Kinderstube Seeufer schützen

Respektabstand einhalten / Stress für Tiere vermeiden

Salzburger Landeskorrespondenz, 01.06.2018
 

(LK)  Die Seen im Land Salzburg sind für viele ein beliebtes Ausflugsziel. Gleichzeitig bilden die naturnahen Uferzonen einen wichtigen Rückzugsraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Durch 20 Meter "Respektabstand" zu Schilf und Wasserpflanzen können alle zu einem konfliktfreien Nebeneinander von Mensch und Natur beitragen.

Viele Uferzonen wurden durch Uferverbauung, intensive landwirtschaftliche Nutzung, Zersiedelung, Verkehr und Freizeitnutzung erheblich verändert. Durch diese Veränderungen sind die Schilf- und Teichrosenbestände an Gewässern in den vergangenen Jahrzehnten europaweit zum Teil stark zurückgegangen. Oft ist nur mehr ein geringer Anteil der Ufer naturnah. Gerade aber dort befinden sich die "Kinderstuben" von vielen Vogelarten, aber auch von Fischen.

Stress für Tiere vermeiden

Während der Brutzeit von März bis Juli, beim Wechsel des Federkleides von Juli bis September und im Winter sind Vögel auf ruhige Zonen im Uferbereich angewiesen. Die seichten Ufer und Schilfzonen sind auch wichtige Lebensräume für Fische und ihre Laich. Störungen durch Schwimmen, Bootfahren, Kite-Surfen oder auch Stand-Up-Paddeln bedeuten für die Tiere starken Stress und vermindern die Überlebenschancen des Vogelnachwuchses. Am seichten Ufer besteht außerdem die Gefahr, dass durch Paddelschläge oder Kenterungen Eier und Jungfische geschädigt werden.

Abstand halten

Es sollten daher mindestens 20 Meter Abstand zu sämtlichen Schilf- und Teichrosenbeständen gehalten werden. Die Schutzzonen an sensiblen Uferbereichen sollen dazu beitragen, dass die zum Teil sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten auf Dauer überleben können.

An manchen Seen gibt es auch Regelungen bezüglich des Befahrens mit Wasserfahrzeugen. So ist zum Beispiel am Grabensee das Schwimmen und Befahren mit Wasserfahrzeugen nur im Bereich des Strandbades Perwang erlaubt. Dies gilt auch für Kite-Surfen und Stand-Up-Paddeln.

Broschüre mit wertvollen Hinweisen

Informationen sind in der Broschüre "Natur in Salzburg – Lebensraum Schilf" zu finden. Neben wertvollen Hinweisen zum schonenden Umgang mit diesem gefährdeten Biotoptyp werden auch Maßnahmen vorgestellt, wie Schilfbestände geschützt werden können und was jeder und jede Einzelne dazu beitragen kann. Die beiden Folder "Schutzzone am Wallersee" und "Schutzzonen an den Trumer Seen" informieren über Bestimmungen an den Seen und können heruntergeladen oder gratis bestellt werden, und zwar in der Abteilung Natur- und Umweltschutz und Gewerbe unter der Telefonnummer +43 662-8042-5532 oder E-Mail: natur-umwelt-gewerbe@salzburg.gv.at. LK_180601_10 (ram/grs)

Rückfragen: Stefan Tschandl, Büro LH-Stv. Astrid Rössler, Tel.: +43 662 8042-4801, E-Mail: stefan.tschandl@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.

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