Lösungen für Europa? Am besten gemeinsam

Salzburger Jugendliche fahren auf Gruppenspiel-Abenteuer der besonderen Art ab / Landeshauptmann Haslauer im Kurzinterview

Salzburger Landeskorrespondenz, 07.05.2018
 

(LK)  Europas Probleme sind auch unsere. Lösungskompetenz ist gefragt. Das lässt sich trainieren, bereits im Jugendalter. Beim "European Safety Room" tickt die Uhr, während Salzburger Schülerinnen und Schüler in der aktuellen Europawoche versuchen, knifflige Missionen in Sachen Europa zu erfüllen. "Hier befasst man sich indirekt und unbewusst mit Fragestellungen, die von politischer Brisanz sind", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Er machte sich heute direkt am Ort des Geschehens im Scavenger Escape Room in Salzburg-Mülln ein Bild von den Erfahrungen der Jugendlichen.

"Es gab viele Aufgaben, bei denen wir nicht auf Anhieb auf die Lösung kamen. Wir mussten viel nachdenken und auch etwas von Mathematik verstehen. Zur Lösung hat man auf jeden Fall die anderen gebraucht, weil man alleine nicht so viele Perspektiven hat", berichtet Arbnore Hajdari von der HAK St. Johann im Pongau. Sie hat das einstündige Gruppenspiel mit ihrem Team in Tagesbestzeit geschafft. Am besten hat ihr die schwierigste Aufgabe gefallen. "Das war reizvoll", so die junge Pongauerin. Auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer, sowohl für Bildung als auch Europa zuständig, zeigte sich begeistert.

Großer Ansturm auf Spielidee

"Flüchtlingsmission", "Brexit Mystery" und die geheime "EU-Budget-Mission" warten noch bis Mittwoch als Aufgaben auf die Schülerinnen und Schüler. "Der Ansturm der Schulen für diese Premiere zur Europawoche war riesengroß, im Nu waren die 500 Plätze vergeben", so Organisatorin Gritlind Kettl vom EU-Bürgerservice und Europe Direct Informationszentrum Land Salzburg, die die Spielidee gemeinsam mit Theresa Edtstadler von Akzente Salzburg entwickelt hat.

Es gibt keine zu "großen" Themen – Kurzinterview mit LH Haslauer

LMZ: Warum kommen solche Aktionen beim eher trockenen Thema Europa gut an?

Wilfried Haslauer: Das ist ein spielerischer Zugang – game based learning - mit einem spannenden, aufregenden, auf Teamarbeit basierenden Modell.

LMZ: Sind Aufgaben wie das "Flüchtlingsthema" nicht eine Nummer zu groß für Jugendliche?

Wilfried Haslauer: Alles, was uns im Alltag begegnet und berührt, ist nicht zu groß – ganz im Gegenteil.

LMZ: Was bringt der "European Safety Room" den Salzburger Schülern?

Wilfried Haslauer: Die Beschäftigung mit Bereichen, die politisch bedeutsam sind, wie der Brexit oder das Flüchtlingsthema. Und das in einer spielerischen Art und Weise, bei der man im Team arbeiten kann. Da nimmt man unbewusst einfach sehr, sehr viel mit.

Die Erfolgsidee weiterentwickelt

Das Konzept des "European Safety Room" hat den Gründer des "Scavenger Escape Room", den Ungarn Zoltan Purak neugierig gemacht. Er ist nach Salzburg gereist, um herauszufinden, wie die Idee mit EU-Inhalten verknüpft wurde: "Es gab zwar schon eine erste Generation von Real-Life-Gruppenspielen, doch wollten wir etwas Ansprechenderes und Komplexeres schaffen. Für den European Safety Room haben wir die Räume neu gestaltet. Das Ergebnis in Salzburg und die Begeisterung der Jugendlichen hier haben uns bestärkt, die Idee auch in anderen europäischen Städten anzubieten." Der "European Safety Room" wird nun am Standort Salzburg bis zum 3. Juni verlängert. Teilnehmen können ab 9. Mai alle Personen jeden Alters. Wenn Gruppen mit dem Codewort "EU-Tage" buchen, erhalten sie einen Rabatt von 30 Prozent.

Mit Grips aus den Escape Rooms befreien

Escape Rooms gibt es inzwischen weltweit. Teams von zwei bis sechs Personen versuchen, Aufgaben unter einer Zeitvorgabe zu lösen, um aus dem "Escape Room" zu entkommen. Dafür ist neben Grips vor allem wichtig, mit den anderen zu kommunizieren, denn eine Lösung ist nur gemeinsam zu schaffen. Unternehmen verbessern so etwa das Teamverhalten ihrer Mitarbeiter. REP_180507_60 (sm/mel)

Rückfragen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

Redaktion: Stefan Mayer, Landes-Medienzentrum.

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