Premiere für die Expertenrunde "Wolf"

Erste Sitzung des Gremiums / Land setzt 5 Punkte Aktionsprogramm um

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.05.2018
 

(LK) Der Wolf kehrt nach Salzburg zurück, darin sind sich die Experten einig. Das Land hat nach Attacken auf Schafe und Ziegen heuer im April und Mai ein 5 Punkte Aktionsprogramm zusammengestellt. Hubert Stock aus Werfen-Tenneck wurde im Zuge dessen als neuer Wolfsbeauftragter installiert, viele Fragen müssen aber noch geklärt werden. Das einberufene Expertengremium trifft heute, Dienstag, zum ersten Mal zusammen.

Alle Experten und Betroffenen an einem Tisch: Die Abteilung Lebensgrundlagen und Energie sowie die Naturschutzabteilung des Landes, Hubert Stock als Wolfsbeauftragter, der Gemeindeverband, die Salzburger Jägerschaft, die Landwirtschaftskammer, der World Wildlife Fund (WWF), Naturschutzbund Salzburg, der österreichische Bärenanwalt und Wolfsbeauftragte Georg Rauer sowie Johann Georg Höllbacher von der Nationalen Beratungsstelle Herdenschutz. Auch der Landesverband für Schafe und Ziegen ist als Interessensgemeinschaft dabei.

Lösungen für die Alm- und Landwirtschaft

"Wir wollen mit dem 5 Punkte Aktionsprogramm die traditionelle alpenländische Landwirtschaft schützen und auf europäischer Ebene Änderungen durchsetzen. Der Wolf ist wieder da, das steht fest. Genau das macht aber die Alm- und Landwirtschaft, wie wir sie kennen, schwieriger", betonte Landesrat Josef Schwaiger, als er das Maßnahmenpaket präsentierte. DNA-Proben aus Werfen-Tenneck und Pfarrwerfen hatten ja ergeben, dass es sich eindeutig um Wolfsattacken auf Herdentiere handelt. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. Der aktuelle Stand ist zu finden auf www.salzburg.gv.at/wolf.

Einstufung "Problemwolf"

Vom Expertengremium soll unter anderem festgelegt werden, welche Kriterien erfüllt sein müssen, dass es sich um einen so genannten Problemwolf handelt. Außerdem ist die Erstellung eines Management- und zweistufigen Notfallplans für den Umgang mit diesen Tieren das Ziel. Intensivere Herdenschutzmaßnahmen und deren Förderung durch das Land sind ein weiteres Thema. Entschädigungen in Schadensfällen sollen schnell und unkompliziert abgewickelt werden.

Der neue Wolfsbeauftragte im Interview

Das Landes-Medienzentrum hat den neuen Wolfsbeaufragten Hubert Stock auf seinem Hof in Werfen-Tenneck zum Interview getroffen. Der Schafbauer, Berufsjäger und Historiker hat sich ein Hauptziel gesetzt: "Ich will die Diskussion wieder auf eine sachliche Ebene bringen. Wir werden nicht verhindern können, dass der Wolf zu uns kommt, es gibt bei unseren Nachbarn schon zahlreiche Rudel. Daher müssen wir vorbereitet sein." LK_180529_70 (mel/kg)

Das ganze Interview mit Hubert Stock gibt es unter "Vermittler zwischen den Welten"

Mehr zum Thema:

"Wolf-DNA bei Fällen in Pfarrwerfen und Tenneck nachgewiesen"

"Wolfsbeauftragter für das Land Salzburg"

 

Rückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum.

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