Nach Umbau und Sanierung trifft Tradition auf High-Tech

Stöckl: Salzburger Landesapotheke erstrahlt in neuem Glanz

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.07.2017
 

(LK) Die traditionsreiche Landesapotheke am Standort Universitätsklinikum Salzburg Landeskrankenhaus wurde in den vergangenen Jahren komplett saniert und modernisiert. In der letzten Renovierungsetappe von nur drei Monaten wurde nun die öffentliche Apotheke komplett neu gestaltet. Das gaben Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl und die Salzburger Landeskliniken (SALK) heute, Mittwoch, 5. Juli, bekannt.

Nach der Sanierung und Modernisierung der Arzneimittellogistik, der Arzneimittelproduktion und der zentralen Zytostatikazubereitung in den vergangenen Jahren war nun die Umgestaltung der öffentlichen Apotheke die letzte Renovierungsetappe.

Mehr als 100 Jahre lang blieb das Gesicht der öffentlichen Apotheke unverändert. Nun war es an der Zeit für ein Facelifting, um den Verkaufsraum, den täglich bis zu 400 Kundinnen und Kunden betreten, in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Die mehr als 100 Jahre alten Holzmöbel wurden dem Salzburg Museum überlassen. Dort werden sie nun aufbewahrt und restauriert. Das unter Denkmalschutz stehende Gewölbe, der gusseiserne Empire-Ofen und der Terrazzoboden im Verkaufsraum, zeugen aber weiterhin von der langen Geschichte der Landesapotheke in der Stadt Salzburg.

Hohe Effizienz durch Medikamentenroboter

Der Verkaufsraum wurde komplett umgestaltet. Der neue "Star" der öffentlichen Apotheke ist ein Medikamentenroboter, der mit 15.000 Packungen bestückt werden kann. In dieses elektronisch gesteuerte Warenlager können bei Bedarf vollautomatisch bis zu 180 Packungen pro Stunde eingelagert werden. Der Transport der Medikamentenpackungen an den jeweiligen Abgabeplatz erfolgt dann vollautomatisch. Dadurch bleibt den Apothekerinnen und Apothekern mehr Zeit für die Beratung und Betreuung der Kundinnen und Kunden, denn das Suchen nach den gewünschten Medikamenten fällt weg.

"Wir sind stolz auf unser neues Gesicht. Wir haben mehr persönliche Beratungsplätze, die Frei- und Sichtwahlregale sind nun nach Themen geordnet, und durch die neue Beleuchtung sind die Räume viel heller geworden", so der Leiter der Salzburger Landesapotheke, Günter Fellhofer.

Gesundheits- und Spitalsreferent Stöckl verwies auf die große Bedeutung der Salzburger Landesapotheke: "Die Landesapotheke ist die einzige Apotheke im Bundesland Salzburg, die zugleich eine öffentliche und eine Spitalsapotheke ist. Sie ist neben ihrer Funktion für die Landeskliniken eine zentral gelegene und kompetente Anlaufstelle für mehr als 400 Menschen am Tag, für viele Arztpraxen und für Seniorinnen- und Seniorenhäuser. Die Landesapotheke ist damit nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der Salzburger Landeskliniken, sondern ein wichtiger medizinischer Nahversorger."

Versorgung der Spitäler und Arzneimittelinformation

"Als Krankenhausapotheke versorgt sie nicht nur alle Kliniken, die unter dem Dach der Salzburger Landeskliniken zusammengefasst sind, sondern auch mehr als 20 weitere Kliniken und Pflegeeinrichtungen in Salzburg. Für alle diese Gesundheitseinrichtungen werden nicht nur sämtliche Logistikdienstleistungen, vom zentralen Medikamenteneinkauf bis zur stationsbezogenen Auslieferung und Abrechnung, erbracht, sondern auch umfassende Arzneimittelinformation und klinisch-pharmazeutische Dienstleistungen", erklärte SALK-Geschäftsführer Paul Sungler. Besonders wichtig sei hierbei die Beratung von Ärztinnen und Ärzten und der Pflegekräfte in allen Fragen zu Medikamenten, Arzneimitteltherapie und Arzneimittelsicherheit.

Zytostatika und Arzneimittelproduktion

Ein bedeutender Teil der Landesapotheke ist die zentrale Zytostatikazubereitung, bei der für die onkologischen Patienten der betreuten Krankenhäuser alle Krebsmedikationen individuell zubereitet werden. Darüber hinaus verfügt die Landesapotheke Salzburg über eine zertifizierte Abteilung für Arzneimittelproduktion, in der sowohl für die Patientinnen und Patienten individuelle Arzneimittelzubereitungen für die versorgten Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen produziert werden, als auch spezielle Arzneimittel und Nischenprodukte für Krankenhäuser in ganz Österreich.

Beeindruckende Zahlen

Die Bilanz der einzelnen Abteilungen kann sich sehen lassen. So befinden sich im Lager der Arzneimittellogistik zum Beispiel 58.000 Einzelpackungen, auch 12.000 verschiedene Infusionslösungen, und im Kaltraum werden weitere 4.500 spezielle Arzneimittel verwahrt. In der zentralen Zytostatikaabteilung werden jährlich bis zu 30.000 verschiedene, individuell abgestimmte Therapien für Tumorpatientinnen und -patienten hergestellt. Die Arzneimittelproduktion stellt jedes Jahr mehr als 300.000 Injektions- und Infusionslösungen her.

Historisches

Nach der Errichtung des Sankt-Johanns-Spitals von 1692 bis 1694 dauerte es noch 50 Jahre, bis eine eigene Apotheke hinzukam. Bis dahin wurde das Krankenhaus von den umliegenden Stadtapotheken beliefert. Laut Stiftungsbrief von 1753, der als verschollen gilt, hatte die Apotheke von Anfang an zwei Funktionen: die einer öffentlichen Apotheke und die einer Anstaltsapotheke. In Betrieb genommen wurde die Spitalsapotheke 1754. 170705_55 (rb/grs)

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.

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