Salzburg hat seine ersten Heroes

Berthold: Junge Männer aktiv für Gleichberechtigung / Erste Kurse abgeschlossen, neue Workshops starten

Salzburger Landeskorrespondenz, 30.03.2018
 

(HP) Ein Jahr lang haben sich Emre Ilik, Emrullah Kavak, Osman Sivari und Burak Ilerisoy intensiv mit Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit auseinandergesetzt. Sie widmeten sich in zahlreichen Kursen und Workshops den Themen der gewaltfreien Kommunikation, der Chancengleichheit, der Anti-Diskriminierung und den Menschenrechten. Gestern wurden diese ersten vier "Heroes" in Salzburg zertifiziert. Nun beginnt für sie die Arbeit an Schulen und in Jugendzentren, ebenso starten die Kurse für die nächsten Heroes.

Landesrätin Martina Berthold holte das Projekt Heroes aus Berlin nach Salzburg: "Bei Heroes werden junge Männer mit Migrationshintergrund zu Rollenvorbildern für die Gleichstellung von Frauen und Männern und ausgebildet. Sie treten damit aktiv für ein gleichberechtigtes und gewaltfreies Miteinander ein. Mit dem Projekt setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt in der Prävention."

Jeder von uns kann die Gesellschaft verändern

Das Projekt Heroes geht davon aus, dass jeder einzelne Mensch die Gesellschaft positiv verändern und ein gleichberechtigtes Zusammenleben möglich machen kann: in der Familie, in der Schule und im Freundeskreis. Sie zeigen Alternativen auf, geben niemals richtig oder falsch vor, sondern überlassen die Wahl den Jugendlichen. Um "Heroe" zu werden, brauchen die jungen Männer viel Mut und Durchhaltevermögen. "Die vier Burschen, die wir heute zertifizieren, sind bis zum Schluss dabei geblieben", so das Team Heroes Salzburg.

Heroes als junge Vorbilder

In wöchentlichen Trainings beschäftigten sich die Jugendlichen ein Jahr mit Fragen der Ehre, Identität, den Geschlechterrollen und Menschenrechten. Dabei begleitet haben sie die beiden Leiter Can Simsek und Mario Tellez Giron Carmona, das Team vom Verein akzente rund um Bianca Schartner und Manuela Pleninger sowie viele Expertinnen und Experten der Mädchen-, Männer- und Integrationsarbeit. Teil der Ausbildung war auch intensives professionelles Kommunikationstraining.

Zwei Profis mit Erfahrung sind authentische Vorbilder

Can Simsek wurde in Österreich geboren, ging aber in der Türkei zur Schule und hat so einen guten Einblick in beide Kulturen. Sein Kollege Mario Tellez Giron Carmona ist gebürtiger Mexikaner und kennt durch seine Arbeit im Jugendgefängnis "Centro Correccional de Menores" die Ängste und Herausforderungen von jungen Männern. Er ist Kenner des lateinamerikanischen Machismo, der auf der Unterdrückung der Frau und den zwanghaften Überlegenheitsgefühlen von Männern basiert. Die beiden sind für Jugendliche authentische Vorbilder, die traditionelle Geschlechter-Stereotypen durchbrechen. Sie zeigen, dass jeder Mann ein Held sein kann – und zwar gerade weil er Frauen als gleichwertige Partnerinnen ansieht.

Workshops und neue Kurse starten jetzt

Nun beginnen die Heroes-Workshops in Schulen und Jugendzentren. Durch Unterstützung des Landes Salzburg sind sie kostenlos. Gebucht werden können die Heroes per E-Mail unter heroes@akzente.net. Sie kommen dann gemeinsam mit einem der beiden Gruppenleiter und reden Klartext. Zum Einstieg wird eine kurze Szene aus dem Familienalltag gespielt, danach wird diskutiert – auf Augenhöhe, offen und authentisch, meist über Tabuthemen.

Für viele Neuland

"Viele junge Männer betreten Neuland, wenn sie über ihre Männlichkeit offen reden, wenn sie Traditionen und gelernte Werte kritisch hinterfragen", so akzente-Geschäftsführer Alexander Mitter. Ebenfalls ab sofort startet die nächste Ausbildung von neuen Heroes. Alle jungen Männer zwischen 16 und 23 Jahren können an den Treffen teilnehmen. Diese finden an allen Dienstagen, jeweils um 18.30 Uhr, in Salzburg in der Glockengasse 4c, 4. Stock bei Akzente statt. 180330_51 (grs/mel)

Weitere Informationen: Philipp Penetzdorfer, Büro Landesrätin Martina Berthold, Tel.: +43 662 8042-4888, E-Mail: philipp.penetzdorfer@salzburg.gv.at

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