Neue Umsatz- und Besucherrekorde in Salzburgs Burgen und Schlössern

Trotz neuer Eigentumsverhältnisse können Salzburger Burgen und Schlösser alle Sanierungs- und Umbaumaßnahmen souverän aus eigener Tasche finanzieren

Salzburger Landeskorrespondenz, 06.11.2017
 

(LK) Zu den Salzburger Burgen und Schlössern gehören die Festung Hohensalzburg, die Residenz zu Salzburg, die Erlebnisburg Hohenwerfen und das Burgerlebnis Mauterndorf: In allen Liegenschaften konnten im laufenden Tourismusjahr neue Besucherrekorde verzeichnet werden. Die Festung Hohensalzburg werden bis Jahresende 2017 rund 1,2 Millionen Menschen besucht haben. Der prognostizierte Umsatz für alle Liegenschaften beläuft sich für das Jahr 2017 auf 9,5 Millionen Euro. Positive Bilanz auch in der Residenz zu Salzburg: 25 Jahre dauerten die Restaurierungsarbeiten – allen voran der Prunkräume – die im Sommer erfolgreich abgeschlossen wurden. Die Prunkräume sind Teil des DomQuartiers Salzburg, aber auch wichtige Veranstaltungslocation in der Altstadt. Das Investitionsvolumen von über 7,2 Millionen Euro stammt ausschließlich aus dem Budget der Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsgesellschaft (SBSB), zum größten Teil aus den Einnahmen der Residenz selbst.

1.  Jahresbilanz 2017 – Neuer Besucherrekord in allen Liegenschaften

"Der neue Besucherrekord in allen Liegenschaften beweist, dass die Strategien, um die wir uns jahrelang bemüht haben, zum Erfolg führen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr verzeichnen wir für den Zeitraum von Jänner bis Oktober 2017 ein Besucherplus von rund 8,3 Prozent sowie eine Umsatzsteigerung von zirka elf Prozent in den Liegenschaften Festung Hohensalzburg, Erlebnisburg Hohenwerfen und Burgerlebnis Mauterndorf", freut sich Maximilian Brunner, Geschäftsführer der Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsgesellschaft (SBSB). "Damit ist eine neue Bestmarke von insgesamt 1,4 Millionen Besuchern bis zum Jahresende realistisch." Die Gründe dafür lassen sich unter anderem auf das innovative Ticket-System auf der Festung Hohensalzburg, auf die Sonderausstellung "Leonardo da Vinci" in Werfen (bis 2019) und auf die Verkaufssteigerungen von All-Inklusive-Karten wie etwa der LungauCard zurückführen. Bei der Herkunft der Besucher zeigte sich 2017 ein deutliches Plus bei innereuropäischen Gästen: Auf der Festung Hohensalzburg konnte aber auch eine starke Zunahme von Touristen aus den USA und Asien verzeichnet werden. Rund 32 Prozent aller Festungsbesucher kommen aus Österreich und Deutschland.

Umsatzrekord von 9,5 Millionen Euro aus Eintritten, Vermietung und Verpachtung

Der für die Salzburger Burgen und Schlösser ressortzuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl freut sich angesichts der neuen Eigentumsverhältnisse besonders über die Erfolge: "Seit Juli diesen Jahres ist die Festung Hohensalzburg wieder im Besitz des Landes Salzburg und die aktuellen Zahlen belegen eindrucksvoll, welch großen Wert das Salzburger Wahrzeichen für den Tourismus hat. Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem Umsatz von rund 9,5 Millionen Euro aus Eintritten, Vermietungen und Verpachtungen aus allen vier Liegenschaften. Dieses Budget fließt eins zu eins in den Erhalt und in die Sanierung dieser zurück. Die Liegenschaften werden laufend adaptiert, damit sie als historische Zeugen der reichen Salzburger Vergangenheit moderne und attraktive Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele der Gegenwart bleiben. Alle Vorhaben und Investitionen können aus eigenen Einnahmen finanziert werden." Im heurigen Jahr belaufen sich die Ausgaben für Sanierungen und Investitionen auf rund 2,5 Millionen Euro. Auf der Festung Hohensalzburg wurden unter anderem für rund 1,2 Millionen Euro neue Wassertanks und eine Remise errichtet.

2.  1992 – 2017: Restaurierung der Prunkräume in der Residenz zu Salzburg ist abgeschlossen

Über 7,2 Millionen Euro investierten die Salzburger Burgen und Schlösser in den vergangenen 25 Jahren in die Restaurierung der Residenz zu Salzburg, vornehmlich in die 15 fürsterzbischöflichen Prunkräume. Darüber hinaus wurde der Dachboden aufwendig saniert und statisch abgesichert, Küchen, sanitäre Einrichtungen und Büroräumlichkeiten wurden modernisiert sowie Investitionen in Brandschutz, Sicherheitskonzepte und Objektsicherung getätigt. "Alle Investitionen wurden ausnahmslos durch die Einnahmen der Salzburger Burgen und Schlösser getätigt", betont Theobald Seyffertitz, der seit 1999 Schlossverwalter der Residenz ist. "Mehr noch: Beinahe alle Sanierungsarbeiten konnten aus der Vermietung und Verpachtung der Prunkräume finanziert werden. Das zeigt, wie wichtig diese Einnahmequelle für uns ist. Mit rund 650 Einzelveranstaltungen pro Jahr zählt die Residenz zu einer der wichtigsten Eventlocations in der Stadt Salzburg." Die Prunkräume sind auch die offiziellen Repräsentationsräumlichkeiten des Landes Salzburg."

Aufwendige Restaurierung mit Original-Materialien, -Rezepturen und -Techniken

Bei allen Restaurierungsarbeiten in der Residenz wird allerhöchster Wert auf Authentizität gelegt: So werden in Zusammenarbeit mit einem Salzburger Bildhauer, Restaurator und Vergolder ausschließlich originale Techniken, Materialien und Rezepturen angewandt. Dazu zählen unter anderem Kalkputz, Knochenleim oder Eipoliment als Grundlage für Vergoldungen. Zu den teuersten Maßnahmen zählten die Restaurierungsarbeiten im Carabinieri Saal (zirka eine Million Euro), im Thron Saal (zirka 600.000 Euro) und im Domgang (zirka 400.000 Euro).

Wie aufwendig einzelne Restaurierungsmaßnahmen waren, zeigt das Beispiel der Blumenmanschetten in der Antecamera. Rund 1.500 Stück hat Restaurator und Bildhauer Heinz Helminger von Hand geschnitzt. "Wenn man genau schaut, erkennt man die maschinell hergestellten Blumenmanschetten, die in den 1960er Jahren ersetzt worden sind. Wir haben sie bewusst nicht erneuert, damit Besucher den Unterschied erkennen können", erklärt Theobald Seyffertitz. "Die neuen Manschetten sind hingegen aus Zirbenholz geschnitzt und mit 23 Karat vergoldet. Allein für die kleine Kugel im Inneren der Manschette braucht es zwölf einzelne Arbeitsschritte."

Die Sanierungs- und Umbauarbeiten in den Prunkräumen auf einen Blick:

  • Restaurierung und Fixierung von Decken- und Wandstucks sowie Fresken
  • Reinigung von Portalen, Marmorfassungen und Balustraden
  • Restaurierung von Böden, Fenstern und Holzshuttern
  • Anbringen von Tür- und Wandschutz
  • Restaurierung von Möbeln, Uhren, Vorhängen, Kachelöfen, Tapeten und Tapisserien
  • Reinigung und Restaurierung der Luster mit Originalteilen der Firma Lobmeyr aus dem 19. Jahrhundert
  • Einbau einer Brandmeldeanlage sowie von Sicherungstechnik (Objektschutzanlage für Gegenstände sowie Kameraüberwachung an allen sieben Notausgängen)
  • Modernisierung von sanitären Anlagen
  • Einrichtung von zwei modernen Gastro-Küchen inklusive Kühlraum und Konvektomaten für Catering
  • Statische Untersuchungen machten im Jahr 2012 eine Sanierung des rund 2.400 Quadratmeter großen Dachbodens der Residenz notwendig: Es wurden 40 Tonnen schwere Stahltraversen eingesetzt, die den Dachstuhl tragen. Das Investitionsvolumen belief sich auf 1,5 Millionen Euro.
  • Umbau und Modernisierung der Mitarbeiterbüros
  • Sanierung der Prunkstiege inklusive Restaurierung des Wand- und Deckenstucks sowie Installation eines neuen Beleuchtungskonzeptes

Regelmäßige Wartung und Reinigung der Prunkräume

Die Residenz zu Salzburg befindet sich aufgrund der langjährigen und umfassenden Sanierungen in einem einzigartig guten Zustand: Um diesen aufrecht zu erhalten, werden in den Prunkräumen jährliche Reinigungs- und Wartungsarbeiten bereits restaurierter Möbel und Gegenstände aber auch von Stuck und Wänden durchgeführt.

Die fürsterzbischöfliche Residenz zu Salzburg – damals und heute

  • Die erste urkundliche Erwähnung der Residenz wird auf das Jahr 1232 datiert. Erzbischof Konrad I. begann mit dem Bau des Bischofspalais.
  • Zwischen 1519 und 1586 erfolgten mehrere Umbauten, ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt die Residenz unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612). Wolf Dietrichs Nachfolger erweiterten und verschönerten die Anlage bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.
  • Die Ausstattung der Räumlichkeiten, wie Besucher sie heute erleben, ist stark von der Zeit nach 1808 und vom Wiener Hof geprägt.
  • Ab 1992 Start der Restaurierungsmaßnahmen in den Prunkräumen, beginnend mit dem Carabinieri Saal: Einer überlieferten Anekdote nach drohte sich bei einem Bläserkonzert der Stuck von der Decke zu lösen. Das galt als Auslöser.
  • 1993 wurde die Salzburger Burgen und Schlösser Betriebsführung (SBSB) gegründet, mit dem Ziel des "Wahren und Nutzens" der von ihr verwalteten Liegenschaften.
  • Zum Papstbesuch 1998 wurde die Fassade der Residenz außen sowie im Innenhof erneuert.
  • Die Residenz zu Salzburg ist seit 2014 Teil des DomQuartiers Salzburg, aber auch wichtige Veranstaltungslocation der Stadt Salzburg. So finden jährlich rund 650 Einzelveranstaltungen in der Residenz statt, davon alleine zirka 110 Veranstaltungen des Landes Salzburg, das die Prunkräume für offizielle Empfänge nutzt. Zu den jährlichen Fixstartern in der Residenz zählt seit über vierzig Jahren die Kunst- und Antiquitätenmesse "Art & Antique Residenz Salzburg" jeweils an Ostern.

3.  Laufende Projekte und Ausblick 2018 - Barrierefreiheit in allen vier Liegenschaften

  • In allen Liegenschaften werden im Jahr 2018 zahlreiche Maßnahmen im Bereich der Barrierefreiheit umgesetzt. Größtes bauliches Vorhaben ist der neue Personenlift auf der Festung Hohensalzburg, der von der Bergstation der Festungsbahn auf die Ebene des Burghofes führt.
  • In allen Liegenschaften werden bauliche Adaptionen (Handläufe, etc.) vorgenommen sowie ein erweiterter Maßnahmenkatalog umgesetzt: Dieser beinhaltet unter anderem digitale Führungen auf Tablets für Bereiche, die für Rollstuhlfahrer unzugänglich sind, sowie in Gebärdensprache für Menschen mit Hörbehinderungen. Für sehbehinderte Menschen wird es Tastmodelle mit Braille-Schrift geben, zudem eine barrierefreie Homepage. Insgesamt werden rund 750.000 Euro in die Hand genommen.

Festung Hohensalzburg

  • Baubeginn des neuen "Museum Zeughaus" im Burghof. (Geplante Fertigstellung: Mitte 2019 / Budget: zirka 2,3 Millionen Euro)

Residenz zu Salzburg

  • Im Oktober 2017 wurde mit der umfassenden Umgestaltung des Innenhofes der Residenz begonnen. Das Gesamtkonzept beinhaltet die Neugestaltung des Eingangsbereiches, die Restaurierung von Herkulesbrunnen und Fischbrunnen, die Fassadenrestaurierung, ein neues Beleuchtungskonzept sowie die Sichtbarmachung der Achse "Residenzbrunnen – Herkulesbrunnen" in Form eines Gehweges.
    (Geplante Fertigstellung: Juli 2018 / Budget: zirka eine Million Euro)

  • Ebenfalls im Herbst 2017 begann eine Wiener Kunsthistorikerin mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung der historischen Mobilien in den Prunkräumen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Residenz werden Möbel, Uhren und weitere Gebrauchsgegenstände einer genauen Prüfung unterzogen: Die Quellenforschung zielt darauf ab, weitere Details – wie etwa Herkunft, Hersteller, Entstehungszeitraum – der Gegenstände zu lüften.

Burgerlebnis Mauterndorf

  • Im Sommer 2017 wurde mit der Restaurierung der Burgkapelle "Unsere Liebe Frau" begonnen. Dieses wertvolle gotische Kleinod ist momentan für Besucher nicht zugänglich: Ziel ist es, dass in der Burgkapelle wieder regelmäßig Messen und Hochzeiten abgehalten werden können.
    (Geplante Fertigstellung: Mitte 2019 / Budget: zirka 300.000 Euro) 171106_110 (sab/ram)

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.

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