Die Tücken des Sommers

Rössler: Hornissen, Wespen, Hummeln und Bienen sind wichtig für das Ökosystem

Salzburger Landeskorrespondenz, 28.07.2017
 

(LK) Jetzt, in der schönen und heißen Zeit, verbringen viele ihre Freizeit gerne im Freien. Der Sommer hat für manche aber auch seine Schattenseiten, nämlich dann, wenn Bienen, Wespen oder andere Stechinsekten die Bade-, Wander- oder Essensfreuden trüben. Die charakteristisch gezeichneten Tierchen sind hübsch anzusehen, mitunter aber aufgrund ihrer wehrhaften Ausstattung mit einem Giftstachel wenig beliebt. Besonders gerne kommen Wespen als ungebetene Gäste an den Esstisch, an gut besuchte Badeplätze oder nisten sich sogar im Haus oder in unmittelbarer Nähe davon ein. Somit werden die nützlichen Insekten zum gefürchteten und lästigen Insekt. "Dabei leisten Wespen sowie Bienen, Hummeln und Hornissen als Bestäuber und Schädlingsbekämpfer wertvolle Arbeit im Naturhaushalt", so Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler heute, Freitag, 28. Juli.

Empfehlungen für den korrekten Umgang mit Stechinsekten

Wildlebende Bienen und Wespen sind durch Lebensraumverlust und Pestizide gefährdet. Daher sollten deren Nester soweit wie möglich geschont werden. Einige Tipps und Informationen zu deren Lebensweise können übereiltes und unbedachtes Vorgehen verhindern. So bewohnen etwa Bienen und Wespen ihre Nester nur für ein Jahr. In vielen Fällen ist die einfachste Lösung, das Nest hängen zu lassen, bis der gesamte Staat bei den ersten Nachtfrösten im Herbst abstirbt. Spätestens Ende Oktober ist das Nest ausgestorben und die Jungköniginnen überwintern in der Erde.

Zu wissen, wo das Nest liegt, kann schon ein entscheidender Vorteil sein, um Zwischenfälle zu vermeiden. Innenräume von Gebäuden können mit Fliegengittern geschützt werden. Man kann sich dem Nest gefahrlos nähern, wenn man sich ruhig bewegt und nicht unmittelbar vor das Ausflugloch tritt. Schlüsselreize für Angriffe sind Erschütterungen des Nestes, das Versperren des Flugloches und das Schlagen nach den Tieren. Vorsicht ist etwa beim Rasenmähen oder auch beim Durchstreifen eines halboffenen Waldstückes geboten, so Gundi Habenicht von der Naturschutzabteilung des Landes.

Wie gefährlich sind Hornissen?

Die großen Hornissen sehen zwar gefährlich aus, sind aber ausgesprochen friedfertig und scheuer als Wespen und Honigbienen. Ihr Gift ist nicht gefährlicher als das einer Biene oder Wespe. Bei jedem Insektenstich können jedoch allergische Reaktionen auftreten.

Dürfen Wespennester entfernt werden?

Wie alle nicht jagdbaren, freilebenden Tierarten unterliegen Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen einem allgemeinen Schutz nach den Bestimmungen des Salzburger Naturschutzgesetzes. Demnach ist jede mutwillige, also ohne vernünftigen oder berechtigten Zweck erfolgende, Beunruhigung, Verfolgung, Verletzung oder Vernichtung dieser Tiere einschließlich ihrer Entwicklungsformen, Brutstätten und Nester untersagt.

Die Beseitigung offensichtlicher Gefährdungsrisiken stellt jedenfalls einen berechtigten Zweck dar. Somit dürfen Nester, wenn sie sich an ungünstigen Stellen befinden, wie zum Beispiel im Wohn- und Essbereich oder etwa in Kindergärten, umgesiedelt oder entfernt werden. Mit der fachkundigen Umsiedlung oder Entfernung von Wespennestern sind vielfach die ortsansässigen Feuerwehren vertraut. Vor Umsiedlung oder Entfernung sollte auch die Möglichkeit der Einbeziehung von Spezialisten, wie Imker oder Entomologen, in Betracht gezogen werden.

Zu beachten ist, dass die Freiwilligen Feuerwehren auf dem Land nur bei Gefahr in Verzug ausrücken. Diese Wespeneinsätze werden verrechnet und der Betrag richtet sich nach dem tatsächlichen Aufwand. Die Berufsfeuerwehr der Stadt Salzburg verlangt für eine Wespennest-Entfernung 100 Euro. Handelt es sich um ein nicht fei hängendes oder nicht leicht zugängliches Nest, ist ein professioneller Fachbetrieb (Kammerjäger) zu verständigen.

Was tun bei einem Bienen- oder Wespenstich?

Wenn trotz aller Vorsicht eine Biene oder Wespe sticht, rät Landessanitätsdirektorin Heidelinde Neumann zu folgendem Vorgehen: Einen Bienenstich kann man auf den ersten Blick von einem Wespenstich unterscheiden, denn bei Bienen bleibt ein Stachel mit Giftblase in der Haut zurück. Dieser Stachel muss zunächst und möglichst umgehend entfernt werden, optimalerweise mit einer Pinzette. Mit einem Coolpack oder falls nicht zur Hand mit kaltem Wasser oder einer kalten Flasche sollte die Einstichstelle sofort gekühlt werden, um eine Schwellung zu vermeiden. Auch das "Hausmittel", die Stichstelle mit einer frisch aufgeschnittenen Zwiebel einzureiben, kann angewendet werden. Gegen den Juckreiz eine Insektensalbe bzw. ein Insektengel aus der Apotheke. Diese wirken kühlend und entzündungshemmend, sie lindern die Schwellung und den Schmerz.

Insbesondere wenn eine Wespe unbemerkt aus einem Glas in den Mund gelangt und dort zusticht, kann es brenzlig werden. In diesem Fall mit Eiswürfel hältiger Flüssigkeit den Mundraum kühlen und kalte Halsumschläge anwenden. Trotzdem können die Schleimhäute so stark anschwellen, dass es zu Atemproblemen kommen kann. Daher ist sofort ein Arzt aufzusuchen oder die Rettung zu verständigen.

Eine allergische Reaktion nach einem Stich kann von starker Schwellung und leichter Übelkeit bis hin zu einem allergischen und lebensbedrohlichem Schock reichen. Anzeichen für eine Allergie äußern sich bereits nach wenigen Minuten – es können Schwindel, Herzrasen, Hautausschlag, Schweißausbrüche, Zittern, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Bei den ersten Anzeichen muss sofort der Notarzt verständigt werden. Allergiker sollten daher immer ein kleines Set mit einem Antiallergikum mit sich führen, insbesondere im Sommer. 170724_21 (kg/sab)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

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