Ruhezonen für Wildtiere im ganzen Bundesland geplant

Schwaiger: Pilotprojekt von "Respektiere deine Grenzen" für Ruhezonen-Tourenkarten wird ausgeweitet

Salzburger Landeskorrespondenz, 25.05.2017
 

(LK) Die Initiative "Respektiere deine Grenzen" erarbeitet nun eine Wildtier-Ruhezonenkarte für das gesamte Bundesland Salzburg. Begonnen hat alles damit, dass von erfahrenen Skitourengehern bemängelt wurde, dass es keine Möglichkeit gebe, auf sensible Wildlebensräume Rücksicht zu nehmen. Grund dafür sei, dass dementsprechende Informationen, vor allem in Kartenform, fehlten. Im Lungau war deshalb ein Pilotprojekt für Ruhezonenkarten initiiert worden, das dank der gewonnenen Erkenntnisse nun auf ganz Salzburg ausgeweitet werden kann.

Wurde vor einiger Zeit bereits mit der Darstellung sensibler Wildlebensräume beim Rotwild begonnen, geht es nun darum, in den Höhenstufen der Berge eine Etage höher zu steigen. "Gams- und Steinwild sind hier jene Wildarten, deren 'Wohnzimmer' es zu schützen gilt. Über der Waldgrenze befindet sich jener Bereich, der von Skitourengehern am intensivsten genutzt wird, zugleich aber wichtiger Rückzugsraum für diese Wildarten im Winter ist. Grundlage der Kartierung ist ein wildökologisches Gutachten mithilfe dessen die geeigneten Winterlebensräume erhoben wurden. Nach dem Vergleich des wissenschaftlichen Modells mit den praktischen Erfahrungen soll als nächster Schritt eine 'Ruhezonenkarte' für ganz Salzburg erstellt werden", so Landesrat Josef Schwaiger heute, Donnerstag, 25. Mai.

Hilfsmittel zur umweltgerechten Tourenplanung

Zu betonen ist dabei, dass es sich bei diesen Ruhezonen um keine Sperrgebiete handelt, sondern diese Ruhezonenkarte vielmehr umweltbewussten Wintersportlern ein effizientes Hilfsmittel für eine Tourenplanung mit Rücksicht auf die heimischen Wildtiere bieten soll. Dennoch werden die geplanten Ruhezonen vor deren Veröffentlichung mit den Sektionen und Ortsgruppen der alpinen Vereine abgestimmt, um diese auf eventuelle Konfliktpunkte zu prüfen. Die Information der Grundbesitzer wird über die jeweiligen Bezirksbauernkammern erfolgen. Den Grundbesitzern werden durch die Einrichtung dieser Ruhezonen keine Nachteile, sondern ausschließlich Vorteile erwachsen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Gams- und Steinwild das Überwintern in ihren angestammten Lebensräumen zu ermöglichen und so ein Abwandern in die tiefer gelegenen Schutz- und Wirtschaftswälder zu verhindern. Im Wald finden diese Wildarten im Winter keine geeignete Nahrungsgrundlage und müssen sich daher von den jungen Trieben der Bäume ernähren, was wiederum zu massiven Schäden am Wald führen kann.

Gütesiegel als Qualitätsmerkmal

Mittelfristiges Ziel ist es, dass in allen relevanten Skitourenführern und vor allem auch auf den wichtigsten Tourenplanungsplattformen die Ruhezonen eingearbeitet werden. "Ein besonderer Anreiz dafür soll das eigens dafür geschaffene Gütesiegel sein, das an alle jene Plattformbetreiber und Herausgeber von Skitourenführer verliehen werden wird, die die Ruhezonen in ihre Werke aufnehmen. Dieses Gütesiegel bietet dann jedem Naturnutzer die Sicherheit eines 'Naturgenusses ohne schlechtes Gewissen'. Nicht zuletzt kommen wir damit aber auch einer wichtigen Forderung des Rechnungshofs zur Einrichtung von Schutzgebieten zur Wildschadensvermeidung nach und erfüllen auch Teile der von Österreich mitbeschlossenen Alpenkonvention. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Bundesländer unserem Beispiel folgen, damit in Zukunft Wintersportler in allen Teilen der Alpen diesen Service nutzen können", so Landesrat Schwaiger. 170525_10 (ram/kg)

Weitere Informationen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

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