Starke persönliche Beziehungen fördern Integration

Das mit dem Europäischen Verwaltungspreis EPSA ausgezeichnete Patenschaftsprojekt open.heart wurde wissenschaftlich begleitet

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.12.2017
 

(HP) Kürzlich wurde open.heart in Maastricht mit dem Europäischen Verwaltungspreis EPSA ausgezeichnet. Landesrätin Martina Berthold, die Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt und Manuela Geimer (Projektleiterin open.heart, kija) stellten kürzlich das Salzburger Patenschaftsprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vor. Eberhard Raithelhuber (Universität Salzburg) belegte in der wissenschaftlichen Evaluation durch die Universität Salzburg die integrationsfördernde Wirkung von open.heart.

"Sich in unserem Alltag zurechtzufinden, ist für junge geflüchtete Menschen schwer. Wenn sie ohne Familie in Salzburg angekommen sind, ist die Herausforderung eine doppelte. Das Erfolgsprojekt open.heart zeigt eindrucksvoll, wie wichtig persönliche Beziehungen für eine gelingende Integration sind. Die Patinnen und Paten begleiten die jungen Flüchtlinge ein Stück ihres Weges und helfen ihnen, unsere Gesellschaft zu verstehen. Oft entstehen daraus echte Freundschaften. open.heart ist eine sehr wertvolle Ergänzung zur Betreuung der jungen Menschen in den Quartieren. Ich danke der Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt und allen Salzburgerinnen und Salzburgern, die sich hier ehrenamtlich im Patenschaftsprojekt engagieren", betonte Landesrätin Martina Berthold, zuständig für Jugend und Integration im Bundesland Salzburg.

Um das innovative Projekt open.heart auch in Zukunft weiterentwickeln zu können, wurde ein Forschungsteam der Universität Salzburg unter der Leitung von Assistenzprofessor Eberhard Raithelhuber mit einer Evaluation beauftragt. Der Bericht belegt die hohe integrationsfördernde Wirkung des Projekts. Durch die persönlichen Beziehungen zu den freiwillig engagierten Erwachsenen werden die jungen Menschen gestärkt. Die Patenschaften wirken für viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als "Türöffner" auf dem Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe.

"Im Namen des gesamten Teams der kija Salzburg möchte ich mich bei allen bedanken, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben, insbesondere bei den Patinnen und Paten für deren Engagement: Die Patenschaften sind ein wichtiger Beitrag zur sozialen Inklusion, von der nicht nur alle Teilnehmenden profitieren, sondern die gesamte Gesellschaft", so Andrea Holz-Dahrenstaedt.

     160 Ehrenamtliche wurden ausgebildet

Seit dem Start im Jahr 2016 wurden im Projekt open.heart insgesamt 160 Ehrenamtliche in zehn Ausbildungsdurchgängen zu Patinnen und Paten ausgebildet, mehr als 100 Patenschaften wurden vermittelt. Zudem wurde ein neues Gastfamilienmodell geschaffen. Erstmals können unbegleitete minderjährige Flüchtlinge auch in Salzburger Familien aufwachsen. Begleitet werden die Jugendlichen und die Gastfamilien durch das SOS-Kinderdorf.

"Die Kinder- und Jugendanwaltschaft war in den vergangenen Jahren immer wieder ein starker Motor für gelungene Projekte und wichtige Entwicklungen. Als zuständiger Landesrat freut es mich sehr, dass die kija Salzburg nun für ihr Projekt open.heart auch auf höchster europäischer Ebene ausgezeichnet wurde. Dazu gratuliere ich herzlich und freue mich darauf, auch in Zukunft von den Ideen von Andrea Holz-Dahrenstaedt und ihrem Team begeistert zu werden", unterstrich der ressortzuständige Landesrat Heinrich Schellhorn.

     Zum Europäischen Verwaltungspreis EPSA

Insgesamt wurden 150 Projekten für den Europäischen Verwaltungspreis EPSA eingereicht. In der Kategorie "Regional" ging open.heart am Ende als Siegerprojekt hervor. Die Jury hob in ihrer Begründung hervor, dass es der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg im Sommer 2015 gelungen war, innerhalb kürzester Zeit rasch und zielgerichtet auf eine gesellschaftliche Herausforderung zu reagieren.

      Rose der Menschenrechte für die kija

Jedes Jahr wird von der Plattform für Menschenrechte die Rose der Menschenrechte verliehen. Am 5. Dezember 2017 erhielt die kija Salzburg als erste behördliche Organisation in Würdigung ihres besonderen und nachhaltigen Engagements für die Wahrung der Menschenrechte in Stadt und Land Salzburg diese Auszeichnung. Als Begründung wurde angeführt, dass die kija Salzburg ihre Arbeit unter das Motto stellt: Kinderrechte, sind kein Luxus, sondern Menschenrechte "ohne Wenn und Aber". 171212_25 (rb/kg)

Weitere Informationen: Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at.

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