Rückkehr auf die Festung Hohensalzburg

Ausstellung Sepp Hödlmoser / Einblicke in Arbeit und Leben eines eigenwilligen Künstlers

Salzburger Landeskorrespondenz, 11.07.2018
 

(LK)  Leben und Arbeiten hoch über den Dächern der Stadt. Für den Künstler Sepp Hödlmoser war dies jahrzehntelang die Realität – und zwar auf der Festung Hohensalzburg. In seinem ehemaligen Atelier ist nun eine Ausstellung mit Werken von ihm zu sehen. "Es ist eine besonders schöne Idee, dass nun Werke vom 'Paten' des Raumes und am Ort des Entstehens gezeigt werden", sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn gestern Abend bei der Vernissage.

"Seit mehr als zehn Jahren werden in den Sommermonaten Ausstellungen im ehemaligen Hödlmoser-Atelier von Kunst im Traklhaus und der Festungsverwaltung organisiert. Rund 60 Mal zeigten hier bisher bereits Kunstschaffende ihre Arbeiten", so der Kulturreferent weiter. Zuletzt wurde dem 1967 verstorbenen Salzburger Künstler im Jahr 1992 im Salzburg Museum eine Ausstellung gewidmet.

Autodidakt, Exzentriker und Nonkonformist

Hödlmoser war Autodidakt, tat sich schwer mit den anerkannten gesellschaftlichen Instanzen und liebte es, sich selber in Szene zu setzen. Der Künstler ist nur 44 Jahre alt geworden und dürfte wahrlich ein sehr eigenwilliger Charakter gewesen sein, wie in zeitgenössischen Zeitungsberichten nachzulesen ist: Er lehnte jede Autorität ab, war exzentrisch, eigenwillig und stand allem Akademischen distanziert gegenüber. Ein Hang zur Magie, die Nähe zum Surrealismus, der Einfluss früher Kulturen und zunehmende Freiheit der Abstraktion prägten sein künstlerisches Schaffen.

Starke und erfrischende Farbe in der Salzburger Moderne

Für den Salzburger Kunsthistoriker Nikolaus Schaffer hat sich der Künstler "die Moderne auf eigene Faust erobert". Sein Stil lasse sich nicht eindeutig zuordnen. "Ohne Sepp Hödlmoser wäre die Salzburger Moderne sicherlich um eine starke und erfrischende Farbe ärmer, denn eigenwillige Einzelgänger von seinem Schlag machen immer und überall die eigentliche Würze und Reichhaltigkeit lebendigen Kunstgeschehens aus."

Bilder, Grafiken und Fotos

Die Ausstellung auf der Festung ist bis zum 22. Juli zu sehen und besteht aus Leihgaben von vier Privatsammlungen. Zu den Bildern und Grafiken werden auch Fotos der damaligen Ateliersituation und historische Zeitungsausschnitte gezeigt.

Das rund 50 Quadratmeter große Hödlmoser-Atelier unterhalb des Trompeterturmes wird von Kunst im Traklhaus seit 2005 als Kunstplattform genutzt.

Sohn des Burgkastellans

Sepp Hödlmoser wurde 1923 in Salzburg geboren und ist 1967 in seiner Heimatstadt verstorben. Als Sohn des Burgkastellans ist er auf der Festung Hohensalzburg aufgewachsen. Als Maler war er Autodidakt. Gemeinsam mit den Restauratoren Ernst C. Pokorny und John D. Anders betrieb er kurzzeitig eine Arbeitsgemeinschaft. Auch in der Folgezeit verdiente er seinen Unterhalt vorwiegend durch Restaurierungsaufträge. Sein Atelier auf der Festung war für Besucherinnen und Besucher immer geöffnet. LK_180711_20 (kg/grs)

Medienrückfragen: Johanna Jenner, Büro LH-Stv. Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, Mobil: +43 664 8565718, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at

Redaktion: Landes-Medienzentrum.

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