Die Fakten zeigen also sehr deutlich, wo unsere Stärken liegen. Diese Stärken gilt es in China, wo die Nachfrage nach Bio-Produkten und qualitativ hochwertigen Milchprodukten stetig steigt, zu nutzen. Die hohe Qualität der heimischen Produkte birgt großes Potenzial für den Export nach China und hilft, die Landwirtschaft in den alpinen Lagen zu erhalten und nachhaltig zu stärken", betonte Landesrat Schwaiger.

Insgesamt 68 Salzburger Unternehmen exportierten im Jahr 2015 Produkte im Wert von 216 Millionen Euro nach China. Auf den Sektor Lebensmittel entfielen davon knapp sechs Millionen Euro. Acht Salzburger Firmen exportierten vorwiegend Getreideprodukte, Müslis und Milchprodukte (Käse, Milch), gefolgt von Bier, Mineralwasser und Gewürzmischungen.

Bioprodukte als Exportschlager

Im Jahr 2015 machten österreichische Exporte von Nahrungsmitteln nach China einen Betrag von 39,1 Millionen Euro aus. Dass China als Exportmarkt für Lebensmittel und Getränke zunehmend attraktiv wird, liegt unter anderem am rasanten Wachstum des chinesischen Mittelstandes, bei dem ausländische Produkte sehr beliebt sind. Importierte Waren genießen in China in der Regel den Ruf, hohen Qualitätsanforderungen gerecht zu werden. China selber hatte hingegen in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Lebensmittelskandalen zu kämpfen.

Zu den am häufigsten importierten Lebensmitteln in China zählen Milch und Milchprodukte, die traditionell dort nicht hergestellt werden. Darüber hinaus werden Baby- und Kindernahrung, Snack-Food, Biolebensmittel, Convenience Food, Soft Drinks, Wein, Wasser sowie Schokolade und Süßwaren in großen Mengen importiert.

Speziell für die österreichische Landwirtschaft stellt das wachsende Interesse der chinesischen Bevölkerung an nachhaltiger Produktion eine Marktchance dar. In Europa konnte sich Österreich bereits vor einiger Zeit als Spitzenreiter im Gebiet der Bioproduktion etablieren. Etwa ein Fünftel der landwirtschaftlichen Flächen wird unter dem Label "Bio" bewirtschaftet. In China ist der Bio-Trend gerade erst im Kommen. Um hier erfolgreich anzuknüpfen, gilt es für Österreich vor allem auch sein Image als Natur- und Kulturland hinreichend zu kommunizieren. 170119_30 (jus/grs)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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