Riesenbärenklau als Gefahr für Mensch und Natur

Berg- und Naturwacht führt Bekämpfungsaktion der invasiven Schädlingspflanze in Ramingstein durch

Salzburger Landeskorrespondenz, 09.08.2017
 

(LK) Bei Ramingstein im Lungau wächst eine große Anzahl von Riesenbärenklau, auch Herkulespflanze oder Bärenkralle genannt. Diese Pflanze stellt nicht nur eine Gefahr für die biologische Vielfalt, sondern auch ein Gesundheitsrisiko für Menschen dar und wird nun von Mitgliedern der Berg- und Naturwacht professionell beseitigt.

"Die Bereitschaft der ehrenamtlichen Mitglieder der Berg- und Naturwacht, an diesem Arbeitseinsatz mitzuwirken, ist ein Beleg für die hohe Einsatzbereitschaft und das Verantwortungsbewusstsein der Naturschutzwacheorgane für die heimische Natur und die Salzburger Bevölkerung", sagte Naturschutzreferentin Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler heute, Mittwoch, 9. August.

"Der Riesenbärenklau stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar. Es ist deshalb wichtig und notwendig, diese Giftpflanze, die mittlerweile leider auch in Salzburg auftritt, rechtzeitig und gründlich zu beseitigen", so Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl, der sich "bei allen, die sich bei der Aktion in Ramingstein beteiligen und sich damit in den Dienst der Gesundheit stellen", bedankte.

"Die Gemeinde Ramingstein ist an uns herangetreten, um die Arbeit durchzuführen, und wir stellen uns dazu gerne zur Verfügung", erklärte Alexander Leitner, Landesleiter der Berg- und Naturwacht, dem Hilfe und Unterstützung der Bevölkerung sowie Aufklärung über Naturschutzangelegenheiten besonders am Herzen liegen.

Bei der Aktion werden die Mitglieder der Berg- und Naturwacht mit einer speziellen Schutzkleidung und Gesichtsschutz ausgestattet, um die Pflanze gefahrlos beseitigen zu können. Denn der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus enthält Substanzen, die in Verbindung mit dem Sonnenlicht zu teils schweren Hautentzündungen bis hin zu schweren Verbrennungen dritten Grades führen können, so die Umweltmedizin der Landessanitätsdirektion. Bei besonders empfindlichen Menschen können Reaktionen schon bei einfacher Berührung mit der Pflanze auftreten. Kinder gelten als besonders gefährdet, wenn sie in unmittelbarer Nähe dieser Pflanzen oder mit Pflanzenteilen spielen. Jeglicher Umgang mit dem Riesenbärenklau sollte daher mit besonderer Vorsicht erfolgen.

Biodiversität in Gefahr

Aber nicht nur die Gefährdung der Gesundheit durch die Pflanze ist gegeben, sie schädigt auch die Biodiversität. "Der Riesenbärenklau kann mehr als drei Meter hoch werden. Er stammt ursprünglich aus dem Kaukasus, verdrängt heimische Pflanzen in großem Ausmaß und zählt damit zu den invasiven Arten", erklärte Hermann Hinterstoisser vom Referat Naturschutzgrundlagen und Sachverständigendienst. "Die Aktion wird jetzt durchgeführt, um ein Aussamen und damit eine weitere Verbreitung der Pflanze im Lungau hintanzuhalten." Der Riesenbärenklau findet sich auch auf der Liste der EU jener invasiven, nicht ursprünglichen Pflanzenarten, die sich rasch ausbreiten und heimische Arten verdrängen. Das heißt, deren Bestand ist europaweit einzudämmen.

Die Aktion wird von der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg gemeinsam mit der Gemeinde Ramingstein, der Umweltmedizin in der Landessanitätsdirektion sowie der Berg- und Naturwacht durchgeführt.

Informationen zum gesundheitlich risikolosen Umgang und zur Beseitigung des Riesenbärenklaus hat die Umweltmedizin in der Landessanitätsdirektion auf der Webseite des Landes zusammengestellt. 170809_10 (ram/sm)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at und Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.

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