Echtzeit-Verkehrsinformationen und autonomes Fahren für die Mobilität von morgen

Pallauf: Chance durch Digitalisierung / Geld für Unternehmen, die Transportdaten zur Verfügung stellen / Nächster Test mit selbstfahrendem Kleinbus in Koppl ab Mai

Salzburger Landeskorrespondenz, 18.04.2018
 

(HP)  Von zukunftsweisender Forschung der Salzburg Research Forschungsgesellschaft überzeugte sich kürzlich Verkehrslandesrätin Brigitta Pallauf. Zwei Projekte stehen in diesem Bereich derzeit im Vordergrund: In wenigen Wochen, ab Mai, wird wieder ein selbstfahrender Kleinbus im Gemeindegebiet von Koppl unterwegs sein. Und gemeinsam mit Salzburg Research sucht das Land Salzburg Unternehmen, die ihre Fuhrparkdaten zur Verfügung stellen. Floating Car Data (FCD), also Daten aus fahrenden Fahrzeugen, können entscheidend dazu beitragen, den Verkehrsfluss auf Salzburgs Straßen zu verbessern.

"Die Digitalisierung bietet die Chance, die bestehende Verkehrsinfrastruktur effizienter zu nutzen und neue Wege in der Mobilität zu erproben. Dazu zählen ein objektiver Blick auf das Verkehrsgeschehen und dessen zukünftige Entwicklung und auch die Erweiterung des öffentlichen Verkehrsangebots durch automatisierte Fahrzeuge", sagt Pallauf.

Echtzeit-Verkehrsinformation sucht Freiwillige

Unternehmen, die ihre Fahrzeuge mit einem GPS-fähigen Telematiksystem ausstatten und die Daten der Salzburg Research zur Verfügung stellen, erhalten vom Land Salzburg 50 Euro pro Fahrzeug. Für die bereitgestellten Daten garantiert Salzburg Research vollständige Anonymisierung. Auch die neue Datenschutzgrundverordnung, die am 25. Mai in Kraft tritt, wird eingehalten. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Landes-Webseite.

Stau-Infos live aufs Handy

Bereits seit einigen Jahren wird der Verkehrsfluss auf Salzburgs Straßen mittels Floating Car Data (FCD) beobachtet. So können Staus und Verzögerungen nach Unfällen in Echtzeit erhoben und Maßnahmen zur Verkehrssteuerung eingeleitet und objektiv bewertet werden. Bürgerinnen und Bürger können diese Daten im Internet live abrufen und Fahrten punktgenau planen. Die anonymisierten Daten werden von freiwilligen Unternehmen und Privatpersonen zur Verfügung gestellt. Zahlreiche Salzburger Unternehmen sind mit ihren Fuhrparkdaten bereits dabei. Privatpersonen können mit Hilfe der Staufux-App Verzögerungen melden. Je mehr Fahrzeuge ihre Daten übermitteln, umso genauer kann die aktuelle Verkehrslage angezeigt werden.

Autonome Fahrzeuge als Chance für den öffentlichen Verkehr

Ab Mai 2018 wird wieder testweise ein selbstfahrender Kleinbus in der Gemeinde Koppl unterwegs sein. "Selbstfahrende Kleinbusse könnten im öffentlichen Personennahverkehr als Transportmittel zu Mobilitätszentren oder zur Erschließung von Ortszentren eingesetzt werden. Damit würden sie den bestehenden öffentlichen Verkehr ergänzen und attraktiver machen", so Landesrätin Pallauf.

In der ersten Testphase 2017 wurden mehr als 874 Personen in 240 Testfahrten befördert. Die Fahrleistung des getesteten Shuttles blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Das Nachfolgeprojekt Digibus Austria steht kurz vor dem Start: Ein hochkarätiges Konsortium unter der Leitung der Salzburg Research wird den zuverlässigen und sicheren Betrieb von automatisierten Shuttles in den kommenden drei Jahren erforschen und erproben. Das Projekt wird von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft sowie dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert. Details dazu gibt es unter www.digibus-austria.at. 180418_51 (grs/jus)

Weitere Informationen: Christoph Bayrhammer, Büro Landesrätin Brigitta Pallauf, Tel.: +43 662 8042-3341, E-Mail: christoph.bayrhammer@salzburg.gv.at.

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