Hain der Flucht errichtet

Ort der Hoffnung beim Krimmler Tauernhaus in Gedenken an Menschen auf der Flucht errichtet

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.10.2017
 

(LK/Video) Direkt an der alten Fluchtroute über den Krimmler Tauern, in der Nähe des Krimmler Tauernhauses, errichteten Alpine Peace Crossing und der Nationalpark Hohe Tauern einen spirituellen Ort der Hoffnung für Menschen auf der Flucht.

"Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung, wie heute. Der Krimmler Tauernpass ist zu einem Symbol dafür geworden, was Menschen bereit sind auf sich zu nehmen, um ein sicheres Land zu erreichen. Wir alle sollten uns die Frage stellen, was wir beitragen können, um Frieden und Sicherheit überall auf der Welt zu gewährleisten", so Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler heute, Dienstag, 17. Oktober, bei der feierlichen Einweihung des Hains der Flucht im Krimmler Achental beim Krimmler Tauernhaus.

 

"Mit dem Hain der Flucht wollen wir Menschen daran erinnern, dass es für jede bzw. jeden einzelnen von uns immer möglich ist, zu helfen, zu beschützen, sich einzusetzen. Das war damals der Fall und gilt heute genauso", sagte Ernst Löschner, Initiator und Vorstandsvorsitzender von Alpine Peace Crossing. "Der Hain soll an unsere Menschlichkeit appellieren und Menschen auf der Flucht Mut und Hoffnung schenken", so Löschner.

     Hain der Flucht: 7x7 Bäume und zwei Natursteine    

Die Installation im Krimmler Achental liegt an einer alten Fluchtroute. Nach dem Krieg kamen mehr als 200.000 Juden aus Osteuropa nach Österreich, etwa 80.000 mit dem Ziel, in Palästina eine neue Heimat zu finden. Im Sommer 1947, nachdem die Grenze von Salzburg nach Tirol für Juden geschlossen wurde, nahmen 5.500 den 15-stündigen Fußmarsch über das Krimmler Tauernjoch (Höhe 2.634 m) auf sich.

Jeder einzelne Baum ist Menschen gewidmet, für die dieser Fluchtweg schicksalhafte Bedeutung hatte, und allen Unterstützerinnen sowie Unterstützern, die sich mit ihrem Engagement Verdienste erworben haben. Die zwei Steine ehren große Persönlichkeiten, die selbst Flüchtlinge waren, Flüchtenden Schutz gewähr(t)en oder sich als Friedensstifterinnen und Friedensstifter einen Namen gemacht haben.

     Festakt mit interreligiöser Einweihung

Zur feierlichen Einweihung des Hains der Flucht sprachen auch Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften. "Wir haben großen Respekt vor der Notsituation, aus der Flüchtende kommen – ungeachtet ihrer Religion. Wir Christen wollen alles tun, damit sie gut aufgenommen werden", so der Salzburger Erzbischof Franz Lackner. Superintendent Olivier Dantine, Oberrabbiner Arie Folger, der buddhistische Gelehrte Geshe Tenzin Dargye und Pfarrer Christian Walch verkündeten ebenfalls Worte des Friedens.171017_13 (ram)

Weitere Informationen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

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