Forstweg mitten im Schutzgebiet – und das legal

Mühlbach am Hochkönig: Sensibel in die Landschaft gefügt / Wald nach Sturmschäden gerettet

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.07.2018
 

(LK) Die Stürme Emma und Paula haben in Mühlbach am Hochkönig im Jahr 2008 gewütet, der Wald oberhalb der Riedingalm hat gelitten. Dann kam noch der Borkenkäfer, die Schutzfunktion des Waldes im Lawinengebiet war genau so in Gefahr wie die Alm selbst. Um das zu verhindern, wurde im Europaschutzgebiet Kalkhochalpen oberhalb von Mühlbach ein Forstweg gebaut – mit Augenmaß.

Es ist eine Seltenheit, aber hier absolut notwendig. Windwurf und Borkenkäfer setzten dem Schutzwald oberhalb der Riedingalm zu, erst der neue Forstweg machte eine professionelle und schnelle Aufarbeitung der Schäden möglich. "Der Wald hätte hier seine Schutzfunktion verloren, wenn wir nichts unternommen hätten. In enger Abstimmung mit dem Naturschutz und unter strengen Auflagen wurde die 1,2 Kilometer lange Lebensader errichtet, um zwölf Hektar Schutzwald zu bewahren", erklärt Landesrat Josef Schwaiger. Und die für den Naturschutz zuständige Amtskollegin Maria Hutter ergänzt: "Der Weg wurde mit geringster Beeinträchtigung für Flora und Fauna gebaut. Als Ausgleichsmaßnahme wurde unter anderem ein Amphibientümpel im Almbereich angelegt."

Große Sprünge als Ausgleichsmaßnahme

Und es gibt noch eine besondere Maßnahme als Ausgleich für den Wegebau: "Im Auslaufbereich der ehemaligen Josef 'Bubi' Bradl Schanzenanlage in Mühlbach – dort machte der berühmteste Sohn des Ortes seine ersten großen Sprünge – wurden alte Entwässerungsrohre entfernt", erklärt Landesrätin Maria Hutter

Riedingalm von Lawinen bedroht

Das öffentliche Interesse hat im Fall der bei Wanderern beliebten Riedingalm überwogen, denn sie steht im Europaschutzgebiet Kalkhochalpen und im Landschaftsschutzgebiet Göll-Hagengebirge-Hochkönig-Steinernes Meer. "Die Hütte wurde schon einmal von einer Lawine mitgerissen, an anderer Stelle wieder aufgebaut, die Gefahr ist also alles andere als theoretisch", sind sich Schwaiger und Hutter einig. Die beiden Landesräte ergänzen: "Eine Ausnahmebewilligung war in diesem Fall vernünftig."

"Mir hat das Herz geblutet"

Die Hütten- und Landwirte Anni und Rupert Bergmüller sind jedenfalls erleichtert, dass nun ihr Weg fertig ist. "Vor den großen Windwürfen ging die Waldarbeit noch mit der Hand, aber dann wurden die Schadholzmengen so groß, das konnten wir nicht mehr bewältigen. Mir hat das Herz geblutet, als der Schutzwald immer mehr zerfallen ist", erzählt Rupert Bergmüller, der heuer seinen 42. Almsommer hier verbringt. Jetzt sei die Arbeit wieder machbar, die Schutzfunktion intakt, die Riedingalm sicher vor den drohenden Schneemassen.

Mission gelungen!

Nachdem der Weg im Oktober 2017 fertig war und im Juni 2018 noch nachgebessert wurde, gab es nach der naturschutzfachlichen Endabnahme am Dienstag nur noch eines zu sagen: Mission Forstweg im Schutzgebiet gelungen! REP_180719_70 (mel/grs)

Medienrückfragen: Martin Wautischer, Büro Landesrat Josef Schwaiger, Tel.: +43 662 8042-2700, Mobil: +43 664 3122368, E-Mail: martin.wautischer@salzburg.gv.at, und Christian Blaschke, Büro Landesrätin Maria Hutter, Tel.: +43 662 8042-4921, Mobil: +43 664 5917126, E-Mail: christian.blaschke@salzburg.gv.at.

Redaktion: Melanie Hutter/Landes-Medienzentrum

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