Sicher über die Eisenbahnkreuzung

Spektakuläre Schaubremsung in Zell am See / Ein Zug braucht mehrere hundert Meter, bis er steht / Jährlich 70 Unfälle in Österreich

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.06.2018
 

(LK)  Die Zahlen rütteln auf: 70 Unfälle pro Jahr ereignen sich in Österreich auf Bahnübergängen, davon etwa fünf in Salzburg. Häufig enden sie mit schwer Verletzten oder gar Todesopfern. Das Land Salzburg startet daher eine Aufklärungskampagne im Rahmen der Aktion "Fährst bei Rot, folgt der Tod". Auftakt war eine Schaubremsung an der Eisenbahnkreuzung Bruckberg in Zell am See. Fazit: Wenn ein Zug einmal in Fahrt ist, dann braucht er selbst bei einer Notbremsung zu lange, um rechtzeitig stehen zu bleiben.

"Wir möchten mit dieser Aktion zeigen, dass die Verkehrsteilnehmer speziell bei Eisenbahnkreuzungen mit dem eigenen richtigen Verhalten zu ihrer Sicherheit beitragen", betonte Verkehrslandesrat Stefan Schnöll im Rahmen der Schaubremsung. Denn: Fast alle der 70 Unfälle pro Jahr österreichweit werde von Verkehrsteilnehmern verursacht, die rote Ampeln, Stopptafeln, Schrankenanlagen und grundlegende Regeln nicht beachten.

Die Gefahr bewusst machen

"Bewusstseinsbildende Aktionen, wie zum Beispiel diese Schaubremsung, sind wichtig, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Jeder Verkehrsteilnehmer muss sich bei jeder Querung davon überzeugen, dass dies gefahrlos möglich ist", unterstreicht Landesrat Schnöll.

Hunderte Meter langer Bremsweg

Selbst die Experten waren am Dienstag von der Schaubremsung in Zell am See beeindruckt: Ein Auto benötigt bei 50 km/h zirka 28 Meter, um anzuhalten. Ein Zug ist tausendfach schwerer und kann dafür mehrere hundert Meter benötigen, was sehr oft unterschätzt wird. "Sowohl der Anhalteweg als auch die Auswirkungen eines Unfall werden unterschätzt", weiß auch Walter Stramitzer, Betriebsleiter der Pinzgauer Lokalbahn, die von der Salzburg AG betrieben wird. Die "Pinzgaubahn" hat 48 Eisenbahnkreuzungen, die Hälfte davon ist technisch gesichert, es sollen in naher Zukunft noch 17 weitere dazu kommen. "Es ist sehr erschreckend, mit wie wenig Tempo die Melonen so zerfetzt worden sind. Und Melonen haben eigentlich auch die gleiche Statur, also so wie unser Kopf", schildert die sichtlich besorgte Schülerin Hannah Csaki ihre Eindrücke.

Bevölkerung, Schüler und Touristen werden aufgeklärt

Nicht nur, weil es so viele neuralgische Stellen entlang der Pinzgauer Lokalbahn gibt, werden schon seit Jahren vor allem die Kinder über die Gefahren informiert. Jährlich besuchen 300 Volksschüler diese Aufklärungsaktionen, zusätzlich werden die Verkehrsteilnehmer – Einheimische wie Touristen -  mit Tafeln auf die Haltepflicht aufmerksam gemacht. "Oft sind Personen, die einen Bahnüberganghäufig benützen, Unfallbeteiligte. Sie werden mit der Zeit unvorsichtig, glauben den Fahrplan zu kennen", weiß Roland Hittenberger, Leiter des Referats Straßenbau und Verkehrsplanung.

Das richtige Verhalten, um unfallfrei zu bleiben

Ein Lokführer fährt prinzipiell nicht auf Sicht, sondern orientiert sich nach Signalen, dazu kommt der extrem lange Bremsweg. Daher gehört folgendes zum richtigen Verhalten auf Eisenbahnkreuzungen:

  • Nur überqueren, wenn kein gelbes oder rotes Licht leuchtet.

  • Nur überqueren, wenn die Schranken – wenn vorhanden – vollständig geöffnet sind.

  • Nur überqueren, wenn sich kein Schienenfahrzeug nähert.

  • Ist ein Übergang nur mit dem Andreaskreuz gesichert, dann heißt es genau zu schauen, auf akustische Signale achten und vor einer Stopptafel auf jeden Fall stehen zu bleiben.

  • Auf dem Bahnübergang selbst gilt absolutes Überholverbot.

  • Parken, Halten und Umkehren auf dem Bahnübergang ist genauso verboten wie das Umfahren der Schranken oder Halbschranken. LK_180619_70 (mel/ram)

Rückfragen: Christoph Bayrhammer, Büro Landesrat Stefan Schnöll, Tel.: +43 662 8042-3341, Mobil: +43 664 6190071, E-Mail: christoph.bayrhammer@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.

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