St. Veit im Pongau feiert offiziellen Startschuss für familienorientierte Kinderrehabilitation in Österreich

Haslauer und Stöckl: Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Vamed und SALK unterzeichnen Leistungsvertrag / St. Veit wird größter Rehabilitationsstandort Salzburgs / Gesundheit sichert 1.700 Jobs in St. Veit, Schwarzach und Goldegg

Salzburger Landeskorrespondenz, 26.05.2017
 

(HP) In St. Veit im Pongau fiel heute, Freitag, 26. Mai, der offizielle Startschuss für familienorientierte Kinderrehabilitation. Dieses in Österreich erstmalige Angebot wird in einer Kompetenzpartnerschaft vom führenden Gesundheitsdienstleister Vamed und den Salzburger Landeskliniken (SALK) realisiert. Bei der heutigen Festveranstaltung wurde der Leistungsvertrag gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger unterfertigt. Beim anschließenden Spatenstich präsentierten Vamed und SALK erste Pläne für die neue Kinder- und Jugendrehabilitation.

Die beiden Partner investieren rund 13 Millionen Euro in die neue Einrichtung. Ab dem Frühjahr 2018 werden in St. Veit im Pongau Rehabilitationsplätze für 32 Kinder und Jugendliche mit Krebs- und Stoffwechselerkrankungen sowie für bis zu 50 Angehörige in der familienorientierten Rehabilitation zur Verfügung stehen.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer: "Die Kinder- und Jugendmedizin hat für Salzburg immer schon einen besonderen Stellenwert. Mit der neuen familienorientierten Kinderrehabilitation in St. Veit sorgen wir für eine dringend notwendige Erweiterung des österreichischen Gesundheitsangebots und setzen zugleich einen wichtigen Impuls für die Region. Alleine in den drei Sonnenterassen-Gemeinden St. Veit im Pongau, Schwarzach im Pongau und Goldegg sind in den vergangenen Jahrzehnten bereits 1.700 Arbeitsplätze im Gesundheitssektor entstanden. Durch die Kinderreha kommen noch einmal 40 Vollzeitarbeitsplätze dazu."

Ernst Wastler, Vorstandsvorsitzender der Vamed AG: "Die neue familienorientierte Kinderrehabilitation in St. Veit liegt mir sehr am Herzen. Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern an immer besseren Lösungen. Wir können unsere weltweite Kompetenz als führender Gesundheitsdienstleister hier gemeinsam mit der SALK zum Wohle der kleinen Patientinnen und Patienten zur Anwendung bringen."

Alexander Biach, Vorsitzender des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger: "Die Einführung der Kinder-Reha in Österreich ist ein besonderer Meilenstein für die Sozialversicherungen und ihre Versicherten. Ab dem nächsten Jahr müssen betroffene Familien endlich nicht mehr ins Ausland ausweichen, wenn sie Rehabilitation für ihr Kind benötigen. Kinder und Jugendliche haben das größte Potenzial, auch nach einer schweren Erkrankung oder Operation wieder teilweise oder vollkommen zu genesen und später in ein normales Arbeitsleben einzutreten. Deshalb haben wir sichergestellt, dass sie für die optimale Nachbehandlung rasch und unbürokratisch eine Bewilligung erhalten werden."

Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl: "Personalisierte Medizin und die erfolgreiche Nachbehandlung werden durch den raschen Fortschritt im Gesundheitswesen immer wichtiger. Mit dem Spatenstich zur neuen familienorientierten Rehabilitation in St. Veit stellen wir die medizinische Versorgung Salzburgs optimal auf diese neuen Anforderungen ein. St. Veit im Pongau erhält nach der medizinisch-psychiatrischen und onkologischen Rehabilitation seine bereits dritte Rehabilitationseinrichtung und steigt damit zum größten Rehabilitationsstandort Salzburgs auf. Das Land Salzburg konnte sich gemeinsam mit den erfolgreichen Partnern Vamed und SALK im jahrelangen Tauziehen um den österreichweiten Standort für diese Kinder-Reha durchsetzen. Damit wird das bestehende und ausgezeichnete Gesundheitsangebot in St. Veit um die Kinder-Reha ergänzt."

Eine der modernsten Kinder- und Jugend-Rehakliniken Europas entsteht

Die neue Kinderrehabilitation wird allen betroffenen Kassenpatientinnen und -patienten aus ganz Österreich offen stehen. Jährlich erkranken fast 300 Kinder und Jugendliche in Österreich an Krebs. Ihr oft monatelanger Aufenthalt im Krankenhaus kann nicht nur das Kind, sondern auch Eltern und Geschwister gesundheitlich beeinträchtigen. Bei Onkologie-Patientinnen und -Patienten ist deshalb vorgesehen, dass die ganze Familie in die Rehabilitation eingebunden und damit das Konzept der familienorientierten Rehabilitation umgesetzt wird.

Die neue Einrichtung wird sowohl in architektonischer als auch in medizinischer und therapeutischer Hinsicht eine der modernsten Kinder- und Jugend-Rehakliniken Europas sein. Das umfassende Therapieprogramm wird sowohl körperliche als auch psychische und soziale Aspekte berücksichtigen. Dazu gehören auch Kindergartenbesuch und Schulunterricht sowie umfassende Freizeitgestaltungsmöglichkeiten bis hin zu einem angeschlossenen Sportplatz und Parkareal. Vamed und SALK schaffen damit eine achtsame Umgebung, die es den betroffenen Familien ermöglichen soll, den Start zurück ins Leben mit neuer Kraft anzutreten.

Kinder- und Jugendrehabilitation in St. Veit im Pongau

Professor Wolfgang Sperl betonte: "Die Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde ist eine universitäre Schwerpunkteinrichtung mit allen Subspezialitäten, insbesondere denen, die in der Kinder- und Jugendrehabilitation in St. Veit im Pongau für die Indikationsgruppen Hämatologie/Onkologie und Stoffwechsel notwendig sind. Unsere Klinik kann sich daher umfassend ins Versorgungskonzept einbringen und ein medizinisches Backup bieten. Im Bereich der angeborenen Stoffwechselerkrankungen ist sie eine der vier pädiatrischen Stoffwechselzentren mit überregionaler Kompetenz. Das spezielle Know-how des gesamten Stoffwechselteams der Kinderklinik Salzburg und auch der Orphan-Disease-Schwerpunkt – zusammen mit dem Institut für seltene Krankheiten an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) – steht damit für die Stoffwechselpatienten in St. Veit zur Verfügung. An der Klinik gibt es zudem gute Erfahrungen in der Kinderrehabilitation. Denn die Frühneurorehabilitationseinrichtung reKIZ an der Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde wurde vor sieben Jahren eingerichtet und versorgt Kinder und Jugendliche nach schweren Erkrankungen und Unfällen mit Verletzungen des Gehirns und des Nervensystems. Ein Erfahrungsaustausch und auch Rotationen zum Beispiel im Pflegebereich ist mit der neuen Einrichtung in St. Veit geplant."

Im Bereich der Hämatologie/Onkologie ist das Kinderzentrum in Salzburg eines der fünf österreichischen pädiatrisch hämatologisch-onkologischen Zentren und ist mit dem St. Anna Kinderspital/AKH Wien in Diagnostik und Therapie inhaltlich vernetzt.

Kooperation mit der PMU

PMU-Rektor Herbert Resch: "Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität hat eine Kooperation mit der Kinderrehabilitation St. Veit vorgesehen. Bei der universitären Lehre besteht die Möglichkeit für PMU-Studierende in der Pädiatrie oder auch als Wahlfach im fünften Studienjahr ein Praktikum in der Rehabilitationseinrichtung zu absolvieren. Wesentlich ist auch die Vernetzung mit der Rehabilitationswissenschaft. Hier sollen regelmäßig Dissertationsthemen angeboten werden. Besondere Aspekte ergeben sich hier im PMU-Institut für Rehabilitation, Palliation und Transition im Kindes- und Jugendalter, einer Stiftungsprofessur mit Gerhard Kluger von der Schön Klinik Vogtareuth seit 2014. Außerdem ergeben sich hier zudem zu Themen der Rehabilitationswissenschaft zahlreiche Kooperationsmöglichkeiten mit der onkologischen Rehabilitation im Erwachsenenbereich am Standort St. Veit im Pongau.

Kooperation mit der Österreichischen Kinderkrebshilfe

Die Österreichische Kinderkrebshilfe unterstützt seit Jahren das Anliegen einer qualitativen familienorientierten Rehabilitation für Kinder- und Jugendliche mit onkologischen Erkrankungen. Derzeit wird nur einem ganz geringen Teil der betroffenen Familien in Österreich eine familienorientierte Rehabilitation ermöglicht. Erfolgreiche Beispiele sind in Tannheim oder auf der Katharinenhöhe in Deutschland zu finden. Eine vergleichbar qualitative Einrichtung in Österreich könnte von weit mehr Familien genutzt werden. Ein wichtiges Anliegen der Kinderkrebshilfe ist die kontinuierliche Versorgungskette von stationärem Aufenthalt, Rehabilitation und psychosozialer Nachsorge sowie deren adäquater Finanzierung. Mit der Errichtung des Rehabilitationszentrums für Kinder- und Jugendliche St. Veit im Pongau und dessen Versorgungsauftrag für familienorientierte Rehabilitation für onkologische Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen ist ein Meilenstein in dieser Versorgungskette gesetzt.

Initiative für Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation in Österreich

Durch die große mediale und politische Initiative des Elternverbandes "Initiative für Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation in Österreich" unter Markus Wieser wurde sowohl auf ministerieller als auch auf landespolitischer Ebene sehr viel Unterstützung für die Umsetzung einer Kinderrehabilitationseinrichtung gemäß der Qualitätskriterien, die in der Arbeitsgruppe 4 des Österreichischen Gesundheitsdialogs für Kinder erarbeitet wurden, erreicht. Die Initiative Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation in Österreich hat auch besonderen Wert darauf gelegt, dass Familien mit hämatologisch-onkologischen Erkrankungen in einer österreichischen Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitationseinrichtung familienorientiert adäquat versorgt werden können. Die Initiative für Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation in Österreich hat sich zum Ziel gesetzt, zukunftsweisende Rehabilitationseinrichtungen zu unterstützen. Die dafür erforderlichen Qualitätskriterien wurden auch in der Arbeitsgruppe 4 des Österreichischen Gesundheitsdialogs entsprechend in den Vordergrund gestellt.

Vamed und SALK sind Vorreiter in der Rehabilitation und Onkologie

Mit dem 2009 eröffneten Sonnberghof in Bad Sauerbrunn (Burgenland) und der 2014 eröffneten onkologischen Rehabilitation in St. Veit im Pongau leistete Vamed Pionierarbeit in der Nachbehandlung von Krebspatientinnen und -patienten. Insgesamt beschäftigt Vamed mehr als 4.500 Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte sowie Therapeutinnen und Therapeuten, deren Kenntnisse und Erfahrungen sie im International Medical Board vernetzt hat.

Die Salzburger Landeskliniken (SALK) sind mit dem Salzburger Universitätsklinikum österreichweit Vorreiter in der Krebsforschung und -therapie. Seit 2010 betreibt das Universitätsklinikum auch eine Kinderneuro-Rehabilitationsstation, die österreichweit eine einzigartige Nachsorge für Kinder- und Jugendliche nach schweren Erkrankungen und Unfällen mit Verletzungen des Gehirns und des Nervensystems bietet.

An der Errichtungs- und Betreibergesellschaft der neuen Kinder- und Jugendrehabilitation in St. Veit sind die Vamed mit 76 Prozent und die SALK mit 24 Prozent beteiligt. Vamed und SALK investieren rund 13 Millionen Euro in die neue Einrichtung. Finanzierungspartner ist die Raiffeisen-Leasing GmbH. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2018 geplant. 170526_51 (rb/grs)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at, und Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.

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