Zur Erinnerung an 5.000 jüdische Flüchtlinge

Rössler und Berthold zum Festakt 70 Jahre jüdischer Exodus Krimmler Tauern sowie 10 Jahre Friedensprojekt Alpine Peace Crossing

Salzburger Landeskorrespondenz, 23.06.2017
 

(LK) In Krimml, im Nationalpark Hohe Tauern, ereignete sich vor 70 Jahren ein Stück Weltgeschichte: In den Sommermonaten 1947 sind tausende jüdische Bürgerinnen und Bürger in Gruppen von jeweils zirka 200 Personen über den 2.633 Meter hohen Krimmler Tauernpass nach Südtirol geflüchtet und von dort weiter nach Genua mit Ziel Palästina. Österreich und besonders Salzburg waren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zur Drehscheibe des Exodus für 200.000 Juden aus Zentral- und Osteuropa geworden. Die Grenze nach Italien war ihnen versperrt. Der bis zu zehnstündige Fußmarsch über die Hohen Tauern war die anstrengendste und spektakulärste Fluchtroute für 5.000 Männer, Frauen und auch Kinder.

An diesen Weg in die Freiheit erinnert seit zehn Jahren die Initiative "Alpine Peace Crossing" (APC), mit einem Marsch der Erinnerung auf den Spuren dieser Flüchtlinge. Die Wanderung führt vom Krimmler Tauernhaus über die Passhöhe des Krimmler Tauern nach Kasern in Südtirol.

"Der Krimmler Tauernpass ist zu einem Symbol geworden, was Menschen auf der Flucht alles auf sich nehmen, um ein sicheres Land zu erreichen. Damals wie heute sollen wir uns die Frage stellen, was wir beitragen können, um Menschen Sicherheit und Frieden gewährleisten zu können", so Nationalparkreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler heute, Freitag, 23. Juni, anlässlich der Eröffnung des Friedensprojekts in Krimml.

Nach der Eröffnungsansprache von Bundespräsident Alexander Van der Bellen wurden die Themenschwerpunkte "Flüchtlinge sind Menschen" sowie "Der Pinzgau unter dem Hakenkreuz" behandelt. Die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema "70 Jahre jüdischer Exodus Krimml - Fluchtbewegung durch Europa" bildete den Abschluss des Festaktes. Morgen, Samstag, 24. Juni, beginnt die Friedenswanderung über den Krimmler Tauern.

"Ich danke dem Verein Alpine Peace Crossing, der auf das Schicksaal der jüdischen Flüchtlinge aufmerksam macht. Der Krimmler Friedensdialog und die Gedächtnisüberquerung erinnern an die gefährliche Flucht der Menschen vor 70 Jahren über den Krimmler Tauernpass. Alpine Peace Crossing weist aber auch auf das Leid jener Menschen hin, die gegenwärtig auf Flucht und Asylsuche sind. Heute sind weltweit mehr Kinder, Frauen und Männer von Flucht und Vertreibung betroffen, als je zuvor. Ende 2016 waren es 65,6 Millionen Menschen. Das sind um 300.000 mehr Menschen als im Jahr zuvor und mehr Menschen als heute in Großbritannien leben. Wo menschliche Tragödien und Leid passieren, dort darf das zivilisierte Europa nicht wegschauen", so Integrationslandesrätin Martina Berthold, die morgen, Samstag, bei Alpine Peace Crossing mitwandert.

Im Webshop des Landes kann die DVD "1947 - Salzburg als Drehscheibe des jüdischen Exodus" bestellt werden, die zum Auftakt der Initiative "Alpine Peace Crossing" vom Referat Erwachsenenbildung und Bildungsmedien des Landes in Auftrag gegebene worden war. 170623_31 (jus/kg)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at; Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at.

Das Land Salzburg auf Facebook und Twitter.