Vier neue DNA-Bestätigungen für Wolfsattacken

In St. Johann, Hüttau und Eben war es ein Wolf / Expertengremium absolvierte erstes Treffen / Land wird Herdenschutz fördern

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.05.2018
 

(LK) Gleich vier weitere Wolfsattacken in Salzburg – nach Pfarrwerfen und Werfen-Tenneck - hat die Veterinärmedizinische Universität in Wien nun bestätigt. In St. Johann Urreiting und Einöden waren die Ergebnisse der DNA-Untersuchungen eindeutig, ebenso in Hüttau und Eben. Bei Fällen in Faistenau und Mitterberghütten handelte es sich nicht um einen Wolf. Am Dienstag tagte zum ersten Mal das Expertengremium bei Landesrat Josef Schwaiger. Erste Ergebnisse: Das Land Salzburg wird Herdenschutzzäune und -Hunde fördern.

"Wir sind heute weggekommen von einer Diskussion, bei der es nur noch Schwarz oder Weiß gab. Es gab eine Annäherung der Interessensgruppen, wir verfolgen jetzt das selbe Ziel", kommentierte Landesrat Josef Schwaiger nach der Sitzung das Gesprächsklima.

Sinnvolle Herdenschutzmaßnahmen werden gefördert

Das Expertentreffen lieferte erste Ergebnisse: Herdenschutzzäune werden in Zukunft vom Land Salzburg mit bis zu 35 Prozent der Kosten gefördert. "Dabei gibt es eine Bedingung: Sie müssen sinnvoll und für den Betroffenen in der Umsetzung zumutbar sein. Ich werde in dieser Hinsicht jeden einzelnen Fall individuell prüfen", versichert Wolfsbeauftragter Hubert Stock. Ähnliches gilt für Herdenschutzhunde, die außerdem nachweislich ausgebildet sein müssen. Landesrat Josef Schwaiger ist bei den Schutzzäunen noch ein anderer Aspekt wichtig: "Das Problem darf nicht zum Nachbarn geschoben werden. Beim einen sind Zäune umsetzbar, beim anderen nicht. Deswegen darf Zweiterer aber keinen Nachteil haben", so Schwaiger.

Nächstes Treffen sobald wie möglich

In naher Zukunft wird sich das Expertengremium erneut treffen. Hauptfokus wird dann auf der Definition liegen, was ein "Problemwolf" ist und welche Maßnahmen bei einer entsprechenden Einstufung ergriffen werden können.

Mehr Informationen rund um das Thema "Wolf" und der aktuelle Stand unter www.salzburg.gv.at/wolf. LK_180529_71 (mel/kg)

Personen und Interessenvertretungen im Expertengremium "Wolf"

  • Winfried Herbst und Ingrid Hagenstein, Naturschutzbund Salzburg
  • Max Mayr Melnhof und Josef Erber, Salzburger Jägerschaft
  • Markus Graggaber, Land Salzburg, Abteilung 5, Naturschutz
  • Christian Pichler und Arno Aschauer, WWF
  • Wolfsbeauftragter Hubert Stock, Gundi Habenicht, Franz Moser und Josef Schöchl, Land Salzburg, Abteilung 4, Lebensgrundlagen
  • Günther Mitterer und Sophie Weilharter, Gemeindeverband
  • Franz Eßl und Nikolaus Lienbacher, Landwirtschaftskammer
  • Jakob Pirchner und Bernhard Rinnhofer, Landesverband für Schafe und Ziegen
  • Georg Rauer, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, Bärenanwalt und Wolfsbeauftragter in Österreich
  • Georg Höllbacher, Nationale Beratungsstelle Herdenschutz

 

Rückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum

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