Die Großarler heizen uns ein

Gemeinde geht seit drei Jahrzehnten ihren eigenen Weg / Energie aus dem Biomasse-Heizwerk garantiert Unabhängigkeit

Salzburger Landeskorrespondenz, 29.06.2018
 

(LK) Unabhängigkeit. Lebensqualität. Wertschöpfung. Umweltschonend. Sauber. Das alles bringt die Biomasse, wofür Großarl mit seinem Heizwerk eines der Vorzeigebeispiele im Land Salzburg ist. Seit 30 Jahren versorgt es die Bewohner mit Wärme, zurzeit sind es 330 Kunden. Und: Seit 2005 wird hier auch Ökostrom produziert. "Alles in regionaler Hand, das hilft der Wirtschaft vor Ort, hält die Wertschöpfung in der Region und bringt die Menschen zusammen", gratuliert Landesrat Josef Schwaiger den Großarlern zum Jubiläum.

Biomasse-Heizwerke sind nichts Neues in Österreich, 1988 war das noch ganz anders. Damals erwiesen sich die Großarler als Energie-Pioniere, zeigten den anderen Salzburger Gemeinden den Weg in Sachen Unabhängigkeit. Bei vielen anfänglichen Zweifeln ist alles auf ein Stück Pongauer Sturheit zurück zu führen, im besten Sinne des Wortes. Seitdem ist man durch laufende Investitionen und Innovationen modern, immer am aktuellen technischen Stand geblieben, heizt damit auch anderen Orten sprichwörtlich ein.

Der Mut zahlt sich bis heute aus

Man hat 1988 also etwas gewagt im idyllischen Tal – und das lohnt sich bis heute: "Wir versorgen unsere Kunden mit 25 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlicher Wärme. Das Heizwerk liefert auch Strom, genau sind es 3,5 Millionen Kilowattstunden, womit jedes Jahr zirka 12.000 Tonnen CO2 eingespart werden können. Außerdem haben wir damit zu 3,5 Millionen Liter Heizöl eine Alternative gefunden", rechnet der Obmann der Hackschnitzel- und Heizgenossenschaft, Christian Rohrmoser, vor.

Wertschöpfung bleibt im Ort, stärkt die Region

"Für mich sind die Großarler in dieser Hinsicht ein Beispiel, was man gemeinsam schaffen kann. So ein Kraftwerk erzeugt regional Energie, macht die Bewohner unabhängiger von Öl- und Gas-Riesen und liefert natürliche, saubere Energie", unterstreicht Landesrat Josef Schwaiger. Dass die heimische Wirtschaft davon profitiert, die Gegend gestärkt wird und die Wertschöpfung im Ort bleibt, sind für ihn zusätzliche Vorteile. 1,8 Millionen Euro Wertschöpfung sind es genau pro Jahr, "das trägt dazu bei, dass die jungen Leute im ländlichen Raum Perspektiven haben, Arbeitsplätze, Rahmenbedingungen, die sie zum Bleiben bewegen", so Schwaiger.

Biomasse kommt zu 100 Prozent aus dem eigenen Tal

Die für die 330 Kunden gebrauchte Biomasse kommt in Großarl zu 100 Prozent aus der Region. "Das benachbarte Sägewerk Entacher ist ein Großlieferant, aber auch die Zimmerei- und Tischlereibetriebe, dazu kommen die Landwirte, die uns versorgen", erklärt Christian Rohrmoser.

Großarl bekommt ein schnelles Glasfasernetz

Bürgermeister Johann Rohrmoser kann das nur bestätigen. "Man darf ja nicht vergessen, dass dadurch auch die Lebensqualität bei uns steigt. Die Luft ist besser, das ist für die Einheimischen als auch Gäste in unserem Tal wichtig", so der Ortschef. Und er hat Neuigkeiten: "Wir sind die erste Gemeinde Salzburgs, in der ein Glasfasernetz errichtet wird, das direkt in die Haushalte reicht. Es wurde im Versorgungsgebiet des Heizwerkes errichtet. Dadurch wird es möglich, mit moderner Steuerungstechnik die Energieverteilung im Fernwärmenetz zu optimieren. Und natürlich gibt es für die Bewohner durch die neue Infrastruktur eine schnelle Internetverbindung (100 MB)." LK_180629_70 (mel/sab)

Daten und Fakten zum Biomasse-Heizwerk auf einen Blick

  • Lokale Wertschöpfung: 1,8 Millionen Euro
  • 3 Biomasse-Heizkessel mit 8,6 MW
  • Ökostromanlage mit 500 KW elektrische Leistung (derzeit zur Eigenversorgung)
  • Wärmeverkauf von 25.000 Millionen Kilowattstunden
  • Zirka 330 Kunden
  • 3,5 Millionen Liter eigespartes Heizöl pro Jahr
  • 12.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart
  • Das Leitungsnetz für die Fernwärme ist 17,5 Kilometer lang

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at.

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum.

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