Salzburg startet einzigartige Meningokokken-B–Impfaktion

Stöckl: Schutzimpfungen gehören zu den wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen

Salzburger Landeskorrespondenz, 21.04.2017
 

(HP) Vorsorge ist besser als Nachsorge – aus diesem Grund engagieren sich Salzburgs Apotheker Jahr für Jahr bei Vorsorgeaktionen in Stadt und Land. Gemeinsam mit dem Land Salzburg, dem Hersteller des Impfstoffs, dem pharmazeutischen Großhandel und der Ärzteschaft wirbt, heute, Freitag, 21. April, die Salzburger Apothekerkammer für die Impfaktion gegen den gefährlichen Meningokokken B-Bakterienstamm.

Meningokokken der Gruppe B können schwere Erkrankungen wie Blutvergiftung und Hirnhautentzündung verursachen. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder sind "Risikogruppen". Von 1. Mai bis 31. Oktober 2017 gibt es den Bexsero-Impfstoff von GlaxoSmithKline in allen 90 Apotheken in Stadt und Land stark vergünstigt. Der Impfstoff für Säuglinge bis zum ersten Lebensjahr kostet 63 Euro. Das ist weniger als die Hälfte des Normalpreises.

"Wir wollen vor allem die Eltern der Risikogruppe der Säuglinge erreichen. Wir wollen Bewusstsein schaffen, dass es sich bei Meningokokken B um einen sehr gefährlichen Krankheitserreger handelt. Daher bieten wir Impfstoff und unsere Dienstleistung zu diesem vergünstigten Preis an. Der Rabatt wird unbürokratisch und rasch in der Apotheke vor Ort abgezogen. In der Form gibt es diese Impfaktion nur in Salzburg", erklärt Salzburgs Apothekerkammer-Präsidentin Kornelia Seiwald.

Das Land bietet Impfgutscheine um 20 Euro an

Das Land Salzburg unterstützt den Kauf des Impfstoffs für Säuglinge bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres mit 20 Euro. Der Gutschein dafür ist in der jeweiligen Apotheke und beim Arzt des Vertrauens unbürokratisch erhältlich. Gerade im ersten Lebensjahr ist das Risiko für eine Erkrankung an Meningokokken am größten. Für Landeshauptmann-Stellvertreter und Gesundheitsreferent Christian Stöckl ist die Unterstützung der Impfaktion daher selbstverständlich.

"Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Neben dem Schutz gegen Erreger, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, haben viele Impfungen noch einen weiteren Effekt: Sie führen zu einem Schutz der Allgemeinheit. Dadurch wird das Auftreten von Epidemien verhindert und es werden auch jene Personen geschützt, bei denen aus medizinischen Gründen eine Impfung nicht durchgeführt werden kann. Bei hohen Durchimpfungsraten können Infektionsketten und Krankheitserreger regional eliminiert und – im besten Fall – ausgerottet werden. Daher ist das Gesundheitsressort des Landes Salzburg immer wieder bestrebt, Impfaktionen anzubieten und auf die Notwendigkeit der Impfungen hinzuweisen", sagt Stöckl.

Auch Landessanitätsdirektorin Heidelinde Neumann ist froh über die Impfaktion im Bundesland Salzburg. "Obwohl Meningokokken-Erkrankungen selten vorkommen, ist es sehr erfreulich, dass es nun auch gegen den in Österreich vorkommenden Stamm B eine Impfung gibt. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet, im Falle einer Infektion an Gehirnhautentzündung oder Blutvergiftung, die innerhalb von Stunden zum Tod führen kann, zu erkranken. Wir hoffen, dass auch diese Impfung in den nächsten Jahren in das kostenlose Kinderimpfkonzept aufgenommen wird. Vorerst unterstützen wir die Eltern mit einem finanziellen Zuschuss", so die Landessanitätsdirektorin.

Nur die Impfung schützt vor einer Infektion

"Als Kinderarzt und Impfreferent der Salzburger Ärztekammer begrüße ich diese Impfaktion ganz besonders, weil es sich beim Bakterienstamm der Meningokokken B-Gruppe um lebensbedrohliche Krankheitserreger handelt. Vor allem ganz junge Säuglinge und Kleinkinder, aber auch Jugendliche gehören zur Risikogruppe. Daher appelliere ich an die Vernunft der Eltern, diese Impfaktion in Anspruch zu nehmen und ihre Kinder möglichst früh gegen Meningokokken B impfen zu lassen – noch dazu, wenn der Preis für diese Vorsorge so deutlich reduziert ist wie in Salzburg. Nur wer geimpft ist, ist geschützt", sagt Ernst Wenger, Kinderarzt in Hallein und Impfreferent der Salzburger Ärztekammer.

Die Gefahr einer Ansteckung lauert überall

Meningokokken-Bakterien sind besonders heimtückisch. Eine Ansteckung führt zu gefährlichen Infektionskrankheiten wie einer Blutvergiftung oder Gehirnhautentzündung. Meningokokken der Gruppe B ist die am weitesten verbreitete Art des Bakteriums. Rund 70 Prozent der Erkrankungsfälle gehen auf diesen Erreger zurück. Übertragen werden die Bakterien mittels Tröpfchen – etwa durch Husten, Niesen oder das gemeinsame Benutzen von Gläsern. In schweren Fällen können Meningokokken innerhalb von nur wenigen Stunden zum Tod führen, auch bleibende Folgeschäden sind möglich. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen treten in Österreich jährlich bis zu 100 schwere Meningokokken-Erkrankungen auf – daher ist eine Impfung in den ersten Lebensmonaten sinnvoll.

Die wichtigsten Informationen zur Salzburger Meningokokken-Impfaktion auf einen Blick:

  • Meningokokken sind Bakterienstämme, die durch Tröpfchen übertragen werden und eine schwere Infektionskrankheit auslösen können. Auch Dauerschäden und Todesfälle sind möglich. Betroffen sind vor allem Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche.

  • Impfungen gegen Meningokokken der Gruppen A, C, W und Y sind bereits im kostenlosen Kinderimpfprogramm des Bundesministeriums für Gesundheit enthalten.

  • Österreichweit einmalig bieten Salzburgs Apotheker den Impfstoff gegen den Meningokokken B-Erreger vom 1. Mai 2017 bis zum 31. Oktober 2017 stark vergünstigt an.

  • Kinder ab dem 2. Lebensmonat bis zum vollendeten 1. Lebensjahr mit Wohnsitz in Salzburg erhalten den Impfstoff im Aktionszeitraum in allen Salzburger Apotheken gegen Vorlage des Gutscheins vom Land Salzburg um nur 63 Euro (statt regulär 140 Euro). Alle anderen Altersgruppen erhalten den Impfstoff im Aktionszeitraum um nur 99 Euro.

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.

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