Die alltäglichen Probleme der Schüler ernst nehmen

Haslauer: Mehr als 740.000 Euro für Schulsozialarbeit / Sozialarbeiter an Salzburgs Schulen helfen die Schulabbruchquote zu senken

Salzburger Landeskorrespondenz, 27.11.2017
 

(LK) Bis 2016 war die Zielsetzung der Schulsozialarbeit eher eine allgemeine. Die aktuelle Initiative zielt mit aufsuchender Schulsozialarbeit aufgrund der hohen Schulabbruchquoten insbesondere unter türkischen Jugendlichen auf diese Gruppe ab, aber auch auf jene, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. "Bisher gab es diese Maßnahmen nur in der Stadt Salzburg und im Flachgau, nun auch an Schwerpunkten im Tennengau, Pongau und Pinzgau. Dafür wurde das Budget nachhaltig erhöht", so Bildungsreferent Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute, Montag, 27. November.

Im Bundesland Salzburg kümmern sich nun 19 Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter um die alltäglichen Sorgen von Salzburgs Schülerinnen und Schülern. "Ziel ist, die Schulabbruchquote weiterhin zu senken. Um das zu erreichen, haben wir das Budget für diesen wichtigen Bereich in den vergangenen Jahren von 86.500 Euro im Jahr 2013 auf nunmehr 741.000 Euro gesteigert. In Summe sind das 316 Wochenstunden, bis 2013 waren es 60 Wochenstunden", so Haslauer weiter.

Die Sozialarbeiter kennen sich mit den Comunitys, Sozialen Medien und Jugendtrends aus, sie beraten bei Themen des Heranwachsens, wie etwa Freundschaft, und helfen bei schwierigen Situationen in und außerhalb der Schule, etwa bei Mobbing, Problemen zuhause oder Schulverweigerung.

"Es ist uns wichtig, ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Häufig finden sie selbst Lösungen für ihre Probleme", so Pamela Heil, Sozialarbeiterin in einer Neuen Mittelschule.

      Spektrum und Neustart als Partner

Zwei Modelle von Schulsozialarbeit werden derzeit umgesetzt. Die sozialraumorientierte Schulsozialarbeit des Vereins Spektrum unterstützt Kinder und Jugendliche an Volkschulen, Neuen Mittelschulen und Sonderschulen mit vielschichtigen Problemen in den Schulen und ermöglicht dadurch den Lehrkräften, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. "Das ist nur ein Teil der Arbeit. Spektrum wirkt auch umfassend im Lebensumfeld der Schülerinnen und Schüler unterstützend und ist mit Eltern ebenso in Kontakt wie mit anderen Bildungs- und Sozialeinrichtungen", so Thomas Schuster, Geschäftsführer des Vereins Spektrum.

Die klientenzentrierte Sozialarbeit des Vereins Neustart, die ausschließlich in den Polytechnischen Schulen stattfindet, setzt den Schwerpunkt auf Krisenintervention und Deeskalation während des Unterrichts. Wir haben oft mit pubertierenden Jugendlichen zu tun, die die Grenzen überschreiten. Wir versuchen vor allem vorbeugend zu arbeiten. Beispielsweise gehen wir mit den Jugendlichen in Institutionen und schauen uns vor Ort an, wie Konfliktsituationen im Vorfeld gelöst werden könnten ", so Johannes Bernegger, Leiter des Vereins Neustart.

Die Nachfrage nach Sozialarbeitern ist allgemein sehr groß, sogar die ÖBB suchen welche. Dennoch konnten bis auf eine Stelle im Pinzgau, die noch ausgeschrieben ist, alle Stellen besetzt werden. Wichtig sind positive Rollenmodelle, Vorbilder, die integriert sind und es "geschafft" haben. Bildungsabschlüsse schaffen diese Möglichkeiten. Schulsozialarbeit hilft Schülern, Lehrern und Eltern und ermöglicht einen guten Rahmen, damit Schule und Gesellschaft im Gleichgewicht bleiben. 171127_31 (jus/ram)

Weitere Informationen: Franz Wieser, Pressesprecher Land Salzburg, Landes-Medienzentrum, Tel.: +43 662 8042-2365, Redaktionshandy: +43 664 3943735.

Das Land Salzburg auf Facebook und Twitter.