Europa aus Sicht der Salzburger Jugend

Außenminister Kurz zeichnete kreative Videobeiträge beim Wettbewerb "EU - your vision" aus

Salzburger Landeskorrespondenz, 15.03.2017
 

(LK/Video)  Ihre Sicht von Europa haben Salzburger Schülerinnen und Schüler beim Online-Wettbewerb "#EU your vision" in Videobeiträgen dargestellt. Heute, Mittwoch, 15. März, wurden die Siegerbeiträge im Haus für Mozart ausgezeichnet. Zuvor diskutierten mehr als 900 Jugendliche aus allen Landesteilen mit Außenminister Sebastian Kurz, der die Preisverleihung übernahm, über "Europa – meine Vision". Den ersten Platz errang der Beitrag "Make EU not war" der 7e-Klasse vom Akademischen Gymnasium. Die Einreicherklasse darf sich nun auf eine Reise zum Europäischen Parlament freuen. Platz 2 belegte "Der EU-Verstand" von zwei Schülern der 7. Klassen vom Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare, Platz 3 ging an "1MoreSecond" der 2AHMNM-Klasse aus der Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt Salzburg.

Haslauer: Empathie und ironische Distanz zum Thema Europa

"Europa ist wie ein Haus, an dem ständig weitergebaut wird und das nicht fertig wird, das uns aber doch ein gutes Dach bietet und uns wärmt", erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer in einem Videostatement bei der Preisverleihung. Die Jugendlichen mit ihrer Einschätzung und ihrem Blickwinkel seien für die Zukunft Europas entscheidend. "Alle, die am Wettbewerb mitgewirkt haben, sind Sieger. Sie zeigen, mit welcher Zuneigung, mit welcher Empathie oder mit welcher ironischen Distanz sie zu Europa stehen. Das gibt uns Mut und Kraft, an einem friedlichen, vorwärts gerichteten Europa weiterzuarbeiten", so Haslauer.

Pallauf: Europa ist nicht irgendwer, irgendwo

Anlässlich des EU-Beitritts 1995 hat der österreichische Popstar Falco einen Song mit dem Titel Europa geschrieben. Die heute anwesenden Schülerinnen und Schüler waren damals noch nicht geboren. Sie alle waren nie 'nur' Österreicher, sondern immer schon Salzburger, Österreicher und Europäer, hielt Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf in ihren Begrüßungsworten fest. "Ihr habt euch mit einer vergleichsweisen jungen Institution, nämlich jener der Europäischen Union, beschäftigt. Danke für die insgesamt 26 Beiträge von 19 teilnehmenden Schulen. Als bekennende Europäerin freut es mich sehr, dass die tolle Initiative so gut angenommen wurde. Es ist für mich vor allem ein positives Zeichen, das klar ist: Wir alle gemeinsam sind die EU. Nicht irgendwer oder ein Ort irgendwo. Die Erfolgsgeschichte der Europäischen Union wird in Zukunft fortgesetzt werden können, wenn wir alle uns als aktive Bürger und Bürgerinnen mit der europäischen Politik auseinandersetzen und uns einbringen. Danke für euer Engagement", so Pallauf.

Schmidt: Glaubt an das, was wir haben

Mut zur Vielfalt und ein Bekenntnis zur Europäischen Union erkannte EU-Parlamentarierin Claudia Schmidt bei den Einreichungen. Sie stellte den Hauptpreis, eine großzügige finanzielle Unterstützung für eine Brüssel- oder Straßburg-Reise zum Europäischen Parlament, zur Verfügung und appellierte an die Jugendlichen: "Glaubt an das, was wir haben. Es ist trotz aller Kritikpunkte besser als alles andere, was wir davor hatten. Wir haben es selbst in der Hand, für Verbesserungen zu sorgen."

Einreichungen quer durch die Schultypen und Bezirke

Die Wettbewerbseinreichungen kamen quer durch die Schultypen von Berufsschule über AHS bis hin zu HAK, HTL und Landwirtschaftsschulen sowie aus allen Bezirken. "Jeder Beitrag ist ein Geschenk. Ich bin persönlich tief beeindruckt, wie witzig, kreativ, kritisch und professionell die Schülerinnen und Schüler ihre Zukunfts-Vorstellungen von der EU in das Medium Video verpackt haben", streute Gritlind Kettl, Initiatorin und Organisatorin des Wettbewerbs, den Teilnehmenden Rosen.

Eine Jury, bestehend aus ORF Salzburg-Chefredakteur Gerd Schneider, Jörg Wojahn (Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich), Anna-Katharina Hofbauer (Studentin der Theater-, Film- und Medienwissenschaften) sowie der Leiterin der Stabsstelle EU-Bürgerservice und Europe Direct Salzburg Gritlind Kettl, bewertete die Videos hinsichtlich der thematischen und der filmischen Umsetzung. Ein Drittel der Wertung wurde durch die  Anzahl der Klicks auf das Kurzvideo bestimmt.

1. Platz: Make EU not war

In dem mit dem Hauptpreis bedachten Beitrag "Make EU not war" wollen die Schülerinnen und Schüler ihre Vision der EU und deren Werte und Eigenschaften, die ihnen besonders am Herzen liegen, näherbringen.

Die Jury würdigte das Siegervideo für seine "dramaturgisch richtige Kameraführung, seine Schnitttechnik und die Auswahl der Motive. Als besonders gelungen ist der in schwarz-weiß gehaltene 'Nachrichtenteppich' am Beginn des Beitrages zu werten, der den Seher sofort in 'medias res' zieht. Inhaltlich werden aktuelle Entwicklungen innerhalb der EU in Richtung isoliert nationalstaatlichem Denken und Handeln aufgegriffen und jugendlichen EU-Visionen gegenübergestellt. Der Beitrag ist in mehreren Sprachen abgefasst und stellt die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler eindrucksvoll unter Beweis."

2. Platz: Der EU-Verstand

In die Rolle des "EU-Verstands" schlüpft ein Schüler des Herz-Jesu-Gymnasiums im gleichnamigen Beitrag und erklärt, warum in der EU vieles leichter wäre, würde man öfter auf ihn hören. Für die Jury besticht das Video durch seine "schlichte, aber sehr exakte Kameraführung und Motivauswahl, die bis zum Ende des Beitrages beibehalten wird. Schauplatz und Szenenwechsel setzen die einfachen Botschaften des Films perfekt ins Bild, die Umsetzung des Begriffs 'EU-Verstand' in Anlehnung an den Inhalt eines Werbespots ist damit sehr gut gelungen. Die Schwarzblende am Beginn des Beitrages sorgt unweigerlich für hohe Aufmerksamkeit. Inhaltlich werden mittels des durch das Video leitenden 'EU-Verstands' die Errungenschaften der EU in verständlicher Weise auf lokale Ebene heruntergebrochen, so begreifbar gemacht und nationalstaatlich geprägtem Ego-Denken gegenübergestellt."

3. Platz: 1MoreSecond

Einen humorvollen Zugang der EU und ihrer Position in der Welt haben die Macher von "1MoreSecond" der HTL Salzburg gewählt. Nach dem Motto "America first – European Union Second" werden die europäischen Besonderheiten in einem direkten Appell an den US-Präsidenten aufgeführt. "Videos auf der ganzen Welt quer durch alle Kontinente und Mitgliedstaaten persiflieren die Äußerungen des amerikanischen Präsidenten 'America first'. Freche Videoclips, die ihr Land an 2. Stelle reihen, erlangen Kultstatus. Der Beitrag lässt sich qualitativ ohne weiteres in die besten bekannten Clips dieser schon oft umgesetzten Idee einreihen. Bildauswahl und Grafiken überzeugen durch ihre Pointen und verstärken sich durch die gesprochenen Texte - ein sehr gelungenes Beispiel für die Mischung aus realen Bildern und cartoonartigen Clips und Grafiken", so die Jurybegründung.

Alle Wettbewerbsvideos finden sich unter www.yourvision-eu.at/videos. Das Landes-Medienzentrum hat aus den Einreichungen einen Trailer zusammengestellt. 170315_60 (sm/jus)

Weitere Informationen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735.

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