So etwas wie ein Traumjob

Gespräch mit der neuen Mozarteum-Rektorin Elisabeth Gutjahr

Salzburger Landeskorrespondenz, 07.05.2018
 

(LK) Rund 180 Jahre hat es gedauert, bis eine Frau die Geschicke des Mozarteums, der Universität für Musik und darstellende Kunst, leitet: Elisabeth Gutjahr ist seit 1. April die neue Rektorin dieses "Aushängschildes für den Hochschulstandort Salzburg", wie Landeshauptmann Wilfried Haslauer beim ersten Zusammentreffen betonte und hinzufügte: "Für unser Land zugleich erfreulich wie wichtig ist die hohe internationale Reputation der Lehrenden und Absolventinnen und Absolventen."

Warum entschied sich Gutjahr gerade für Salzburg? "Gereizt hat mich hier das Zusammenspiel der Künste, also von bildender Kunst, Theater und Musik. Und die Mischung, die sich daraus ergeben kann, sowie das Wechselspiel zwischen Kunst und Forschung. Außerdem auch die Menschen hier – die hervorragende und spannende Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen", sagt die neue Rektorin und meint: "Für mich ist das so etwas wie ein Traumjob. Hier gibt es eine so unglaubliche Ballung von Kultur mit all ihrer Brisanz: Es werden Traditionen auf höchstem Niveau gepflegt und Neues gewagt."

     Die "Grenzstadt" und ihre künstlerischen Spannungen

Interessant ist für die gebürtige Deutsche auch Salzburgs Position als "Grenzstadt" - die Nähe zu Deutschland ebenso wie die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede und Spannungen, die sich auf künstlerischem Gebiet daraus ergeben. "Die Vielfalt des kulturellen Angebotes hier ist sehr reizvoll. Es gibt viele hochkarätige Institutionen, die in der Hochschulkonferenz ausgezeichnet zusammenarbeiten", schildert sie ihre bisherigen Erfahrungen.

     Der "kulturelle Leuchtturm" soll weiter strahlen

Was sind nun aktuell die großen Herausforderungen? "Wir haben am Mozarteum gerade einen neuen Entwicklungsplan verabschiedet, den es umzusetzen gilt. So wollen wir beispielsweise neue Formate in der Kammermusik entwickeln. Auch die digitale Medienkompetenz ist ein wichtiges Thema, das uns sehr beschäftigen wird", so die Rektorin. Eine weitere Herausforderung sei die neue Uni-Finanzierung aufgrund der Bundesregelungen. "Das Mozarteum wird weltweit als kultureller Leuchtturm wahrgenommen", weiß Gutjahr und diese Position gelte es auch künftig weiter zu wahren und festigen.

     Schulterschluss mit dem Land Salzburg

Im Gespräch mit Landeshauptmann Haslauer war die Entwicklung der Hochschullandschaft ein zentrales Thema. "Wir sind hier kooperative Partner", versichert die Rektorin, "und sehen uns im Schulterschluss mit den anderen Institutionen und dem Land."

     Ein "gutes Wort" in Wien für die Finanzierung

Lob kommt von ihr auch für den brandneuen Kulturentwicklungsplan (KEP) des Landes: "Wir unterstützen den KEP, lassen uns gerne in die Pflicht nehmen und werden aktiv mitarbeiten, indem wir beispielsweise ein eigenes Aktionsprogramm dazu entwickeln", versichert Gutjahr. Und gibt es auch ganz konkrete Wünsche an das Land? "Ja, ich erhoffe mir Unterstützung in Wien, vor allem was die künftige Finanzierung betrifft."

     Vom Rhein an die Salzach

Elisabeth Gutjahr wurde in Bonn geboren und studierte Rhythmik und Tonsatz in Stuttgart und Köln. Sie beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Bewegungstheater und Neuer Musik. 1987 wurde sie als Professorin für Rhythmik an die Staatliche Hochschule für Musik Trossingen, einer Stadt in Baden-Württemberg, berufen. Von 2006 an war sie dort Rektorin. Von ihr stammt das Libretto für die Oper "Sonnenfinsternis" von Jozsef Sari. Sie schrieb auch mehrere Hörspiele und einen Gedichtzyklus. LK_180507_21 (kg/mel)

Rückfragen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.

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