Schulneubau aus Holz feierlich eröffnet

Haslauer: Holztechnikum Kuchl als überregionales Kompetenzzentrum belebt Salzburger Wirtschaft

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.10.2017
 

(LK) Landeshauptmann Wilfried Haslauer eröffnete heute, Freitag, 6. Oktober, offiziell den Neubau des Holztechnikums Kuchl.

"Kuchl hat sich mit rund 30 holzverarbeitenden Betrieben, der Fachhochschule, Einrichtungsberaterschule, HTL, Fachschule und Landesberufsschule sowie proHolz und dem Holzcluster als überregionales Kompetenzzentrum im Bereich Holz einen Namen gemacht. Die Investition in den Neubau des Holztechnikums Kuchl ist auch eine Investition in und für das Land Salzburg. In der Bauausführung haben sich in vielen Gewerken Salzburger Firmen durchgesetzt. Dadurch trägt dieses Projekt auch zur Belebung der Salzburger Wirtschaft bei", so Haslauer bei der Eröffnung.

Das Holztechnikum Kuchl (HTK) bietet eine in Europa einzigartige Kombination aus Holz/Technik, Wirtschaft und Sprachen (Englisch, Italienisch, Russisch). Das neue Schulgebäude wird den heutigen Anforderungen eines modernen Unterrichts gerecht. "Mit dem Neubau können wir unserem Ruf als ausgezeichnete Ausbildungsstätte gerecht werden. Die gesamte Holzindustrie steht hinter dem Projekt und finanziert es mit", so Wolfgang Hutter, Präsident des Holztechnikums Kuchl.

Die Errichtungskosten von insgesamt 9,8 Millionen Euro teilten sich das Land Salzburg, das Bundesministerium für Bildung und Frauen sowie der Fachverband und die Fachgruppen der Holzindustrie Österreichs.

Schule mit Job-Garantie

Wer die Ausbildung in HTL oder FS absolviert, hat so gut wie sicher einen Arbeitsplatz in der heimischen Holzwirtschaft. "Stolz sind wir in Kuchl auch auf die Tatsache, dass 82 Prozent der Schüler, die in der ersten Klasse beginnen, ihre Schullaufbahn auch erfolgreich beenden", ergänzt Direktor Hans Blinzer. Rund 400 Jugendliche besuchen den Campus. Die Schülerinnen und Schüler, die von 50 Lehrerinnen und Lehrern und 15 Internatspädagoginnen und -pädagogen unterrichtet und betreut werden, kommen aus ganz Österreich, Südtirol und Deutschland. Die Holzindustrie hat in Österreich eine lange Tradition und stellt eine wichtige Säule der Wirtschaft dar. Diese Position kann nur mit entsprechend qualifizierten Arbeitskräften gehalten und ausgebaut werden.

Neues Konzept - Fachschule 4.0

Vertreter der Holzwirtschaft haben bei der Neukonzeption des Fachschullehrplans mitgewirkt, man möchte somit die Ausbildung noch praxisnaher und für junge holzinteressierte Schülerinnen und Schüler noch spannender gestalten. Am Beginn des 5. Semesters kann man sich für einen Ausbildungsschwerpunkt - Holzbautechnik, Tischlereitechnik, Holztechnik oder Holztechnik mit Vorbereitung auf den Einstieg in die 4. HTL - entscheiden. Dieses neue Konzept soll nun die bewährte HTL-Schiene (Beruf: Wirtschaftsingenieur-Holztechnik) ergänzen.

Zwei Bauetappen für reibungslosen Schulbetrieb

Im Juli 2015 erfolgte der Baubeginn. Die erste Bauphase (Neubau aus Brettsperrholz) konnte im September 2016 abgeschlossen werden. Die zweite Bauphase (Generalsanierung des Osttraktes in Holz) wurde im Frühjahr 2017 beendet.

Das Bauvorhaben konzentrierte sich vorerst auf den Nordtrakt des L-förmigen Gebäudes, um den laufenden Schulbetrieb weiterführen zu können. "Holz gewinnt als Baumaterial stetig an Bedeutung und nicht zuletzt haben auch der Klimaschutz und die Ressourcenschonung im Bauwesen ein Umdenken hervorgerufen. Gleichzeitig machen heute technische Entwicklungen sowie computergestützte Fertigungsmethoden, ein hoher Vorfertigungsgrad und kurze Errichtungszeiten den Holzbau sehr attraktiv", berichtete Architekt Tom Lechner. "Beim Brand- und Lärmschutz wurden Verbesserungen bewirkt. Zudem ist Holz anderen Materialien in energetischer und ökologischer Hinsicht überlegen", begründete HTK-Präsident Wolfgang Hutter die Wahl des Baumaterials.

Herausragendes Merkmal des Neubaus am Holztechnikum Kuchl ist der moderne Holzwerkstoff "Brettsperrholz". Kreuzweise verleimte Bretter bilden die massive Tragstruktur der Wände und Decken. Hochgedämmt wurde das Gebäude energieeffizient errichtet.

"Das Konzept für die neue Schule beinhaltet neben freien Bewegungsräumen, Gruppenarbeits- und Aufenthaltsräumen auch Platz für offene Unterrichtsformen für mehrere Klassen", erklärte HTK-Direktor Hans Blinzer. Diese Klassen werden in einem räumlichen Verbund (Cluster) zusammengefasst. Die räumliche Infrastruktur soll einen möglichst flexiblen Wechsel zwischen verschiedenen Lernformen, wie Einzelarbeit, Gruppenarbeit oder auch Frontalunterricht ermöglichen. "Cluster" bedeutet, dass drei Klassen und ein Gruppenraum zu einem räumlichen Verbund zusammengefasst werden, wodurch die klassenübergreifenden Kooperationen gestärkt und überschaubare Einheiten geschaffen werden. Das Herzstück jedes Clusters ist der sogenannte Marktplatz bzw. die Gruppenzone. Er dient als Aufenthaltsbereich in den Pausen sowie Arbeitsbereich für Individualphasen von einzelnen Schülern während des Unterrichts.

Niedrigstenergiestandard gegeben

"In den Unterrichtsräumen wurden die Brettsperrholzwände und -decken sichtbar ausgeführt. Akustikpaneele im Bereich der Decken und mit Loden bespannte Pinnwände an den Wänden sorgen für eine optimale Raumakustik", erklärte HTK-Geschäftsführer Hans Rechner. Der überwiegende Teil der Einrichtung wurde in den Werkstätten von den Schülerinnen und Schülern produziert. Im gesamten Schulgebäude wurde massiver Eichenparkettboden verlegt. Die installierte Fußbodenheizung kann in den warmen Monaten gegebenenfalls auch als Kühlung verwendet werden. Dafür wurde eine Grundwasserwärmepumpe installiert. Die erforderlichen Brandschutzklassifikationen maßgeblicher tragender Bauteile wurden durch entsprechende Überdimensionierung sowie teilweise vollflächigen Brandschutzverkleidungen erreicht. Als Fassade wurde eine einerseits geschlossene, hinterlüftete Holzfassade sowie eine offene hinterlüftete Lamellenfassade aus Holz errichtet. Die großzügigen Glasfassaden der Klassen- und Büroräumlichkeiten wurden größtenteils mittels absturzsicherer Fixverglasung hergestellt. In den Klassenräumen gibt es zusätzlich Lüftungsflügel. Der Luftaustausch in den Clustern erfolgt mittels kontrollierter Lüftung. Die Lüftungsanlage wurde mit einem Wärmetauscher versehen, damit eine optimale Nutzung der Abwärme erreicht wird. Mit einem Heizwärmebedarf von 24 Kilowattstunde pro Quadratmeter und Jahr erreicht der Schulneubau somit Niedrigstenergiestandard. Das Stiegenhaus ist mit freitragenden Holzmassivtrittstufen ausgeführt und man errichtete ein offenes Konzept mit Brandschutzschiebetüren, welche nur im Brandfall schließen.

Türen stehen offen

Interessierte haben die Möglichkeit, sich an den Tagen der offenen Tür über das Holztechnikum zu informieren und zwar am Freitag, 1. Dezember, von 13.00 bis 18.00 Uhr, am Samstag, 2. Dezember, von 9.00 bis 15.00 Uhr und am Samstag, 27. Jänner, von 9.00 bis 15.00 Uhr.

Zudem haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit im Lauf des Schuljahres an ein bis zwei Tagen ihrer Wahl zu "schnuppern", also am Unterricht teilzunehmen, im Internat zu wohnen und Lehrkräfte sowie Internatspädagogen kennenzulernen. 171006_30 (jus/sm)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

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