Die 5er-Linie wird nach Grödig verlängert

Haslauer/Pallauf: 2.000 Fahrgäste profitieren / eObus nach Grödig als Pilotprojekt / Testbetrieb startet im März 2019

Salzburger Landeskorrespondenz, 04.04.2018
 

(LK) Es ist soweit: Der O-Bus fährt als eObus bald auch bis nach Grödig und zur Untersbergseilbahn. Mehr als 2.000 Fahrgäste profitieren davon. Und der Clou: Die verlängerte 5er-Linie kommt ohne zusätzliche Oberleitungen aus und fährt als eObus die erweiterte Strecke mit Energie aus einer Batterie.

Land und Stadt Salzburg, Gemeinde Grödig und die Salzburg AG einigten sich heute, die Linie 5 nach Grödig bis zur Untersbergseilbahn zu verlängern. Werktags wird der 5er in der Hauptverkehrszeit im 20-Minuten-Takt und an Wochenenden sowie in der Nebenverkehrszeit im 20- bis 30-Minuten-Takt nach Grödig fahren. Das ergibt zusätzliche 145.000 Fahrplankilometer pro Jahr. Geschätztes Potenzial: rund 2.000 Fahrgäste pro Tag. 300 PKW-Fahrten täglich sollen dadurch eingespart werden.

     Heiß diskutiert, aber umsetzbar

Bei der Präsentation der erweiterten 5er Linie zeigten sich die Vertreter von Land, Stadt, Salzburg AG und Grödig einhellig zufrieden. "Man sieht, dass auch heiß diskutierte Projekte umsetzbar werden, wenn sich Land und Stadt Salzburg sowie die betroffene Umlandgemeinde einig sind. Mit der Verlängerung der O-Bus-Linie von der Stadt Salzburg durch Grödig bis zur Untersbergseilbahn entsteht nicht nur ein neues attraktives Angebot im öffentlichen Nahverkehr, sondern es wird auch eine innovative Kombination aus Oberleituns- und Batteriebus in Betrieb genommen, die beispielgebend für die Zukunft sein könnte", sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

     Von der Birkensiedlung bis zur Untersbergbahn

"Gemeinsam ist es uns gelungen, eine zukunftsfähige Lösung für die O-Busverlängerung nach Grödig auf die Beine zu stellen. Die bestehenden Linie 5 wird als eObus künftig nach der jetzigen Endstation Birkensiedlung weiter über das Gewerbegebiet Grödig Nord und durch das Gemeindezentrum bis nach St. Leonhard zur Untersbergseilbahn fahren. Bis zur neuen Endstation sind es zusätzliche 4,2 km pro Strecke, die rein mit Batterie gefahren werden", zeigt sich Verkehrslandesrätin Brigitta Pallauf über die zukunftsfähige Lösung erfreut.

     Nacht Wals-Siezenheim und Hallwang/Mayrwies jetzt auch Grödig

"Ich freue mich, dass uns dieser Schritt gemeinsam mit dem Land und der Gemeinde Grödig gelungen ist. Die bestehende Linie 5 wird bis zur Untersbergseilbahn verlängert. An dieser Seilbahn hält die Stadt Salzburg nicht nur das Mehrheitseigentum, sie hat auch große touristische Bedeutung. Mit der Verlängerung der Linie 5 tragen wir auch dem Rechnung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs. Damit ist neben Wals-Siezenheim und Hallwang/Mayrwies auch Grödig direkt an das Stadtzentrum angeschlossen", freut sich Salzburgs Bürgermeister Harald Preuner.

     Ein Quantensprung für die Gemeinde Grödig

"Die Verlängerung der Linie 5 bis nach St. Leonhard ist ein Quantensprung für Grödig. Der langjährige Wunsch der Grödiger Bevölkerung, an das O-Bus-Netz der Stadt angegliedert zu werden, geht damit in Erfüllung. Unser jahrelanges Bemühen hat sich ausgezahlt", so der Grödiger Bürgermeister Richard Hemetsberger.

     Ein Vorzeige-Forschungsprojekt

Die verlängerte Bus-Linie ist aber mehr als eine neue Verbindung für die Fahrgäste im Zentralraum. "Wir freuen uns sehr, hier gemeinsam mit Stadt und Land Salzburg ein Vorzeige-Forschungsprojekt in Salzburg zu starten", sagt Leonhard Schitter Vorstandssprecher der Salzburg AG und fügt hinzu: "Es gibt derzeit keine standardisierten Ladevorgänge für E-Busse. In Salzburg setzten wir das sogenannte In-Motion-Charging ein. Damit nutzt der eObus die vorhandene Fahrleitung als Ladesystem für die Batterie. Der Ladevorgang an der Fahrleitung beträgt ca. 30 Minuten."

     Technischer Coup: Kombination aus O-Bus und E-Bus

Mit der 5er-Verlängerung wird die Gemeinde Grödig direkt an das Verkehrsnetz der Stadt Salzburg angebunden. Ganz neu: Die Kombination aus O-Bus und batteriebetriebenem E-Bus vereint die Vorteile der E-Mobilität mit überschaubaren Betriebskosten, geringen Investitionskosten und Nutzung der vorhandenen Fahrleitung. Beim verlängerten 5er geht es immerhin um je eine Strecke von rund 4,2 Kilometern, die der Bus mit Batterie zurücklegt. Die Fahrzeit beträgt etwa elf Minuten je Richtung. Die Batterie hat eine Reichweite von 8,4 Kilometern plus 50 Prozent Reserve. Eine zusätzliche Ladestation ist für die Endstation geplant. Der eObus dient gleichzeitig als Forschungsobjekt zur optimalen Nutzung der Synergien von O-Bus und E-Bus. Elf O-Busse der Salzburg AG, die derzeit mit Diesel-Not-Aggregaten ausgestatten sind, werden zu eObussen umgebaut.

     2,85 Millionen Euro Investition

Die Investitionskosten von rund 2,85 Millionen Euro für die Aufrüstung der elf Busse und die Errichtung der Ladstation teilen sich das Land Salzburg (1,3 Millionen Euro), die Stadt Salzburg (1,2 Millionen Euro) und die Gemeinde Grödig (350.000 Euro).

Die Inbetriebnahme des ersten Fahrzeugs und der Testbetrieb sind ab März 2019 geplant. Der Fahrplanbetrieb soll mit Schulbeginn im September 2019 starten. 180404_51 (grs/mel)

Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at, und Christoph Bayrhammer, Büro Landesrätin Brigitta Pallauf, Tel.: +43 662 8042-3341, E-Mail: christoph.bayrhammer@salzburg.gv.at.

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