Dienten auf dem Weg zum Nachhaltigkeits-Europameister

Entente Florale: Dienten nimmt als erste Salzburger Gemeinde am europäischen Wettbewerb teil / Kurzinterview mit Pauline Trausnitz

Salzburger Landeskorrespondenz, 26.06.2018
 

(HP) Dienten am Hochkönig vertritt heuer Österreich beim hoch angesehenen Lebensqualitäts- und Nachhaltigkeitswettbewerb Entente Florale Europe. Seit Monaten laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, ein engagiertes Team arbeitet emsig an der Umsetzung dieses wichtigen Projekts. Und nun sind alle gespannt auf das Votum der zwölfköpfigen Jury, die heute in einer vierstündigen Bewertungstour die Pinzgauer Gemeinde auf Herz und Nieren geprüft hat.

Noch nie war eine Salzburger Gemeinde für diesen seit 1975 bestehenden europaweiten Wettbewerb nominiert, bei dem Städte und Dörfer in zwölf Ländern auf ihr Engagement beispielsweise im Umweltschutz, in der Umwelterziehung oder bei nachhaltigen Entwicklungsstrategien beurteilt werden. "Schon allein die Nominierung zur Teilnahme ist für Dienten ein großer Erfolg und verdient höchsten Respekt", betont Naturschutzreferentin Landesrätin Maria Hutter, die die internationale Jury in Dienten begrüßt hat. Entstanden ist die Idee, eine heimische Gemeinde ins Rennen zu schicken, aus dem Wettbewerb "Blumenschmuck und Lebensqualität in Salzburg", der vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde und vom Land Salzburg gefördert wird. 

     Jury bewertete zehn Stationen

Auf die Entente-Florale-Juroren warteten insgesamt zehn Stationen, bei denen sich die Dientner Initiativen von ihrer besten Seite präsentierten. Da wurde zum Beispiel ein Hackschnitzelwerk vorgestellt, das ein Hotel und einen landwirtschaftlichen Betrieb versorgt, im Nazngraben war die Arbeit der Wildbach- und Lawinenverbauung zu erleben, auf der Zachhofalm ging es um die Traditionelle europäische Heilkunde, die Bergbahnen zeigten auf, welche Maßnahmen sie zur Renaturierung des Schigebietes im Sommer setzen. Weitere Themen waren die Gemeindeentwicklung und Raumplanung, die Umwelterziehung in Kindergarten und in der Volksschule und die rund 75 Biotope in Dienten, Mühlbach und Maria Alm, die von vielen freiwilligen Helfern in unzähligen Arbeitsstunden betreut werden.  

     Preisverleihung im September

So wie die Pinzgauer Gemeinde legen sich natürlich auch die anderen 13 nominierten Kandidaten der übrigen Länder ins Zeug, um die Jury zu überzeugen. Deren Entscheidung wird am 22. September 2018 in Tullamore in Irland bekannt gegeben.

     Nachhaltigkeit liegt allen am Herzen – Kurzinterview

Das Landes-Medienzentrum (LMZ) sprach mit Pauline Trausnitz, der Geschäftsführerin des Verbandes der Salzburger Gärtner und Gemüsebauern, die Dienten ins Rennen gebracht hat und den Wettbewerb organisatorisch betreut.

LMZ: Dass Dienten nominiert ist, ist schon ein großer Erfolg. Wie ist das gelungen?

Trausnitz: Dienten ist ein Dorf in der Bergregion und eine Vorzeigegemeinde in Sachen Nachhaltigkeit, die nicht nur der Ortsleitung, sondern auch den Einwohnern sehr am Herzen liegt. Ein familienfreundlicher Sommer- und Wintersportort, auch das war für die Auswahl ausschlaggebend.

LMZ: Seit wann und wie intensiv laufen die Vorbereitungen in der Gemeinde?

Trausnitz: Die Vorbereitungsarbeiten in der Gemeinde laufen seit Ende 2016, die intensive Phase mit dreitägigen Arbeitssitzungen einmal monatlich seit November 2017. Das Organisations-Kernteam besteht aus zehn Personen, weitere mindestens 40 Personen haben die Präsentationen vorbereitet und bringen ihr Know-how ein.

LMZ: Mit welchen Stärken kann Dienten Ihrer Meinung nach punkten?

Trausnitz: Nachhaltige Milch- und Fleischproduktion, Stromerzeugung aus eigenem Wasserkraftwerk, Hackschnitzel aus dem eigenen Wald, die Naturprojekte des örtlichen Kindergartens und der Volkschule. Die Landjugend, aber auch Vereine wie die Bergrettung, der Alpenverein, die Naturfreunde oder der örtliche Segelclub bringen ebenso ihre vielseitigen Aktivitäten ein.

Ein bestimmendes Thema bei Bergregionen ist auch die Wildbach- und Lawinenverbauung. Mit dem Blumenhaus und den vielen Biotopen will Dienten ebenfalls punkten. Dem Tourismus kommt natürlich ebenso ein wichtiger Schwerpunkt zu. Im Fokus steht dabei, wie den Urlaubern die Region und ihr Nachhaltigkeitsgedanke optimal präsentiert werden.

LMZ: Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Trausnitz: Die Latte liegt sehr hoch, die Gemeinden Haus im Ennstal, Bad Ischl, St. Anton am Arlberg, Schwarz in Tirol, um nur einige zu nennen, haben in den vergangenen Jahren jeweils die Goldmedaille nach Hause gebracht. Und natürlich tritt Dienten an, um bestens abzuschneiden, und ich sehe sehr gute Chancen. LK_180626­_40 (sab/mel)

Medienrückfragen: Christian Blaschke, Büro Landesrätin Maria Hutter, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.

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