Neue roboterassistierte Chirurgie an den SALK

Künftig wird präzise und schonend mit dem DaVinci-System operiert

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.12.2017
 

(HP) Seit Kurzem operiert man an der Urologie am Uniklinikum Salzburg mithilfe des so genannten DaVinci®-Systems. Ab Jänner wird auch die Universitätsklinik für Chirurgie diese Technologie für Kolon-, Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen- und Gallen-Eingriffe anwenden.

Gesundheits- und Spitalsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl betonte: "Ein Ziel meiner Gesundheitspolitik ist es, die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen möglichst lange zu erhalten. Von der Reparaturmedizin hin zu einem echten Gesundheitssystem. In Salzburg haben wir mit der Umsetzung bereits begonnen und lenken den Fokus verstärkt auf die Vorsorge. Wenn man aber trotzdem erkrankt, dann sollten die Salzburger Patienten die beste Behandlung bekommen können. Das Uniklinikum Salzburg bietet seinen Patienten mit dem computer- und roboterassistierten Operationssystem – dem DaVinci®-System – das derzeit modernste chirurgische Verfahren an."

Viele Vorteile für urologische und viszeralchirurgische Eingriffe

Die am Uniklinikum durchgeführten roboterassistierten Operationen stellen urologische und viszeralchirurgische Eingriffe dar, bei denen die Vorzüge des Systems besonders zum Tragen kommen. Prinzipiell sind dies Operationen, bei denen die optimierte Darstellung des Situs durch das vergrößerte 3D-Bild des Roboters optimale Bedingungen zur Präparation und Schonung wichtiger anatomischer Strukturen ermöglicht. Sehr vorteilhaft ist der Einsatz des OP-Roboters außerdem beim intrakorporalen Nähen.

Hochsensibles Operationsgebiet im Körper

Knapp mehr als 8.000 Männer erkranken in Österreich jährlich neu an Prostatakrebs. Der Vorsteherdrüsentumor umfasst beinahe 30 Prozent aller Krebserkrankungen des Mannes und rangiert somit vor Lungen- und Darmkrebs an erster Stelle der männlichen Tumorerkrankungen. Die Universitätsklinik für Urologie in Salzburg setzt nun das so genannte DaVinci®-System der neuesten Generation für sämtliche Entfernungen der Vorsteherdrüse ein. Primar Univ.-Prof. Lukas Lusuardi, Vorstand der Abteilung für Urologie in Salzburg, erklärte: "Diese roboterunterstützte Operationstechnik hat aufgrund ihrer hohen Präzision und Sicherheit in den USA die konventionelle offene Prostataentfernung nahezu vollständig und die laparoskopische Operation bereits weitgehend verdrängt."

Die roboterassistierte Prostataentfernung bringt für den Patienten viele Vorteile mit sich: kürzerer Krankenhausaufenthalt, weniger Schmerzen, reduziertes Infektionsrisiko, weniger Blutverlust und geringere Narbenbildung. Außerdem können die bei der Operation gesetzten Harnkatheter schneller wieder entfernt werden, und das Risiko einer erektilen Dysfunktion sowie für eine Inkontinenz kann gesenkt werden. Der schnellere Heilungsprozess ermöglicht zudem eine zügigere Wiederaufnahme sämtlicher körperlicher Aktivitäten und einen rascheren Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess.

Paradigmenwechsel in der Chirurgie

Chirurgie-Primar Univ.-Prof. Klaus Emmanuel betonte: "Besonders hervorzuhebende Positivmerkmale des Roboters sind die exzellenten, dem menschlichen Organismus überlegenen Freiheitsgrade der Instrumente (die menschlichen Gelenke haben zumeist zwei bis drei Freiheitsgrade, die Roboter-Instrumente weisen dagegen sieben Freiheitsgrade auf), die optimierte Einsicht in den Situs (3D-Kamerasystem mit bis zu zehnfacher optischer und bis zu 40-facher digitaler Vergrößerung), der Ausgleich des natürlichen Tremors des Operateurs und die ergonomischen Vorteile für den Chirurgen. 171204_11 (ram/sab)

Weitere Informationen: Harald Haidenberger, Büro LH-Stv. Christian Stöckl, Tel.: +43 662 8042-3311, E-Mail: harald.haidenberger@salzburg.gv.at.

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