Land Salzburg und GKK gehen bei der psychiatrischen Versorgung neue Wege

Stöckl/Schellhorn: Österreichweit einzigartiges Pilotprojekt in Ausarbeitung / Integratives Behandlungsnetzwerk mit "Stützpunkten" in CDK und Krankenhaus Schwarzach

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.05.2017
 

(LK) "Bei den geplanten Maßnahmen zur Sicherstellung und Verbesserung der psychiatrischen Versorgung im Land Salzburg sind wir auf einem sehr guten Weg. In einem sehr konstruktiven Arbeitsgespräch mit Soziallandesrat Heinrich Schellhorn, SGKK-Obmann Andreas Huss sowie den Psychiatrie-Primarärzten Wolfgang Aichhorn von der Christian-Doppler-Klinik und Marc Keglevic vom Krankenhaus Schwarzach haben wir die weiteren Schritte zur Umsetzung des Konzeptes der integrierten psychiatrischen Versorgung für das Bundesland festgelegt", teilte heute, Freitag, 5. Mai, Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl mit.

Demnach wird an zwei Standorten ein integratives und sektorenübergreifendes Behandlungsnetzwerk etabliert, in dem spezielle Teams multiprofessionelle und wohnortnahe Betreuung für Patientinnen und Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen anbieten. Im Zentralraum wird dieser 'Stützpunkt' an der Christian-Doppler-Klinik in der Landeshauptstadt eingerichtet, für die südlichen Bezirke des Landes im Krankenhaus Schwarzach. "Das Pilotprojekt der integrierten psychiatrischen Versorgung, das es in dieser Form in Österreich noch nirgends gibt und mit dem Salzburg zu einem Vorreiter werden kann, wird in den kommenden Wochen und Monaten im Detail ausgearbeitet und umsetzungsreif gemacht und wird dann im 1. Jänner 2018 starten. Die Finanzierung des Pilotprojektes wird durch das Land Salzburg und die Salzburger Gebietskrankenkasse sichergestellt", so Stöckl.

"Laut Expertinnen und Experten ist eine moderne psychiatrische Gesamtversorgung ohne integrierte Behandlungsmodelle nicht mehr vorstellbar. Diese Modelle, wie es sie beispielsweise in Hamburg oder in skandinavischen Ländern gibt, tragen zu einer nachweisbaren Qualitätsverbesserung der Behandlung mit steigender Transparenz der Abläufe bei. Der große Vorteil für die Patientinnen und Patienten ist, dass das multiprofessionelle Team aus Fachärzten, Psychotherapeuten, klinischen Psychologen, Pflegekräften und Sozialarbeitern maßgeschneidert auf die Bedürfnisse eingehen kann – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Dabei ist auch der Psychosoziale Dienst ein wichtiger Partner. Durch die aufsuchende Betreuung ist es möglich, sowohl die Aufenthalte in den Krankenhäusern zu verkürzen als auch die Zahl der Wiederbestellungen in die Spitäler zu verringern. Dadurch wird die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten wesentlich erhöht", sagte Stöckl.

"Ich freue mich sehr, dass wir dieses Pilotprojekt nach dem Hamburger Vorbild der integrierten Versorgung in Salzburg nun erstmalig umsetzen können. Es ist nicht nur ein Meilenstein im Bereich der psychosozialen Gesundheit, sondern ein Meilenstein in der gemeinsamen, Ressort- und Institutionen übergreifenden Zusammenarbeit. Es macht mich stolz, dass alle Beteiligten gemeinsam für die Zielgruppe an einem Strang gezogen haben. Das beweist für mich erneut, dass Salzburg zusammenhält. Es hat lange gedauert, bis dieses neue Angebot ermöglicht wurde. Es betrifft zwar nur einen kleinen Personenkreis, aber dafür benötigen diese Menschen umso dringender unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung. Mir ist es ein politisches Anliegen, dass auch für kleine Gruppen Lösungen gesucht und gefunden werden und niemand in Salzburg allein gelassen wird", betonte Sozialreferent Heinrich Schellhorn.

Mit der Schaffung des Beirats für psychosoziale Gesundheit werde der Grundstein für dieses Projekt gelegt, so Schellhorn weiter. "In einem umfassenden Entwicklungsprozess, geleitet durch Renate Kinzl-Wallner (Leiterin des Referats Behinderung und Inklusion in der Sozialabteilung), konnte essentielle Vorarbeit für dieses Projekt geleistet werden. Mein Dank gilt daher allen Beteiligten in den vorbereitenden Arbeitsgruppen für ihren jahrelangen, unermüdlichen Einsatz und Bemühungen für die bessere Versorgung dieser Patientengruppe."

"Zur Sicherstellung und Optimierung der psychiatrischen Versorgung im Land Salzburg ist es wichtig, dass alle relevanten Akteure zusammenarbeiten und gemeinsam ein umsetzbares Konzept ausarbeiten. Mit dem Salzburger Modell der integrierten Versorgung können wir das bestehende System er psychiatrischen Versorgung um einen modernen und für ganz Österreich beispielgebenden Bestandteil ergänzen, der momentan noch nicht geleistet wird", betonte SGKK-Obmann Huss. 170505_32 (jus/kg)

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at; Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.

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