Felsturm im Wengerwinkl wird gesprengt

Vorarbeiten laufen / Wanderweg wird gesperrt / Zündung am Donnerstag / Bauernhof wird evakuiert

Salzburger Landeskorrespondenz, 17.04.2018
 

(LK)  Am Donnerstag wird gesprengt – genau im Wengerwinkl in Werfenweng im Bereich Oberlehen. Notwendig ist die Aktion, weil dort ein zehn Meter hoher Felsblock herabfallen könnte. "Wir wollen auf Nummer sicher gehen und nicht abwarten, bis etwas passiert", so Michael Rachensperger von der Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau. Er koordiniert den Gesamteinsatz.

Schauplatz ist der Westhang des 1.425 Meter hohen Wieseggs in der Pongauer Gemeinde. Dort hat sich schon im vergangenen Herbst ein Felsblock gelöst und ist rund 250 Meter tief bis ins Tal gestürzt. Landesgeologe Gerald Valentin hat festgestellt, dass sich oben in der Felswand noch ein etwa zehn Meter hoher und fünf Mal fünf Meter breiter Felsturm befindet. Dieser hat sich vom Kalkgestein dahinter gelöst und ist sehr labil.

"Eine Sicherung dieses rund 250 Kubikmeter großen Felsblocks ist aufgrund des damit verbundenen Aufwands nicht zu finanzieren. Daher haben wir eine Sprengung empfohlen", so Valentin. Häuser sind nicht direkt gefährdet, aber es gibt dort einen Wanderweg und im Winter die Langlaufloipe.

Sprengvorgang wurde am Computer simuliert

Heute beginnt eine Fachfirma mit den erforderlichen Vorarbeiten. Ziel ist es, den Felsturm in möglichst wenige Einzelstücke zu zersprengen, um die Schäden im Schutzwald darunter gering zu halten. Aufgrund einer Computersimulation des Sprengvorgangs rechnen die Experten mit keiner Gefahr für Häuser und Wirtschaftsgebäude in Oberlehen im Wengerwinkl.

Gesprengt wird voraussichtlich am Donnerstag

Wenn alles nach Plan verläuft und das Wetter mitspielt, soll am Donnerstag gegen Mittag gesprengt werden. Am Freitag erfolgen dann noch die Aufräumungsarbeiten. "Um jedes Risiko zu vermeiden, gibt es von heute bis Freitag dort eine großräumige Absperrung. Diese betrifft auch den Wanderweg. Während der Sprengung am Donnerstag wird dann auch ein Bauernhof evakuiert", kündigt Michael Rachensperger an. 180417_21 (kg/mel)

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