Unbekannte Schätze im Herzen der Salzburger Altstadt

Haslauer bei Eröffnung des Privatmuseums "Kunst der verlorenen Generation"

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.10.2017
 

(LK) Das Museum "Kunst der verlorenen Generation" öffnet in der Sigmund-Haffner-Gasse in Salzburg seine Tore. Eine Privatsammlung von mehr als dreihundert Ölbildern hat lange Zeit einen Standort gesucht und hier ihren Platz gefunden. Die Besonderheit der Sammlung liegt im Leben der Künstler. "Diese kleine, aber feine Schatztruhe im Herzen der Salzburger Altstadt ist außergewöhnlich, weil es sich bei den ausgestellten Werken um vorwiegend unbekannte, jedoch nicht unbedeutende Künstler handelt. Ihre Werke galten lange Zeit als verloren oder verschollen", erklärte Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute, Freitag, 6. Oktober, bei der Eröffnung.

Außergewöhnlich ist auch der Sammler selbst. Professor Heinz Böhme, der Gründer des Museums stellt der Öffentlichkeit eine außergewöhnliche Sammlung zur Verfügung. Als Internist war er mehr als 30 Jahre an Instituten, Krankenhäusern und Universitätskliniken tätig. Dazu kam noch eine Sammlerleidenschaft, die schönste "unheilbare" Krankheit, wie er selbst sagt. "Mit akribischer langjähriger Recherche hat er das Leben der Künstler durchforstet und erforscht. So ist es ihm gelungen, viele Kunstwerke der verlorenen Generation in seiner Hand zu vereinigen", so Haslauer.

Die Künstler, alle zwischen 1880 und 1910 geboren, haben gemeinsam, dass sie in der Zeit vor dem Nationalsozialismus bereits eine gewisse Bekanntheit und Beachtung erlangt hatten. An zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland hatten sie bereits teilgenommen. Sie kamen aus allen Winkeln der Weimarer Republik sowie der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Sie wurden von der Geschichte gleich zweimal überrollt. Ins Weltbild des Nationalsozialismus passten sie wegen ihrer politischen Gesinnung, ihrer Herkunft, ihrer Religion oder wegen ihrer "expressionistischen" Ausdrucksweise nicht. Ihre Werke wurden von den Nationalsozialisten von den Kunstausstellungen und Museen als "entartet" entfernt, zerstört, verfemt, angeprangert und gleichzeitig zur Schau gestellt oder auch ins Ausland verkauft. Mit etwas Glück wurden die Bilder im Verborgenen aufbewahrt.

Sammlung erweckt verborgene Kunstwerke wieder zum Leben

Die verschollenen Werke werden nun in den Räumen des Baron-Pranckh-Hauses in der Sigmund-Haffner-Gasse in Salzburg, erstmals 1365 erwähnt, präsentiert. Die Eröffnungsausstellung "Wir haben uns lange nicht gesehen" startet am 19. Oktober und ist jeweils donnerstags und freitags von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist kostenlos. 171006_61 (sm/sab)

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