393 Millionen Euro für ein "soziales Salzburg"

Schellhorn präsentiert aktuellen Sozialbericht / Pflege im Fokus

Salzburger Landeskorrespondenz, 12.07.2018
 

(LK)  393 Millionen Euro wurden im Jahr 2017 für die sozialen Aufgaben des Landes Salzburg ausgegeben, dies entspricht 13,6 Prozent der Gesamtausgaben. Rund 40 Prozent der Sozialleistungen wurden 2017 für Pflege älterer Menschen aufgewendet, 26 Prozent für Unterstützungsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen, zwölf Prozent für die Mindestsicherung, rund elf Prozent entfallen auf Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und rund elf Prozent auf die Grundversorgung. "Für 2018 sind für den Sozialbereich 416 Millionen Euro budgetiert worden", so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Pflege als große Herausforderung

Im Jahr 2017 wurde mit der Erhöhung der Tarife (insgesamt 4,30 Euro) für Seniorinnen- und Seniorenwohnhäuser zur Absicherung der stationären Pflege in Salzburg begonnen. Einen großen Handlungsbedarf sieht Schellhorn bei den Pflegekräften. Die Landesregierung wird noch im Juli den Koalitions-Schwerpunkt "Pflege" angehen. Die Pflege ist mit 147,5 Millionen Euro mit Abstand der größte Posten im Sozialbudget.

Erstmals seit Jahren stagnierende Zahlen in der Mindestsicherung

"Eine Kostenexplosion in der Mindestsicherung oder ein hoher Anstieg an Bezieherinnen und Bezieher aufgrund der Flüchtlingskrise ist nicht eingetreten, wenn auch die Anzahl an Asylberechtigten gestiegen ist", erläutert Andreas Eichhorn, Leiter der Sozialabteilung. 2017 bezogen 4.666 Österreicherinnen und Österreicher Mindestsicherung, das sind 499 weniger als 2016. Die Anzahl an Asylberechtigten als Mindestsicherungsbeziehende ist gestiegen, und zwar von 2.119 Personen (2016) auf 2.864 (2017).

Rückgang von Leistungsbeziehenden in der Grundversorgung

"Die Anzahl der Bezieherinnen und Bezieher von Grundversorgungsleistungen ist im Jahr 2017 um 25 Prozent gesunken. Mit Jahresende 2017 bezogen 3.039 Personen Grundversorgung, im Mai 2016 waren es noch 4.628 Personen. "Besonders stark gesunken ist die Anzahl von unbegleitet minderjährigen Fremden, kurz UMF, und zwar um 35 Prozent", so Eichhorn.

Erfolgreiche Einführung der Persönlichen Assistenz sowie psychosoziale Versorgung in den Regionen

"Im Jahr 2017 konnten wir in Kooperation mit der Salzburger Gebietskrankenkasse die psychosoziale Versorgung in den Regionen absichern. Seither können Menschen im Lungau und Pinzgau kostenlose psychotherapeutische Behandlungen über den Psychosozialen Dienst des Landes in Anspruch nehmen", so Schellhorn. Das Pilotprojekt "Persönliche Assistenz" wurde 2017 erfolgreich gestartet.

Ausführlicher Fünf-Jahres-Bericht der Kinder- und Jugendhilfe im diesjährigen Sozialbericht enthalten

In den Sozialbericht integriert ist der Fünf-Jahres-Bericht der Kinder- und Jugendhilfe für die Jahre 2013 bis 2017. In der Kinder- und Jugendhilfe wurde die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze in sozialpädagogischen Wohneinrichtungen im Berichtszeitraum von 360 auf 455 erhöht. Ein "Salzburger Kinder- und Jugendrat" wurde gegründet.

Finanzielle Aufwendungen rückläufig

Die finanziellen Aufwendungen für die sozialen Aufgaben waren insgesamt von 2016 auf 2017 rückläufig. Die Gesamtausgaben betrugen im Jahr 2016 404 Millionen Euro, im Jahr 2017 393 Millionen. Das sind minus 2,7 Prozent.

Auch künftig: Ein starkes soziales Netz für Salzburg

"Wir müssen dafür sorgen, dass Salzburg auch in Zukunft ein starkes soziales Netz hat, in dem armutsgefährdete oder pflegebedürftige ältere Menschen, Familien, Kinder und Jugendliche, Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Menschen mit Behinderungen die Unterstützung finden, die sie brauchen", so Schellhorn.

Sozialbericht kostenlos erhältlich

Der Sozialbericht kann kostenlos unter der Telefonnummer +43 662 8042-3540, per E-Mail: soziales@salzburg.gv.at und direkt über die Landes-Webseite bezogen werden. Eine Version des Sozialberichts in leichter Sprache wird in Kürze online zur Verfügung stehen. LK_180712_10 (rb/ram/grs)

Weitere Informationen: Johanna Jenner, Büro Landesrat Heinrich Schellhorn, Tel.: +43 662 8042-4841, E-Mail: johanna.jenner@salzburg.gv.at.

Redaktion: Landes-Medienzentrum.

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