Salzburger Land feiert 200 Jahre Fahrrad und geht mit neuem Mountainbike-Konzept in die Zukunft

Haslauer: Salzburger Weg des Miteinanders schafft klare Rahmenbedingungen für noch mehr attraktive Routen und Trails für Mountainbiker

Salzburger Landeskorrespondenz, 02.06.2017
 

(HP) Im Juni vor genau 200 Jahren hat Karl von Drais das Fahrrad erfunden. Gefeiert wird das Jubiläum auch im Salzburger Land. Das Radfahren ist vor allem für den Tourismus ein bedeutendes Thema und gleich hinter dem Wandern die beliebteste Aktivität der Gäste im Sommer. Stark zugelegt hat in den vergangenen Jahren vor allem der Anteil der Mountainbiker – eine Entwicklung, auf die das Salzburger Land nun mit einem neuen Mountainbike-Konzept, das österreichweit Maßstäbe setzt, reagiert.

Rund 30 Prozent der Sommergäste im Salzburger Land steigen in ihrem Urlaub aufs Fahrrad, jeder zehnte Gast ist bereits ein Mountainbiker. Der Sport liegt nach wie vor im Trend, der technische Fortschritt der vergangenen Jahre in Richtung E-Mountainbikes hat zur starken Entwicklung beigetragen. Dementsprechend wichtig ist es, die besonderen Bedürfnisse der Mountainbiker bestmöglich zu erfüllen. Die Herausforderung: Gleichzeitig müssen die Interessen der anderen Beteiligten wie Grundbesitzer, Förster oder auch Wanderer gewahrt werden.

Salzburger Weg als Vorbild

Bei der Schaffung von Wegen und Trails kam es dadurch vielerorts zu Nutzungskonflikten – nicht aber im Salzburger Land. Schon seit vielen Jahren setzt man bei diesem Thema auf ein starkes Miteinander aller Interessengruppen. Nun wurden Eckpunkte und Ziele dieser Zusammenarbeit erstmals in einer gemeinsamen Leitlinie für ein optimales Mountainbikewegenetz festgeschrieben. Beteiligt an der Entstehung des Konzepts waren alle relevanten Akteure aus Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Tourismus bis hin zu den alpinen Vereinen und zur Jägerschaft.

Umso mehr zeigte sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer über das Ergebnis erfreut. Dieses präsentierte er heute, Freitag, 2. Juni, im Salzburger Hangar-7: "Ich bin stolz auf den Salzburger Weg des Miteinanders, den wir seit vielen Jahren pflegen und auch in Zukunft konsequent weitergehen werden. Mit diesem Konzept wurden klare Rahmenbedingungen geschaffen, damit noch mehr attraktive Routen und Trails für Mountainbiker im Salzburger Land entstehen können."

Ziele und Errungenschaften des Mountainbike-Konzeptes

Als oberstes Ziel der Leitlinie gilt neben der Akzeptanz aller Interessengruppen die Naturverträglichkeit bei der Schaffung von neuen Routen und Trails im Salzburger Land. Verstärkt sollen auch regions- und tälerübergreifende Verbindungen errichtet werden. Wege für Mountainbiker und Wanderer sollen dabei so weit wie möglich entflechtet werden. Ein Ergebnis, das nun bereits umgesetzt wird, ist die erstmalige einheitliche Beschilderung der Mountainbike-Wege im Salzburger Land, die durch Schwierigkeitsgrade nach dem Vorbild von Skipisten (Leicht/Mittel/Schwer in den Farben Blau/Rot/Schwarz) eine klare Orientierung für Mountainbiker ermöglichen.

Die Umsetzung des neuen Mountainbike-Konzepts wird vom Land Salzburg mit 75.000 Euro gefördert und soll bis zum Jahr 2022 abgeschlossen sein. Die Abwicklung erfolgt über die Salzburger Land Tourismus GmbH (SLTG).

Schon 2017 sechs neue Trails im Salzburger Land

Das Salzburger Land ist mit derzeit rund 5.000 Kilometern an Mountainbike-Wegen eine riesige Bike-Arena. Durch das neue Konzept werden nun noch viele weitere Kilometer dazukommen, ist SLTG-Geschäftsführer Leo Bauernberger überzeugt: "Die Tourismusregionen im Salzburger Land haben die Bedeutung der Mountainbiker längst erkannt und arbeiten mit Hochdruck an neuen Angeboten für diese Zielgruppe. Allein in diesem Jahr freuen wir uns über sechs neue Mountainbike-Trails, die bereits auf Basis dieses neuen Wegekonzeptes entstanden sind."

Bei den sechs neuen Trails handelt es sich um den Wetterkreuztrail im Salzburger Saalachtal, den Flowtrail am Hochkönig, den Hirschleitentrail in Wagrain-Kleinarl, den Bertahof Trail in Gastein, den Singletrail Großarltal sowie den Matzalm Trail in Saalfelden Leogang. In Wals-Siezenheim eröffnet außerdem in Kürze die erste asphaltierte Anlage für den neuen Rad-Trendsport Pumptrack, bei dem das Fahrrad nicht wie gewöhnlich mit Pedalen, sondern mit Pumpen des Oberkörpers fortbewegt wird.

"Mountainbike-Mekka" Saalfelden-Leogang

Als Pilotregion für das neue Mountainbikewege-Konzept diente übrigens bereits seit 2015 der Pinzgau. Damit unterstreicht die Region einmal mehr ihre Vorreiterrolle im Mountainbike-Sport. Schon 2002 fand in Zell am See-Kaprun die erste Mountainbike-Weltmeisterschaft in Österreich statt, in den vergangenen Jahren positionierte sich dann vor allem Saalfelden-Leogang als "Mountainbike-Mekka". Attraktionen des erstklassigen Angebots ist der Bikepark Leogang, der zu den besten Bikeparks weltweit zählt. Die moderne Achter-Kabinenbahn bringt die Biker zum Start des Parks, wo unterschiedliche Abfahrten für Genussbiker bis Downhill-Cracks ins Tal führen.

Erst kürzlich vergab der Internationale Radsportverband (UCI) die UCI Mountainbike Downhill Weltmeisterschaft 2020 nach Saalfelden-Leogang – zum zweiten Mal innerhalb von nur acht Jahren, nachdem die Region bereits 2012 Austragungsort der Titelkämpfe war. "Das ist für uns ein echter Ritterschlag und eine Belohnung für das große Engagement und die harte Arbeit, die wir seit Jahren investieren", sagte Kornel Grundner, Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen. "In Saalfelden-Leogang haben wir schon sehr früh die Chancen, die uns das Mountainbiken ermöglicht, erkannt. Ob Bergbahnen, Hoteliers, Tourismusverband, Betriebe oder die Einwohner selber, alle sind mit voller Begeisterung dabei."

Das wird sich auch bereits nächste Woche zeigen, wenn in Saalfelden-Leogang von 8. bis 11. Juni das Out of Bounds Festival mit dem UCI Mountainbike Downhill Weltcup vor tausenden Fans über die Bühne geht.

Sport-Veranstaltungen als Image-Katalysator

Leo Bauernberger: "Große Sport-Veranstaltungen wie diese generieren nicht nur hohe internationale Aufmerksamkeit und mediale Präsenz. Sie haben vor allem einen enormen Effekt auf die Imagebildung, Markenprofilierung und bieten wertvolle Reisemotive für eine Region." Das Salzburger Land setzt auch in diesem Jahr wieder auf einen starken Mix aus Rennrad-, Mountainbike-, Lauf- und Triathlon-Veranstaltungen, die den Ruf als Sportland auch im Sommer untermauern.

"200 Jahre Fahrrad" ist Motto des Radsommers

Ein großes Thema bei vielen Rad-Veranstaltungen im Salzburger Land wird in diesem Sommer das Jubiläum "200 Jahre Fahrrad" sein. Vor allem die Eddy Merckx Classic in der Fuschlseeregion am 9. und 10. September 2017 steht unter diesem Motto. "Die größte Radsport-Legende der Geschichte trifft auf Legenden der Radsportgeschichte", kündigte Leo Bauernberger die Veranstaltung an. Denn der beste Rennradfahrer aller Zeiten und Schirmherr des Radmarathons, Eddy Merckx, wird an diesem Wochenende natürlich wieder mit dabei sein, ebenso wie viele historische Fahrräder aus 200 Jahren Radsportgeschichte.

Ein weiterer Höhepunkt des Jubiläums im Salzburger Land ist die Sonderausstellung "Fahr!Rad – 200 Jahre auf 2 Rädern", die bereits seit April in der Bachschmiede in Wals-Siezenheim läuft. Zu sehen sind dort außergewöhnliche Exponate der Fahrradgeschichte, das historische Hoch- und Niederrad, Damenräder um die Jahrhundertwende, Rennräder und Mountainbikes der alten und neuen Generation sowie exotische Fahrräder wie das Bonanza Rad.

Salzburger Land knüpft Kontakte mit der Fahrrad-Geburtsstadt

In Mannheim konstruierte Karl Freiherr von Drais vor 200 Jahren das erste Fahrrad und unternahm mit seiner Erfindung am 12. Juni 1817 die erste Ausfahrt. Aus Anlass des Jubiläums hat die Salzburger Land Tourismus GmbH auch Kontakte in die "Geburtsstadt des Fahrrads" geknüpft. So wird das Salzburger Land unter anderem beim größten Jubiläumsevent in Mannheim, dem Monnem Bike Festival am 10. und 11. Juni mit mehr als 100.000 Besuchern, prominent vertreten sein.

"Ein spannender Austausch zweier radbegeisterter Regionen", nennt Axel Bentz, Leiter des Radjubiläums der Stadt Mannheim, die neu geschaffene Verbindung. "Auch aus touristischer Sicht kann das für Mannheim und das Salzburger Land nur von Vorteil sein."

Die heute mehr als 300.000 Einwohner starke Stadt Mannheim bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar mit 2,35 Millionen Einwohnern. Die beiden Regionen sind darüber hinaus auch verkehrstechnisch optimal verbunden: durch eine Direktverbindung von Mannheim nach Salzburg mit der Bahn und vier täglichen Direktflügen aus dem Frankfurt, das nur eine halbe Bahnstunde von Mannheim entfernt liegt.

"Mit mehr als einer Million Nächtigungen im Tourismusjahr 2016 bildet das Bundesland Baden-Württemberg schon jetzt einen sehr großen Quellmarkt für den Tourismus im Salzburger Land", präzisierte SLTG-Geschäftsführer Bauernberger. "Es wäre schön, wenn wir anlässlich des Rad-Jubiläums noch mehr für das Salzburger Land begeistern können – und im Gegenzug viele Salzburger die Schönheit von Mannheim entdecken." 170602_56 (rb/grs)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

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