Der Untersberg braucht dich

Gemeinsame Initiative mit Ex-Slalomstar Reinfried Herbst zum Schutz des Waldes beim Untersberg gestartet

Salzburger Landeskorrespondenz, 05.12.2017
 

(LK) In den vergangenen Jahren entstanden durch Skifahrer und Skitourengeher, die von der offiziell freigegebenen Skiabfahrt vom Untersberg abgewichen sind, große Schäden auf den Wiederaufforstungsflächen. Mithilfe der Initiative "Der Untersberg braucht dich" sollen Wald und Tiere auf dem Untersberg geschützt werden. Der Apell dabei: Markierte Skirouten nicht verlassen. Unterstützt wird diese Initiative von Ex-Slalomstar Reinfried Herbst.

Der Untersberg ist in den Wintermonaten Hotspot für Skifahrer und Skitourengeher in der Stadt Salzburg. Was nicht alle Naturkenner und -benutzer wissen: Nahezu der gesamte Untersberg ist Schutzwald.

"Die Windwurfereignisse, aber auch dringende Verjüngungsmaßnahmen des Waldes auf dem Hausberg der Salzburgerinnen und Salzburger erfordern es, Wiederaufforstungsmaßnahmen auf entstandenen Freiflächen einzuleiten. Die Schutzwälder dienen uns Menschen nicht nur zu Erholungszwecken, sondern schützen uns vor den unterschiedlichen Naturgefahren wie Steinschlag, Muren oder Lawinen. Daher mein Appell an alle Wintersportler: Bleiben Sie, auch zu ihrer eigenen Sicherheit, auf den gekennzeichneten Routen. Ein Verlassen dieser kann sehr schnell gefährlich enden und schadet der Natur", betonte Agrarreferent Landesrat Josef Schwaiger.

"In den vergangenen Jahren entstanden durch die Skikanten von Skifahrerinnen und Skifahrern sowie Skitourengeherinnen und Skitourengeher, die von der offiziell freigegebenen Route abwichen, waldgefährdende Schäden der Wiederaufforstungsflächen. Gemeinsam mit dem Land Salzburg, der Gemeinde Grödig, der Untersbergbahn, beigezogenen Institutionen und Vertretern des Grundbesitzers wurde beschlossen, eine Informationskampagne zu starten. Damit soll ein besseres Bewusstsein für die Bedeutung des Schutzwaldes, speziell auf dem Untersberg, geschaffen werden", erläuterte Hubert Stock, Projektleiter der Initiative "Respektiere deine Grenzen".

"Wild hat im Winter seine Notzeit und Wintereinstände sind sehr begrenzt verfügbar. Daher ist es enorm wichtig, dass wir hier mit 'Respektiere deine Grenzen' aufklären und informieren. Unsere Wildtiere sind scheu und gewöhnen sich nur bedingt an eine Beunruhigung im Wald. Jede überraschende Störung in ihrem Lebensraum führt zu einer Flucht, die oft qualvoll irgendwo außerhalb ihres Territoriums aufgrund Energie- und Nahrungsverlust endet. Daher richtet sich mein Appell an alle, die gekennzeichneten Schutz- und Schonzonen zu achten und diese nicht zu betreten oder zu befahren. In den meisten Fällen gibt es sehr gute Alternativrouten, die benutzt werden können", erklärt Max Mayr Melnhof, Salzburger Landesjägermeister.

     Reinfried Herbst unterstützt Initiative

Die Projektinitiative "Respektiere deine Grenzen" freut sich sehr, den ehemaligen Spitzensportler Reinfried Herbst als Unterstützer gewonnen zu haben. "Als Skirennläufer bist du gewohnt, auf einer freigegebenen, eigens für den Slalom präparierten Piste dein Rennen zu fahren. Dieses Verhalten hat sich bei mir nicht verändert. Wenn ich Skifahren oder eine Skitour gehe, bleibe ich immer auf der markierten Route. Mein Vater hat mir von Kindesbeinen an viel über Wald und Wild beigebracht. Wir müssen uns bewusst sein, dass der Wald das 'Wohnzimmer' von unseren Wildtieren ist. Die Wintermonate sind für das Wild hart und eine Belastung. Vor allem wenn sie in ihren Einständen gestört werden und flüchten müssen", so Herbst.

     Der Wald beim Untersberg ist schützenswert

Schutzwälder dienen den Menschen nicht nur zur Erholung, sondern schützen vor vielfältigen Naturgefahren wie Steinschlag, Muren oder Lawinen. Außerdem sind diese Wälder für unsere heimischen Wildtiere ein wichtiger Lebensraum, insbesondere während der winterlichen Notzeit. Nur durch eine sachgemäße Bewirtschaftung ist gewährleistet, dass sich Schutzwälder erneuern und ihre Funktion damit nachhaltig gewährleisten können. Durch die Abfahrt mit Skiern werden die Jungpflanzen zerstört und dadurch eine rasche Wiederbewaldung dieser Flächen verhindert. "Wir bitten daher dringend die gesetzlichen Bestimmungen, wonach ein Befahren oder Betreten von Jungwaldflächen streng verboten ist, zu beachten", so Hubert Stock. 171205_21 (ram/kg )

Weitere Informationen: Peter Altendorfer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2430, E-Mail: peter.altendorfer@salzburg.gv.at.

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