Spaß und Bewegung beim gemeinsamen Kraxeln

Stöckl/Berthold/Kindergesundheit: Jedes sechste Kind ist übergewichtig / Die Initiative SALTO will dem Bewegungsmangel gegensteuern

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.06.2017
 

(LK) In Österreich bringt etwa jedes sechste Kindergartenkind zu viel Gewicht auf die Waage. Anders als von vielen angenommen, wächst sich der drollige Babyspeck in der Regel nicht aus: Aus den meisten übergewichtigen Kleinkindern werden übergewichtige Jugendliche und Erwachsene.

 

 

Zur Verdeutlichung: Laut Studien bleiben 91 Prozent der fünfjährigen Mädchen und 70 Prozent der fünfjährigen Burschen als Jugendliche übergewichtig. Die Initiative SALTO will gegensteuern und möglichst vielen Kindern ein gesundes Aufwachsen ohne Übergewicht ermöglichen.

"Gemeinsam viel bewegen" ist das Motto von SALTO, einem Projekt, das insbesondere der Adipositas im Kindergartenalter den Kampf ansagt. Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und Landesrätin Martina Berthold überzeugten sich kürzlich bei einer Eltern-Kind-Kletterstunde im Universitäts- und Landessportzentrum Rif in Hallein von der Vielfalt der SALTO-Bewegungsangebote. Dabei gingen sie den teilnehmenden Eltern und Kindern mit gutem Beispiel voran und versuchten sich erfolgreich an der Kletterwand.

"Zu wenig Bewegung und ungesunde Ernährungsgewohnheiten tragen bereits im Kindesalter wesentlich zum Anstieg von Übergewicht bei", betonte dazu heute, Montag, 5. Juni, Gesundheitsreferent Stöckl. "Das hat auch Auswirkungen auf das weitere Leben der Kinder und das Gesundheitssystem, weil viele übergewichtige Kinder von heute zu Risikopatientinnen und -patienten von morgen werden. Unser Ziel ist es, den Kindern möglichst früh Projekte, mit deren Hilfe sie auf lange Sicht den Kampf gegen die Kilos gewinnen, anzubieten. Wesentlich dabei ist es, die Eltern einzubinden und an Bord zu haben, wie dies beim Eltern-Kind-Klettern, aber auch bei vielen anderen Initiativen zur Förderung der Kindergesundheit geschieht."

"Mit SALTO vermitteln wir Kindern den Spaß an Bewegung und gesundem Essen", ergänzte Landesrätin Martina Berthold, zuständig für Kinderbildung, Jugend und Wissenschaft. "Prävention gegen Übergewicht muss bereits bei den Jüngsten ansetzen, denn bereits im Alter zwischen drei und sechs Jahren wird das spätere Ess- und Bewegungsverhalten geprägt. Besonders positiv ist, dass SALTO von einem interdisziplinären Salzburger Forschungsteam entwickelt wurde."

SALTO steht für "Salzburg together against Obesity" und ist eine Initiative des Fachbereichs Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Salzburg und der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Salzburger Landeskliniken und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität. Ausgangspunkt ist der Kindergarten, durch den vor allem die Erwachsenen, also die Pädagoginnen und Pädagogen und Eltern, angesprochen werden. Ziel ist es, Kindern gemeinsam mit den Erwachsenen möglichst viele Situationen, die einen gesunden Lebensstil langfristig ermöglichen, anzubieten. Der Kindergarten und seine Akteurinnen und Akteure sind dabei ein wichtiger Multiplikator in der Gemeinde.

Vom gemeinsamen Kochen bis zum Klettern

Wie funktioniert das Projekt SALTO in der Praxis? Abgesehen von vielen Bewegungsangeboten in den teilnehmenden Kindergärten gibt es da zum Beispiel Eltern-Kind-Bewegungsangebote wie eben das gemeinsame Klettern oder auch gemeinsame Eltern-Kind-Kochveranstaltungen. Mit diesen und vielen weiteren Angeboten wollen die SALTO-Expertinnen und –Experten die Sitz-Zeit der Kinder reduzieren und deren motorische Kompetenz verbessern. Weitere Projektziele sind die Verbesserung des Essverhaltens der Kinder so wie auch die Verbesserung der Einstellung zu Bewegung und Essen bei den Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und Kindern. Letztendlich soll der Anteil an Kindern mit einem gesundheitswirksamen Körpergewicht bei Schuleintritt erhöht werden.

13 Kindergärten mit dabei

SALTO wird seit dem Jahr 2015 in Salzburger Kindergärten umgesetzt. Zurzeit nehmen 13 Kindergärten in fast allen Bezirken an dem Projekt teil. Das Projekt wird voraussichtlich bis Mitte 2018 durchgeführt. Das wesentliche Ergebnis einer Projektevaluation aus 2017 fasst SALTO-Projektleiterin Susanne Ring-Dimitriou zusammen: "Die bisher gesetzten Maßnahmen haben zu einer langfristig anhaltenden Veränderung im Verhalten der Pädagoginnen und Pädagogen, der Eltern und Kinder geführt. Auch Veränderungen der Verhältnisse in den Kindergärten konnten bereits erzielt werden."

Der Gesundheitsförderungsfonds Salzburg und das Referat für Kinderbetreuung, Elementarbildung, Familien des Landes Salzburg unterstützen die Initiative finanziell. Außerdem wurde eine Pilotstudie 2014 mit Geld des Wissenschaftsressorts des Landes Salzburg finanziert. 170605_40 (sab/grs)

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at; Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at.

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