Tipps zum Verhalten bei großer Hitze

Stöckl/Neumann: Mit richtigem Verhalten unangenehmen Folgen vorbeugen

Salzburger Landeskorrespondenz, 23.06.2017
 

(LK) Temperaturen von 30 Grad Celsius und mehr, Sonne, Sommer. Die Meteorologen sagen auch für die nächsten Tage keine wesentliche Wetteränderung in diesem "Jahrhundert-Juni" voraus. Vor allem ältere, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen sowie Kleinkinder leiden besonders unter der Hitze.

"Es gibt einige grundlegende Empfehlungen, wie man sich bei solchen Verhältnissen verhalten sollte. Mit der Beachtung einiger Tipps und richtigem Verhalten kann man der Überhitzung und deren unangenehmen Folgen rechtzeitig vorbeugen", so Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und Landessanitätsdirektorin Heidelinde Neumann heute, Freitag, 23. Juni.

Die Landessanitätsdirektion stellte folgende Gesundheitstipps zusammen:

Hitze meiden: Wenn möglich, sollte die heiße Mittagssonne gemieden und Schatten oder kühle Räume gesucht werden. Anstrengende Tätigkeiten sollten während kühlerer Tageszeiten durchgeführt werden.

Helle, weite Bekleidung: Helle, luftig und weit geschnittene Kleidung aus Naturstoffen (beispielsweise Baumwolle) ist ein gutes Mittel, der Hitze etwas zu entkommen. Mit einem passenden Hut oder einer anderen Kopfbedeckung sollte man den Kopf kühl halten und diesen Bereich, inklusive Nacken, vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.

Schwitzen: Schwitzen ist prinzipiell gesund, es ist das Kühlungssystem des Menschen. Durch Verdunsten des Schweißes auf der Haut wird die Körpertemperatur konstant gehalten. Durch das Schwitzen verliert der Körper aber auch Flüssigkeit und Mineralstoffe. Diese müssen durch richtiges Trinken und eine geeignete Kost ersetzt werden. Richtiges Trinken heißt, dass man mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen sollte. Auch wenn kein Durst vorhanden ist, muss man regelmäßig trinken. Als Durstlöscher sind stilles oder kohlensäurearmes Mineralwasser, aber auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte gut geeignet. Nicht geeignet sind eiskalte und stark gezuckerte Getränke sowie Alkohol und koffeinhaltige Getränke, weil sie dem Körper Wasser entziehen.

Leichte Kost: Fette oder süße Speisen sind bei Hitze unbedingt zu vermeiden. Leichte Kost mit möglichst hohem Wassergehalt in mehreren kleineren Portionen belastet den Kreislauf weniger, zum Beispiel Obst, Gemüse, Salate, Milchprodukte, Fisch, mageres Fleisch.

Kühlendes Wasser: Kalte Wickel, kühle Duschen, Eintauchen der Unterarme in kaltes Wasser oder ein Fußbad kühlen den Körper angenehm. Davon sollte unbedingt Gebrauch gemacht werden, wenn man spürt, dass die Hitze zu viel für den Körper ist.

Auto: Schattenparkplätze sind zu bevorzugen, Sonnenrollos oder Schutzblenden sollten verwendet werden. Der Aufenthalt in einem parkenden Auto bei Hitze ist tabu, da das Auto bei verschlossenen Fenstern und Türen binnen weniger Minuten zum gefährlichen Backofen wird. Dies ist besonders bei Säuglingen und Kleinkindern zu beachten, aber auch Tiere sind bei extremer Hitze nicht in einem geschlossenen Auto zurückzulassen. Beim Fahren sollte man das Gebläse auf Durchlüftung stellen oder die Klima-Anlage verwenden, aber nicht zu stark abkühlen, sonst belastet das Aussteigen den Kreislauf. Trinkpausen sind wichtig bei längeren Autofahrten.

Lüften: Die Wohnräume sollten bevorzugt zu den kühleren Tageszeiten (Nacht, frühe Morgenstunden) gelüftet werden. Danach schließt man die Fenster und verdunkelt die Räume mit einem Sonnenschutz (Vorhang, Rollo). So bleiben die Räume eine Weile angenehm kühl. Wenn keine Klimaanlage vorhanden ist, verrichtet auch ein Ventilator gute Dienste.

Räume mit Gaskombithermen oder Gasdurchlauferhitzern: Diese Räume müssen ständig großzügig belüftet werden (zum Beispiel durch offene Fenster), weil es bei hohen Außentemperaturen zu Abzugsstörungen der Abgase kommen kann. Der damit verbundene Austritt des farb- und geruchlosen Gases Kohlenmonoxid kann zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen.

Folgende Empfehlungen gibt es für Angehörige von alleinlebenden älteren Personen beziehungsweise Risikogruppen:

  • tägliche Telefonate oder Besuche für den Bedarfsfall organisieren
  • Betreuungsmöglichkeiten durch Hilfsdienste abklären
  • Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken sicherstellen
  • Telefonlisten mit Ansprechpersonen zum Telefon legen
  • Medikamentenlisten (in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin) zur Dokumentation für Einsatzkräfte für den Notfall bereitlegen

Für Pflegeheime, Spitäler und Mobile Dienste wird empfohlen:

  • Risikopatientinnen und -patienten identifizieren
  • räumliche Gegebenheiten analysieren, Maßnahmen zur Abhilfe festlegen (Lüftungsmöglichkeiten, Klimaanlagen)
  • mögliche Kapazitätsengpässe, zum Beispiel Pflegepersonalbedarf, identifizieren
  • frühzeitig einen internen Überwachungsplan erstellen und aktivieren
  • Sicherstellen des Informationsflusses, Vorwarnservice etc.

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